Als Schisser um die Welt – Jan Kowalsky über das Reisen

Seid ihr eher der Strandtyp oder doch eher der Abenteuertyp? Handtuch parken und einfach mal in der Sonne braten war gestern! So sieht das zumindest die Frau von Jan Kowalsky. Und daraus ist ein Buch entstanden: 

„Als Schisser um die Welt – Die Geschichte von einem der mitmusste“

Jan Kowalsky - Als Schisser um die Welt

Jan Kowalsky – Als Schisser um die Welt

Jan Kowalsky, Jahrgang 1976, von Beruf Illustrator, ist verheiratet. Mit Sarah. Jan ist eher der bedächtige Typ. Einer der alles durchplant, der jedes mögliche Szenario (insbesondere die Worst-Case-Szenarien) gedanklich durchspielt. Ein Schisser eben. Sarah ist eher der Abenteuertyp. Eine die Hunger auf Erlebnisse hat, die Abenteuer erleben will und jedes Reiseerlebnis wie einen Schwamm aufsaugt. Diese Kombination verspricht objektiv betrachtet erstmal keine erlebnisreichen Reisen. Und doch hat dieses Paar die Welt gesehen. Der Schisser, anfangs panisch und manchmal am Rand zur Verzweiflung, hat die Welt gesehen und ist nun gar kein richtiger Schisser mehr.

Diese Verwandlung kann man nachlesen, auf 314 Seiten hat Jan Kowalsky seine Reiseerlebnisse niedergeschrieben. Gewürzt mit Illustrationen seiner besten Momente. Von  Bali über Afrika hin zu Australien – jeder Kontinent sorgte für ein Stück weniger Schisser-Dasein. Denn Sarah, die Frau des Autors, liebt Fernreisen. Er liebt seine Frau. Sie hat Spaß und er hat ein Problem.

Ich habe oftmals laut lachen müssen, nicht nur aufgrund der Texte, sondern auch weil ich mir bildlich vorstellen konnte wie die Situation aussah. So werdet ihr beim Lesen dieses Buches nicht nur jede Menge Spaß haben, ihr werdet auch Entdeckungen machen. Zum Beispiel den Anti-Malaria Schlafanzug. Oder die Feststellung, dass es tatsächlich Menschen gibt, die mit Socken (ja, SOCKEN!) am Strand liegen. Natürlich dürfen luftige Höhen nicht fehlen, der Ausblick mag grandios gewesen sein, aber den Weg auf den Löwenfelsen hätte ich auch nicht geschafft. Die Reiseerlebnisse sind wirklich lustig geschrieben, auch wenn der Ernst der Sache immer wieder durchscheint.

In den Verschnaufpausen zwischen den Fernreisen,lernt der Leser auch den Doktor mit dem sagenhaften Doppelnamen kennen. Er muss theoretische Infektionen mit Viren die extrem selten sind genauso prophylaktisch behandeln wie potentielle Bisse von Haien in den Hintern. Nicht zu vergessen die Panik vor Malaria. Auch die Schwiegereltern leisten keine Hilfe, ganz im Gegenteil: Der Schwiegervater, gestandener Hesse, saß mal in der Türkei im Gefängnis. Der Grund für diesen durchaus nicht erstrebenswerten Aufenthalt, sorgt für Horrorvorstellungen beim Autor. Die Eltern von Jan Kowalsky hingegen sind das komplette Gegenteil. 15 Jahre Dänemark. Immer derselbe Ort. Abenteuerlust sieht anders aus.

Das Buch ist lesenswert, nicht nur weil die Erlebnisse des Ehepaars Kowalsky zum Schreien komisch sind, auch nicht weil die Illustrationen wirklich sehenswert sind. Nein, es ist lesenswert, weil es für Menschen mit Panikattacken, Ängsten und Zweifeln zeigt, dass genau diese Dinge bewältigt werden können. Auch für Partner von Menschen mit Neigung zur Panik ist es empfehlenswert, weil wohl nur selten das Gefühlsleben und das Gedankenkarussell so offen beschrieben werden. Und der große Bonus obendrauf: Die Reiseerlebnisse bieten auch Anhaltspunkte zu Orten und Sehenswürdigkeiten die bei einem eigenen Besuch nicht ausgelassen werden sollten. Es sei denn, ihr könnt die Chinesische Mauer ohne pinkeln zu müssen ablaufen :)

Jan Kowalsky
Als Schisser um die Welt: Die Geschichte von einem, der mitmusste
Goldmann Verlag
ISBN 978-3442158041
8,99 € (Softcover)


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