49. Schmerz und Wollust

Sein lyrisches Werk, nie zu trennen von seinem geistlichen, stellt ihn [Friedrich Spee] auf eine Stufe mit den größten seiner Zeitgenossen, Paul Gerhardt, Simon Dach und Paul Fleming.

In seiner Sammlung „Trutz Nachtigall“, an der er jahrelang komponierte und feilte, übertrug er Formen und Motive erotischer Dichtung auf theologische Stoffe, in der Verbindung von Schmerz und Wollust eine hochmerkwürdige Kombination aus dem Hohen Lied, der Schäferlyrik und der Passion Christi.

Aber auch seine metaphernschöne Naturlyrik begeisterte Leser von Clemens Brentano, der einige Texte von Spee in sein „Knaben Wunderhorn“ übernahm, bis zu Heinrich Böll. Uns späten Nachfahren am bekanntesten ist gewiss das adventliche Kirchenlied „O Heiland, reiß die Himmel auf“. / Michael Kleeberg, Die Welt

 



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