Auf den ersten Blick

Heute: Der diktatorische Fiesling, Claus Weselsky

Auf den ersten Blick

Quelle: manager-magazin.de

Der GDL-Vorsitzende war mit Sicherheit trotzdem nicht der meist gehasste Mann im Land. Der Zuspruch vieler Menschen war enorm. In den sozialen Netzwerken konnte die Gewerkschaft Lob ernten. Viele zeigten sich solidarisch und nannten Weselsky einen aufrechten Gewerkschafter, einen fähigen Funktionär. Aber es sollte für eine einflussreiche Interessensgruppe und ihre Lohnschreiber und -berichterstatter so aussehen, als würde der Mann gehasst, wie keiner sonst. Neben veröffentlichen Telefonnummern und Bildern seines Hauses, musste man den Chef der GDL daher so in Szene rücken, dass er wie ein überheblicher, snobistischer Fiesling wirkte. Wie einer, der barfuß über Leichen steigt und es einen Verdauungsspaziergang nennt. Und aus diesem Grund lachen er und seine Mitstreiter fies im Gerichtssaal, weil sie »durchgekommen« sind. »Deutschland darf Einheit feiern - Weselsky gestattet es«, steht drüber.

Auf den ersten Blick

Quelle: n-tv.de

Das Ebenbild eines feixenden Diktators, der großherzig einen kleinen Gnadenakt erlässt, hat viele Bilder gehabt in der vorletzten Woche. Mit der Arroganz einer Person auf Diskreditierungstour zu gehen, ist nicht besonders schwer. Wenn man den vermeintlichen Großkotz aber als jemanden vorstellt, der heiter in die Welt blickt, der schmunzelt oder gar lächelt, dann ist es fast ein Selbstläufer. Denn dann sieht die Person selbstgefällig, triumphierend aus, als ob sie sich ins Fäustchen lacht, um es sprichtwörtlich zu nehmen. Ein arroganter Typ widert einen an. Ein Snob, der fröhlich kokettiert, weckt das Gefühl, dass er einen verarschen will. Dass also bestimmte Medien Weselsky als lachenden Gewerkschafter abdruckten, das war kein Zufall. Sie wollten vermitteln, dass er ein gemeiner Mensch ist, der Freude an seiner Gemeinheit hat und auch noch damit durchkommt.

Auf den ersten Blick

Quelle: Tagesspiegel

Und wenn er seine Gemeinheit nicht gerade genießt und das Land mit seiner fiesen Mimik verspottet, dann zeigt er stolz auf sein Werk. Auf die Anzeigetafel, die das Resultat seiner Abscheulichkeit notiert. »Schaut mal da, das war ich«, scheint er zu sagen, während unter dem Bild steht, »kein Erbarmen«. Das Bild und der dazugehörige Artikel ist schon drei Jahre alt. Schon damals las man: »GDL-Chef Weselsky nimmt eiskalt in Kauf, dass Millionen Fahrgäste nicht zur Arbeit kommen oder Fabriken der Nachschub ausgeht.« Schon damals wusste man, wie man das Bild eines gnadenlosen und eiskalten Gewerkschafters zeichnet. Schon damals kein offizielles Pressefoto, sondern ein Bild, das provokativ die niedersten Instinkte von Leser und Betrachter ansprechen soll.
Man muss Weselsky gar keine Hörner auf den Kopf setzen, so wie es »Der Postillon« tat, um ihn zu verteufeln und als Person zu charakterisieren, die man hassen sollte. Die, die ihn hassen, hassen vermutlich nur das Abbild, das man in den Medien sah. Das Konterfei, das fröhlich Zähne zeigt. Sie hassen wieder mal eine Kunstfigur, wieder mal einen Mann, den es so gar nicht gibt.
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