Allein unter Schildkröten von Marit Kaldhol

Allein unter Schildkröten von Marit Kaldhol Inhalt:

Allein unter Schildkröten ist ein Jugendroman aus Norwegen, der unter anderem für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 nominiert war und die Geschichte von Mikke erzählt. Während seine Mutter mit ihrem Freund Urlaub in Chile macht, verbringt Mikke die meiste Zeit damit, einsam vor dem PC zu sitzen, interessante biologische Fakten zu sammeln und Tagebuch zu schreiben. Er geht nicht mehr zu Schule, ignoriert seine Freundin und bekommt seine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle ...

Figuren:

Mikke ist eine sehr schwierige Person, die ich ehrlich gesagt nicht immer verstehen konnte. Er wirkt sehr unnahbar und die Tatsache, dass er sich selbst über seine Gefühle nicht im Klaren ist, macht es dem Leser schwer, ihn einzuschätzen und sich in ihn hineinzuversetzen.

Nach einem dramatischen Ereignis (etwa bei der Hälfte des Buches) ist Allein unter Schildkröten nicht mehr aus Mikkes Sicht, sondern aus der seiner Mutter geschrieben. In diese wiederum konnte ich mich problemlos hineinfühlen, weil sie längst nicht so verschlossen war wie ihr Sohn.

Ganz am Ende kommen noch andere Charaktere zu Wort, was für ein schönes rundes Ende gesorgt hat.

Stil und Sprache:

Das Buch besteht nahezu ausschließlich aus unterschiedlich langen Tagebucheinträgen. Während einige gerade mal wenige Zeilen lang sind, umfassen andere immerhin zwei Seiten. Mich hat diese Form nicht gestört, wobei es mich offen gestanden auch nicht gerade begeistert hat, denn dadurch wirkt Mikke noch distanzierter und undurchsichtiger als ohnehin schon. Der Schreibstil an sich allerdings lässt gut lesen.

Handlung/Idee:

In Allein unter Schildkröten passiert nicht besonders viel, da sich das Buch vor allem auf die Gedanken von Mikke und die Gefühle seiner Mutter konzentriert. Mikke schreibt zwar hin und wieder davon, was in seiner Umgebung passiert, allerdings hat das mit ihm selbst nicht viel zu tun und man hat auch den Eindruck, dass ihn diese Dinge nicht sonderlich berühren. Das einzige, was ihn begeistern kann, sind Fakten zu Meeresschildkröten oder andere biologische Erkenntnisse, die er in seinem Tagebuch auch sehr ausführlich beschreibt.

Bis auf diese Einträge, die mit der Handlung selbst ja kaum etwas zu tun haben, erfährt man leider kaum etwas und am Ende blieben auch viel zu viele wichtige Fragen unbeantwortet, was schade ist.

Obwohl hinter dieser Geschichte keine besondere neue Idee steckt, ist es an sich wirklich ungewöhnlich und mit nichts zu vergleichen, das ich bisher gelesen habe.

Fazit:

Ein Roman, der Eindruck hinterlässt und dessen ungewöhnlicher Protagonist im Gedächtnis bleibt.

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Der Buchtrailer:

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