69. Nachschlag

In diesem Jahr gab es 634 Bewerbungen, davon 46 Lyrikeinsendungen.

Der Hintergrund der Teilnehmer ist ähnlich: Die Autoren sind akademisch gebildet, die Hälfte hat schon verschiedene Preise gewonnen, ein Drittel studiert literarisches Schreiben, und ein Drittel hat in verschiedenen Ländern gelebt. Bevor sie lesen, werden die Autoren von den Lektoren als Mentoren vorgestellt. Dass die zu lesenden Texte zuvor auch schon interpretiert werden, irritierte etwas – lustig allerdings, dass die Mentoren die zu lesenden Texte oft mit ähnlichen Worten charakterisierten.

Es macht Spaß, zum open mike zu gehen, sich die jeweils 15-minütigen Texte anzuhören, in den Pausen herumzustehen und über das Gehörte nachzudenken, in dieser Umgebung auf andere Gedanken zu kommen, zu überlegen, wieso einem etwas gut oder nicht so gut gefällt.

Oder auch, was für einen Einfluss zum Beispiel der jeweilige Sitzplatz auf die Wahrnehmung der Texte hatte – die ersten Autoren hörte ich weit entfernt von der Bühne, auf dem Boden sitzend, die nächsten ganz nah in der ersten Reihe und am Sonntag im Rang wie Ägyptens König auf alles snobistisch herabblickend. Das war am angenehmsten.

Komischerweise beeinflusste der Sitzplatz zwar das Wohlbefinden, aber nicht unbedingt das Urteil über die Texte: Viele, die man etwas bedrängt direkt vor der Bühne gehört hatte, fand man trotzdem toll, wie etwa die seltsame, äußerst präzise Matrosenlyrik des 1989 in der Ukraine geborenen Autors Yevgeniy Breyger, den Auftritt des späteren Preisträgers Martin Piekar, des einzigen Autors, der popkulturelle Zeichen zwischen queer und Grufti trug und ein wenig an den Sänger Antony Hegarty erinnerte. / Detlef Kuhlbrodt, taz



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