#90daysofaccountability – Review meiner Challenge

90 Tage Sport. Jeden Tag. Mein Ziel: Konsequenz. Den Sport wieder zur Gewohnheit zu machen. Für mich. Denn ich hatte in der ersten Jahreshälfte viele Ausreden gefunden, mich an manchen Tagen doch nicht mehr aufzuraffen, obwohl ich doch weiß, wie gut Sport mir tut.  

Im Mai startete ich meine Challenge, inspiriert von einer Fitnessinfluencerin aus Neuseeland, der ich schon ein paar Jahre auf Instagram folge. Sie hatte nämlich im Januar genau diese Challenge für sich selbst ins Leben gerufen – zwar mit einem ganz anderen Ziel, aber mit genauso viel Disziplin und Durchhaltevermögen wie ich es von mir während meiner Challenge erwartete.

90 Tage. So lange dauert es angeblich, eine Gewohnheit zum »Lifestyle« zu machen. Eine Gewohnheit so in den Alltag zu integrieren, dass man nicht mehr darüber nachdenkt, sondern einfach macht.

#90daysofaccountability – Review meiner Challenge

Dieses Gefühl hat sich bei mir tatsächlich schon sehr viel früher eingestellt. Wann genau, weiß ich nicht mehr, aber zwischen Tag 60 und Tag 70 wurde es mir klar.

Denn ich überlegte tatsächlich, aufzuhören.

Was war passiert?

High Intensity Interval Training löst im Körper Stress aus. Guten Stress zwar, der uns insgesamt leistungsfähiger macht, und der dabei hilft, in stressigen Situationen besser damit umzugehen. Aber eben Stress, vor allem auch auf hormoneller Ebene. Und ich hatte das Gefühl, dass sich in meinem Körper ein hormonelles Ungleichgewicht einstellte: Meine Periode ließ jeden Monat ein paar Tage länger auf sich warten. Dazu kamen Schlafprobleme, ein aufgedunsener Unterbauch und latente Unzufriedenheit darüber, dass ich nach 60 Tagen Disziplin noch keine positive Veränderung an meinem Körper feststellen ließ. Ich zweifelte an der Challenge.

Die häufige Frage nach dem Restday ebenfalls. Denn ja: Der Restday ist wichtig. Auch für die positiven Ergebnisse. Natürlich hatte ich nicht an jedem Tag gleich intensiv trainiert, ich hatte durchaus auch sehr seichte Tage dazwischen und durch die Abwechslung der unterschiedlichen Trainings sogar das Gefühl, meine individuelle Tagesform und mein Energielevel immer gut einschätzen zu können und zu berücksichtigen. Es gab also Tage, die waren nah dran am Restday. Aber irgendwie fühlten die sich dann auch so an, als würde ich meine eigene Challenge torpedieren und nur so tun, als würde ich Sport machen.

»I did for the selfie« wurde zum geflügelten Wort. Und manchmal war das der einzige Druck, den es brauchte, um eben doch weiterzumachen.

Das klingt jetzt schlimmer, als es war. Denn ich hatte ja trotzdem an den allermeisten Tagen Spaß. Am Sport sowieso, daran konnten die Beobachtungen eh nichts ändern.

Und außerdem brachte mir die Challenge so viel Gutes.

In erster Linie natürlich: Kontinuität. Einen festen Termin mit mir selbst. Für mich selbst.

Und Motivation. Die Motivation, dranzubleiben, und mir selber zu beweisen, dass es möglich ist. Dass ich mir die Zeit nehmen kann, wenn ich es will.

Natürlich gab es Tage, an denen es schwieriger war. Und an denen mein Workout in die späten Abendstunden rutschte, was mit Einschränkungen einherging: keine Sprünge, keine intensiven Einheiten, die die Nachbarn belästigen. Aber man wird kreativ. Und es gibt genug Trainings, die ohne Sprünge und Nachbarschaftsbelästigung auskommen.

Selbstverständlichkeit. Nicht mehr fragen, OB ich heute noch Sport mache. Sondern nur: WANN? Und dieses Commitment, das mir v.a. auch das Mysore Program im Yoga Studio abverlangte, das ich während meiner Challenge gebucht hatte.

Prioritäten setzen. Ein Thema, mit dem ich seit Jahren struggle. Weil ich immer alles auf einmal und am liebsten alles zu 100 Prozent machen will. Das geht nicht. Theoretisch weiß ich das auch. Die Challenge hat mir dabei geholfen, ein paar Entscheidungen hinsichtlich Prioritäten zu fällen, indem sie mir gezeigt hat, dass man etwas viel leichter schafft, wenn man sich mit ziemlich viel Power hinter nur eine statt gefühlt hundert Aufgaben klemmt.

Meine Tipps, falls du auch mal eine solche Challenge angehen willst:

Abwechslung. Erst vor ein paar Tagen las ich bei einem anderen Account, dass man nicht jeden Tag 100 Prozent geben kann, wenn man sich einem Training für jeden Tag verschreibt. Darunter leidet dann das Training nach kurzer Zeit, weil sich dieses Level einfach nicht aufrecht erhalten lässt. Besser also unterschiedliche Workouts kombinieren, die mal mehr und mal weniger fordern, mal mehr körperlich, mal mehr mental, mal kurz und knackig, mal entspannt und dafür mit Fokus auf Technik. Die Abwechslung von HIIT, STRONG by Zumba, Powerbands, Freeletics und Yoga war für mich perfekt, um mich nie zu langweilen und dranzubleiben.

Feste Termine. Das heißt nicht, dass man sich jeden Tag einen festen Termin blocken muss, um das Training unterzubringen. Aber wenn man ein paar Termine in der Woche – vielleicht sogar mit Freunden – festmacht, hat man an diesen Tagen auf keinen Fall eine Ausrede. Für mich waren das natürlich meine Kurse im Hochschulsport und das Training mit meinem Xletix-Team, in dem wir uns zehn Wochen lang auf unseren Hindernislauf in der kommenden Woche vorbereitet haben.

Unterstützung. Egal, ob es ein Kurs/eine Gruppe ist, ein Sportsbuddy, der mit dir ins Fitti geht, oder ob es dein Partner oder Mitbewohner ist, der dir immer wieder sagt »Nicht aufgeben!«, »Hast du heute schon Sport gemacht?« oder »Hey, du bist schon so weit gekommen, jetzt schaffst du die paar Tage auch noch!« – Unterstützung ist einfach so viel wert. Das habe ich immer wieder gemerkt, wenn ich vor meinen Teilnehmern stand, mit „meinen Jungs“ für den Lauf trainiert habe, oder vom Mann damit aufgezogen wurde, noch Sport machen zu müssen.

#90daysofaccountability – Review meiner Challenge

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