3. Der Lyrik eine Chance

Gedichtbände erscheinen in der Regel in einer Auflage von 100 bis 1000 Exemplaren, nach einer Umfrage aus dem Jahr 2005 hat jeder zweite Deutsche mit Lyrik wenig im Sinn und Geld verdienen lässt sich mit Poesie ohnehin nicht – nach Angaben des Börsenblattes des Deutschen Buchhandels gingen im Jahr 2009 nur 1,2 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland im Bereich der Belletristik auf Lyrik und Dramatik zurück. Für viele Menschen ist Lyrik offenbar immer noch ein „Spielball durchgeknallter Eigenbrötler“, wie es die Literaturkritikerin Dorothea von Törne kürzlich nannte.

Tatsächlich ist das aber nur die eine Seite der Medaille. Während die Gedichtbände oft wie Blei in den Regalen der Buchhändler liegen, erfreuen sich inszenierte Lyrikabende, Lesungen, Aufführungen nach wie vor großer Beliebtheit. Und das liegt nicht allein an dem Phänomen Poetry Slam. Ein Stück weit folgt das Konstanzer Kulturbüro jetzt diesem Trend, wenn es vom 19. bis 24. November das erste Konstanzer Poesiefestival „dichter dran. Auf den Versen junger Lyrik“ ausrichtet. „Wir wollen die große Bandbreite der gegenwärtigen Lyrik zeigen“, sagt Angelika Braumann, Leiterin des Kulturbüros. …

„Wir wollen der Lyrik die Chance geben, aus ihrem sonst üblichen Schattendasein herauszutreten“, sagt Braumann und hat mit ihrem Team mehr als 20 Autorinnen und Autoren eingeladen, um in Konstanz an sechs Abenden zu lesen und sich auch auszutauschen. Die junge Lyrik soll dabei im Mittelpunkt stehen, wobei die Macher jung nicht an das Alter der Autoren binden, sondern im Sinne von „frisch und zeitgeistig“ verstehen wollen.

Auch der Literaturwissenschaftler Klaus Oettinger hat den Unterschied zwischen ausverkauften Leseabenden und unverkauften Gedichtbänden beobachtet. Er sieht das nicht als Widerspruch, sondern nur als Konsequenz aus dem Verhalten des Publikums, das Aufführungen mehr schätzt als stille Lektüre. Oettinger stellt lakonisch fest: „Früher gab es Verse, die hat man einmal gehört und nie wieder vergessen. Heute behält man eher den vortragenden Typen in Erinnerung als den Inhalt des Textes.“*) Der Konstanzer Professor beschäftigt sich schon lange mit der Lyrik. Anders als noch vor Jahren gebe es heute keine Gruppen oder klar zu umreißende Strömungen mehr. Dichter wie Durs Grünbein seien Einzelkünstler, „gewissermaßen Unikate“, so Oettinger*). / MICHAEL LÜNSTROTH, Südkurier 26.10.


*) Na wenns der Professor sagt…



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