50plus – Eine Geschichte voller Missverständnisse

Was haben Edmund Stoiber und Nina Hagen gemein? Oder was verbindet Uschi Glas mit Alice Schwarzer? Nicht viel, möchte man meinen. Außer natürlich, dass sie marketingtechnisch zur selben Zielgruppe gehören. „50plus“ oder „Best Ager“ werden diese von nach Euphemismen heischenden Werbeexperten betitelt. Doch mir scheint, der neue Boom der Baby-Boomer ist in Wirklichkeit eine Fehlzündung. Oder, besser gesagt, eine Geschichte voller Missverständnisse.
Missverständnis Nummer 1:
Alle Menschen über 50 lesen nur noch die Apothekenumschau und fühlen sich von Werbespots wie diesem angesprochen:

Missverständnis Nummer 2:
Menschen über 50 verstehen keinen Humor und finden deshalb auch diese Anzeige überhaupt nicht lustig:
50plus – Eine Geschichte voller Missverständnisse
Missverständnis Nummer 3:
Es gibt eine Zielgruppe 50plus.
Die gibt es natürlich nicht. Genauso wenig wie eine Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Demographisch definierte Zielgruppen sind Schnee von gestern. Da können Streuverluste kaum verhindert werden, um mal im Bild zu bleiben. Nein, es geht nicht ums Alter sondern um die Werte und Lebensstile. Die gilt es herauszufinden. Für konservative Politiker genauso wie für junggebliebene Feministinnen jenseits der 50.


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