Anonymous doch schuld an Playstation Network Hack?

Anonymous doch schuld an Playstation Network Hack?
Zwei ehemaligen Anonymous-Mitgliedern nach dürften doch Aktivisten des lose organisierten Netzwerks hinter dem Einbruch in Sonys Kundendatenbank stehen. Vor zwei Wochen erklärte der japanische Konzern, dass über 100 Millionen Kundendaten von PlayStation- und PC-Spielern gestohlen wurden.
Nach dem IT-Forensiker eine von Anonymous gezeichnete Botschaft auf den gehackten Servern fanden, fiel das erste Mal der Verdacht auf das bereits im Vorfeld heftig gegen Sony agierende Netzwerk. Ein schlagender Beweis konnte allerdings nicht erbracht werden, zudem veröffentlichten Anonymous-Mitglieder eine Stellungnahme, wonach man nicht hinter dem Diebstahl stünde. Schließlich wolle man Protestaktionen nur gegen Unternehmen und nicht gegen Konsumenten richten. In den vergangenen Monaten hatten Aktivisten aufgrund einer Klage Sonys gegen einen PS3-Hacker im Zuge der Operation Sony-Kampagne unter anderem Überlastungs-Attacken auf Webseiten des Konzerns abgefeuert und persönliche Daten von Mitarbeitern gestohlen.
Gegenüber der Financial Times erklärten zwei langjährige Mitglieder nun, dass in diesem Fall wohl einzelne Mitglieder (oder ein einzelnes Mitglied) auf eigene Faust gehandelt haben dürften. "Der Hacker, der das getan hat, unterstützte zuvor die OpSony-Bewegung", erklärt einer der Zeugen. Er selbst habe in einem der von Anonymous-Aktivisten genutzten Chatrooms eine Diskussion mitverfolgt, bei dem die Angreifer kurz vor dem Datendiebstahl technische Details zu den Schwachstellen der Sony-Server austauschten.
Ein anderer Hacker, der online unter dem Namen Kayla agiert, erläutert die daraus resultierende Problematik für die restlichen Anonymous-Mitglieder. "Wenn du sagst, dass du Anonymous bist und etwas als Anonymous anstellst, dann war es Anonymous. Nur weil der Rest von Anonymous damit nicht einverstanden ist, heißt das nicht, dass es Anonymous nicht getan hat", so Kayla.
Als Konsequenz aus dem folgenschweren Angriff hatte Sony Ende April das PlayStation Network sowie das Netzwerk von Sony Online Entertainment abstellen müssen. Zur Sicherheit würden die Netzwerke komplett neu aufgebaut und mit stärkeren Sicherheitsmaßnahmen versehen. Neben einer Entschuldigung seitens der Konzernspitze erklärte Sony, jeden Kunden mit 1 Million US-Dollar gegen mögliche Schäde zu versichern. Kreditkarten-Kunden sind indes allerdings schon durch das Zahlungsdienstgesetz gegen Missbrauch geschützt.
Weiters stellte Sony Kunden Entschädigungen in Form von Gratis-Games (zwei PS3- und ein PSP-Game) und Services (ein Monat kostenfreies PS Plus) in Aussicht. Wann das PSN wieder online geht, ist noch nicht bekannt.