28. Tages Dichter

Keine drei Monate ist es her, dass der unglückliche „Krone“-Dichter Wolf Martin gestorben ist, da mehren sich die Anzeichen dafür, dass sein Handwerk – Poesie zu Themen des Tages – auf höherem Niveau eine Renaissance erlebt. Zuerst hat Günter Grass uns über die „Süddeutsche Zeitung“ mit den Gedichten „Was gesagt werden muss“ und „Europas Schande“ versorgt; nun folgt Hans Magnus Enzensberger in der „FAZ“ mit einem Gedicht, das eine große Frage zum Titel hat: „Warum wiegt etwas etwas und nicht vielmehr nichts?“

Es geht, erraten, um die am 4. Juli vom Forschungszentrum CERN verkündete Beobachtung eines Elementarteilchens. „Sagenumwoben wie einst das Einhorn“, schreibt Enzensberger, „ist das Geschöpf, das ihre Namen (der Physiker Bose und Higgs, Anm.) trägt: das Higgs-Boson, denn so heißt es. Ein Gottesteilchen, sagen die Spötter.“ / Thomas Kramar, Die Presse



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