Aladdin

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Aladdin

4Komödie

Ist denn schon wieder Golfkrieg? Noch nicht, aber das Warten hat für alle Fans schöngefärbter US-Amerikanisierung der arabischen Welt trotzdem ein Ende.

Disneys neustes Recycling erscheint als dramaturgischer Gegenentwurf zu Tim Burtons Dumbo, der die Urstory radikal abwandelte. Inspirationslos und fortschrittsrenitent, verbannt Disney jede Innovation aus Guy Ritchies inszenatorischem Malen-nach-Zahlen. Als Ziffern auf den dramatischen Leerstellen dienen knallbunte Gesangnummern, die den papierdünnen Plot auf über zwei Stunden strecken: „ … it’s barbaric chaotic but, hey, it’s home!

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Dass es sogar der umstrittene Titelsong Arabian Nights moderat angepasst in die Realversion schafft, bezeugt zugleich deren Inspirationsmangel und Fortschrittsrenitenz. Die bereits für die 90er verstaubten Rollenklischees, das karikatureske Zerrbild der abgebildeten Lebensrealität und die beiläufige Akzeptanz von Unterdrückung, Diktatur und Gewaltrecht sind unter fadenscheiniger Retusche allesamt intakt. Paradoxerweise fast Grund zum Aufatmen: Wenigstens haben die Drehbuchautoren diese Negativaspekte des Originals nicht verschlimmert. Dafür andere. So ist Prinzessin Jasmin (unterfordert: Naomi Scott) hilfloser, ängstlicher und männermotivierter.

In echt noch ätzender ist an erster Stelle der praktisch jede Szene physisch und verbal beherrschende Genie (Will Smith). Nervigkeit ist das einzige markante Charakteristikum des angestrengten Exotismus-Musicals. Action und CGI-Tiere können den Mangel an Spannung, Humor und romantischer Chemie zwischen dem übermenschlich geschickten Titelcharakter (Mena Massoud) und der pseudoemanzipierten Prinzessin nicht ausfüllen. Wie Genie Aladdin erklärt: Zauberprunk ist äußerlich, innen drin ist er weiter derselbe. Wohl wahr – und in diesem Fall kein Kompliment.

Regie: Guy Ritchie, Drehbuch: John August, Guy Ritchie, Besetzung: Billy Magnussen, Will Smith, Naomi Scott, Nasim Pedrad, Mena Massoud, Marwan Kenzari, Filmlänge: 128 Minuten, Kinostart: 23.05.2019

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Lida Bach

 

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