All Eyez on Me

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All Eyez on Me

3Biopic

Alle schauen auf ihn und sollen auf ihn schauen, sagt der Hauptcharakter und verrät damit indirekt das Kalkül des Regisseurs. Benny Booms Kinobiografie über Tupac Shakur ist allerdings in mehrerer Hinsicht zum Weggucken.

Die Optik changiert zwischen einem der Musikvideos, die zu Booms Arbeitsroutine zählen, und Vorabendserie. Ein überforderter Hauptdarsteller und evasier Plot tun das Übrige, damit sich das kurze Leben des Protagonisten auf der Leinwand verdammt lang anfühlt. Die Uninspiriertheit der Inszenierung steht in krassem Kontrast zur Kreativität des ikonischen Rappers, Schauspielers und Musikproduzenten, dessen letztes Album für den Filmtitel herhalten muss. Die Vereinnahmung von Shakurs Werk ist trotz der ostentativen Mythologisierung leicht als kommerzialistischer Schachzug durchschaubar.

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Die offenkundige Profitorientierung ist nur eine der eklatanten Schwächen eines Films, der die künstlerische und psychologische Komplexität eines faszinierenden Charakters in das Stereotyp eines charmanten Bad Boys zwängt. Die zähen 140 Minuten Laufzeit übergehen die biografischen Brüche des Musikers. Stattdessen vermarktet Boom die Hip-Hop-Version der Mär vom talentierten Heißsporn (Demetrius Shipp Jr.), der einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Suge Knight (Dominic L. Santana) eingeht. Der Preis ist tödlich. Statt politischer oder soziologischer Einsicht geht es um melodramatische Einstellungen. Was die Tat oder die Figuren allgemein motivieren könnte, interessieren nicht. Im Gegensatz zum theatralischen Potenzial der wahren Begebenheiten.

Unglücklicherweise ist das Drehbuchautoren-Trio weniger begabt als Shakespeare, der ständig zitiert wird. Sein Name ist das Signalwort für literarische Bildung, der Machiavellis das für politisches Interesse. Dass Shakurs Sozialbewusstsein ein guter Grund war, dass Mächtigere als die East-Coast-Rivalen Interesse an seinem Verschwinden hatten, tipp nur eine Warnung seiner Mutter (Danai Gurira) an. Provokative Systemkritik ist Marketing-Gift, heißt es bezeichnend: „Die Leute wollen unterhalten werden.“ Getreu diesem Motto arbeitet Boom die pathetischen Episoden ab, die statt Authentizität und Kontroverse bloß Stereotypen abbilden. Das unwürdige Porträt ist das eines austauschbaren Poster-Stars – und damit denkbar weit weg von dem wahren Menschen.

Regie: Benny Boom, Drehbuch: Jeremy Haft, Eddie Gonzalez, Steven Bagatourian, Darsteller: Demetrius Shipp Jr., Danai Gurira, Kat Graham, Dominic L. Santana, Jamal Woolard, Filmlänge: 139 Minuten, Kinostart: 16.06.2017


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Autor

Lida Bach

 
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