21. Dezember 2010, WIR, 5.44 Uhr

„Wir …?“
„Ja!“
„Hör mal, das ist …“
„ … eine gute Idee!“
„Nein, das ist eine mehr als beschissene Idee. Wir werden das nicht machen.“
„Es wird uns als Gruppe verändern. Es wird jeden einzelnen von uns verändern.“
„Das kann schon gut sein. Wir werden uns in Eisblöcke verwandeln.“
„Du glaubst eben nicht an die Gruppe.“
„Ich glaube nicht an das Wetter. Wir werden erfrieren. – Gott, Johann, sieh doch mal da raus.“
„Du spaltest die Gruppe. Du zerstörst die Idee unserer Gruppe.“
„Ich denke an unsere Gesundheit.“
„Fragen wir doch …, komm her, Frieda, was …“
„Du tust mir weh!“
„Das wollte ich nicht. Tut mir leid. Also, Frieda, was hältst du von der Idee.“
„Das ist eine idiotische Idee. Ich werde da nicht …“
„Ach, es ist also eine idiotische Idee. Danke. Vielen Dank. Ihr kotzt mich alle an. Dann werde ich es also alleine tun.“
„Lass das, Johann!“
„Nein, ihr könnt mich nicht aufhalten. Feige Bande.“
„Zieh dich wieder an, Johann!“
„JOHANN!“
„Er geht raus. Er geht tatsächlich nackt raus. Er tut es.“
„Ja, denn ich bin frei. Ich kann tun, was ich will. Und heute werde ich einen Spaziergang machen, nackt, keine Kleidung, keine Fesseln, ein Akt, der mich verändern wird.“
„Wir werden die Polizei rufen.“
„Ich habe nichts anderes von euch erwartet. Verräter!“
„Was macht er?“
„Er stampft durch den Schnee rüber zum Einkaufszentrum.“
„Er ist verrückt geworden, er ist eindeutig verrückt geworden.“
„Wir rufen jetzt die Polizei.“
„Und wie?“
„Hat den keiner ein Handy?“
„Die haben wir doch alle im Wald verbuddelt. Das war auch Johanns Idee.“
„Fuck!“
„Hier …“
„Susie?“
„Ich habe ein Handy.“
„Warum hast du ein Handy?“
„Beeil dich! Er umarmt gerade eine alte Frau.“
„Ich …“
„Ist ja auch egal. Das darf Johann aber nie erfahren. Sonst ist der Teufel los.“
„Ruf an, ruf doch endlich an.“
„Und wenn wir dann auch Ärger bekommen?“
„Was macht er jetzt?“
„Er pinkelt auf die Straße.“
„Verflucht!“
„Wir wissen einfach nichts davon. Könnten wir denn nicht die Ahnungslosen spielen.“
„Und wenn er erfriert?“
„Er ist hart, er wird nicht erfrieren. Sieh ihn dir doch an. Er ist wie ein kleiner Junge. Er spielt nur.“
„Vielleicht hast du recht. Vielleicht sollten wir einfach nur abwarten.“
„Ich habe ganz bestimmt recht.“
„Gib mir das Buch.“
„Dieses?“
„Egal. Ich setzte mich hier hin und lese. Ich weiß von nichts. Wir werden ganz überrascht sein, egal, was auch passiert, wir werden einfach ganz überrascht sein.“
„Ja, das werden wir.“
„Ja!“



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