3. Bretonisches Tagebuch – Erquy, 16.08.2011

Erquy Plage

Manches ist fest verankert und geht nicht mehr weg. Bleibt, auch wenn sich drumherum alles ändert.

Ich und on the road.

Durch die letzten Wochen habe ich mich förmlich gekämpft. Jetzt bin ich da, wo ich sein wollte. Unterwegs in bekannten Gefilden. Les plages de ma jeunesse. Vor genau 41 Jahren war ich zum ersten Mal hier, dann wieder 1971.

Ich suche nach Namen, Gesichtern, Geschichten, Gefühlen von damals. So richtig will mir das nicht gelingen. Einen kurzen Augenblick erliege ich der Versuchung, zu errechnen, wie viele Fluten und Ebben über diesen Strand in der Zwischenzeit hinweggegangen sind. „Lass es, du hast Urlaub!!“ Eine schallend lachende, innere Stimme ruft mich zur Unvernunft auf. Recht hat sie.

So folge ich ihr wie im Sand den Fußspuren einer Schuhgröße von etwa 42. Der Himmel ist leicht bewölkt und die Sonne findet nicht immer einen Weg durch die Verschleierung hindurch.

Die letzte Nacht habe ich auf einem Campingplatz in der Nähe von Cap Frehel zugebracht. Eine schöne Anlage in Terrassen angelegt. Leider fehlte mir zum absoluten  Glück ein Adapter für die Stromzufuhr. Für 7,50 € hat sich dieser Notstand dank eines Pro Brico Markt inzwischen erledigt.

Um 13:30 Uhr bin ich zunächst happy, den vorletzten Stellplatz auf einem extra für Wohnmobile ausgewiesenen Areal direkt am Strand von Erquy zu ergattern.

Als ich jedoch vom Bummel durch die sandige Notalgie auf den gänzlich aus grauem Asphalt bestehenden Platz zurück in mein fahrbares Domizil zurückkehre und diese leichte Depression, hier jetzt die Nacht verbringen zu sollen, selbst nach zwei Vanillejoghurt gar nicht aufhören will, stecke ich kurzerhand den Zündschlüssel ins dafür vorgesehene Schloss, glühe den Dieselmotor vor, starte mein treues Gefährt und rolle von dannen, ein paar Kilometer Fahrt und ich steuere den nächsten Campingplatz an säuberlich parzelliert (der ADAC Campingführer dürfte seine Freude hieran haben) mit Stromanschluss und ganz heißen Duschen.

Internetzugang gibt’s wohl auch, das werde ich in Bälde gleich testen.

Die Hacksteaks warten gut gekühlt im Frigo, genauso wie eine Flasche Muscadet.

Mein Laptop fungiert zusätzlich noch als Jukebox. Kurzum: Jetzt geht’s mir allerbest.



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