Als ich zehn war


Lutz fragt, wie das war, als ich zehn war. Irgendwie ist das keines der Lebensjahre, das mir besonders in Erinnerung geblieben wäre, zu dem ich auf Anhieb etwas zu erzählen wüsste. Also eines kann ich sagen: damals hat es sich zumindest nicht sehr besonders angefühlt. Das, was wir heute aus unserer Erwachsenensicht als so einen wichtigen Meilenstein sehen, dieses erste Jahrzehnt, mit dem ein Stück Kindheit endet, man zum Teenager wird, Pubertät beginnt, Weichen für die Zukunft gestellt werden … Kam mir in meinem damaligen kindlichen Ich keineswegs wichtig noch erwähnenswert  vor.

An eins kann ich mich dann aber mit etwas Nachdenken gut erinnern: es handelt sich quasi um die erste „Irritation“ – nennen wir es mal so – mit einem Vorgesetzten. Mit meinem Klassenlehrer nämlich. Als Zehnjährige war ich Viertklässlerin und es ging  um den Übertritt ans Gymnasium. Waren meine Noten in der Dritten sehr gut gewesen hab ich in der Vierten gefaulenzt. Das konnte und wollte mein Lehrer, der gleichzeitig Schuldirektor war, nicht akzeptieren. Hat meine armen Eltern zu sich bestellt, um ihnen den Ernst der Lage klarzumachen. Mit wenig Erfolg, denn meine Eltern waren auch damals schon der Überzeugung: wenn sie nicht wirklich will, dann muss sie nicht. Sie kannten meinen Dickschädel schließlich ein paar Jahre länger.

Als „Strafe“ für mein Leistungstief hat er mir mehrfach in der Klasse meine verschlechterten Noten vorgehalten – weder meine Mitschüler noch ich konnten wirklich nachvollziehen, wieso eine 2 in Deutsch (Vorjahresvergleich 1) oder eine 3 in Mathe (einen Test vorher eine 2) ihn in solche Aufregung versetzte. Teil 2 seiner Maßnahmen war dann,  dass ich bei der Verabschiedung des äußert beliebten Pfarrers nicht wie geplant ein langes Gedicht allein aufsagen musste, sondern halb-halb mit meiner damals besten Freundin. Hm. Also, er hat es zumindest als Bestrafung „verkauft“. Eigentlich hat er mir damit natürlich einen riesengroßen Gefallen getan.  Denn so standen wir zu zweit vor einer ganzen Halle, gefüllt mit Erwachsenen, alle sich wichtig nehmenden Gästen. Wir beide, ordentlich aufgebretzelt, im farblich aufeinander abgepassten Dirndl, mit zurechtgemachten Haaren … Allein hätt ich mir in die Hose gemacht, zu zweit haben wir das recht gut hinbekommen. Jawoll.

Im nachhinein ist mit klar: er hat als Erster erkannt, dass mir vieles zufliegt, ich also in manchen Bereichen nicht so viel lernen musste wie andere. Mir aber der Ehrgeiz fehlt, das in meine schwachen Fächer zu investieren, um dort besser zu werden. Interessant, dass mich mein „nur“ gutes Übertrittszeugnis dann selbst gewurmt hat, zum Jahresende hab ich die Grundschule mit einem Einser-Schnitt verlassen. Aber wie auch im seitherigen Leben: Vorgesetzte finden selten die passenden Methoden, meine Leistung zu verbessern. Das muss aus mir selber kommen.

Danke für den schönen Impuls zum Zurückdenken, hier und hier finden sich gesammelte lesenswerte Erinnerungen von so ganz unterschiedlichen Zehnjährigen.


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