Anti-Drohnen-Bekleidung und totaler Handy-Schutz

Die Anzahl von Drohnenangriffen durch die USA hat im vergangenen Jahr stark zugenommen – und diese Angriffe haben mittlerweile Tausende von Opfern gefordert. Es ist kein Geheimnis, dass viele der Opfer so genannte Kollateralschäden sind – Zivilisten, Frauen, Kinder, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Wenn man gegen den Terror kämpft, darf man nicht zimperlich sein. Angesichts der Tatsache, dass US-Präsident Barack Obama den Chef des mörderischen Drohnenprogramms John Brennan zum Chef des Ausladsgeheimdienstes CIA ernannt hat, ist zu erwarten, dass dieser Trend anhält.

Spezielle Umstände erfordern spezielle Bekleidung: Der Designer Adam Harvey hat eine Kollektion drohnensicherer Kleidungsstücke entworfen, die ihre Träger vor den elektronischen Augen bzw. Wärmebildkameras der unbemannten Überwachungsflugzeuge verbergen sollen. Passend zu den Gebieten, in denen sich ein solcher Schutz am dringendsten empfiehlt, gibt es eine Antidrohnen-Burka und ein Anti-Drohnen-Umschlagtuch. Für Männer gibt es eine Anti-Drohnen-Kapuze im Robin-Hood-Stil. Ansehen kann man sich die Sachen auf primitivelondon.co.uk.

Mit der Tarnkleidung (Stealth Wear) will Harvey dazu beitragen, “einigen der dringendsten und ausgeklügeltsten Formen heutiger Überwachung” auszutricksen. Adam Harvey hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie man mit bestimmten Make-up- und Stylingtricks Gesichtserkennungs-Software überlisten kann. Für ihn markiert der Patriot Act von 2001 das Ende der Fotografie – spätestens zu diesem Zeitpunkt sei die Kamera kein Werkzeug mehr, um Kunst zu machen, sondern ein Überwachungsinstrument. Die Herausforderung der Zeit sei es, der allgegenwärtigen Überwachung zu entgehen und sich vor den Maschinen zu verstecken.

Zur Kollektion gehört außerdem ein T-Shirt, das Röntgenstrahlung abschirmt und eine “Aus-Tasche” (Off-Pocket) fürs Handy. Diese soll durch komplette Abschirmung verhindern, dass das Handy überwacht oder geortet werden kann. Das kann auch für Demonstrationen hierzulande sehr praktisch sein – wie sich immer wieder zeigt, wird unter anderem die so genannte Funkzellenabfrage gern genutzt, um mutmaßliche Täter zu finden bzw. zu überwachen – auch wenn hier vor allem massenhaft Daten von Unbeteiligten erfasst werden. Aber wer weiß, wann es sich für die staatlichen Ermittler zu wissen lohnt, wer sich wann wo aufgehalten hat?

Sie sind überall: Überwachungskameras.

Sie sind überall: Überwachungskameras. Diese hier überwacht den Eingang der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen.



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