# 192 - Lange Gespräche mit Gott

Axel Hacke ist den Lesern der Süddeutschen Zeitung
# 192 - Lange Gespräche mit Gottals Kolumnist bekannt. Wer seine Bücher gelesen hat, weiß, dass seine Geschichten von absurden Begebenheiten nur so wimmeln. Da macht Die Tage, die ich mit Gott verbrachte keine Ausnahme.

Gott hat Selbstzweifel

Hackes Erzähler ist verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Wenn er tagsüber in seinem Büro ist, hat er Gesellschaft von seinem Büroelefanten. Das handliche Tier war früher in seinem Kopf, wo es ihn vom Arbeiten abgehalten hat. Deshalb hat er ihn kurzerhand dort herausgeholt. Seitdem folgt ihm der Büroelefant beinahe auf Schritt und Tritt, unsichtbar für alle anderen.
Eines Tages sitzt der Erzähler auf einer Bank vor einem Wohnhaus, als sich ein älterer Herr neben ihm Platz nimmt. Aus einem offenen Fenster über ihnen ist ein Streit zu hören. In einer plötzlichen Bewegung schubst der Alte den Erzähler von der Bank, auf die nur einen Augenblick später ein großer Globus prallt, der aus dem geöffneten Fenster geworfen worden ist. Ohne den Einsatz des Seniors hätte der Erzähler von der schweren Kugel erschlagen werden können. Mit diesem Ereignis beginnt der Kontakt zwischen den beiden Männern.
Der alte Herr gibt schon bald zu, dass er derjenige ist, der hier auf der Erde als "Gott" bezeichnet wird. Aber der Erzähler erkennt bald, dass seine Vorstellung von Gott, dem Allmächtigen, ein paar Schönheitsfehler hat. Zunächst zeigt der Alte mit ein paar unterhaltsamen Tricks, was er so drauf hat, aber wenig später geht es ans Eingemachte. Er bringt seinen Gesprächspartner dazu, über sich, sein Leben und sein Verhältnis zu seinem verstorbenen Vater nachzudenken. Dabei bleibt es aber nicht: Gott ist mit sich selbst alles andere als im Reinen, er hadert mit der Entwicklung seiner Schöpfung. Irgendwie ist alles so anders gekommen, als er es sich einmal vorgestellt hatte. Und das, obwohl die Welt, wie wir sie kennen, nicht seine erste war!
Gott ist auch mit dem Verhalten der Menschen ihm gegenüber unzufrieden. Reden sie, wenn sie beten, wirklich zu ihm oder nicht doch eher mit sich selbst? Haben sie an ihm wirklich Interesse?
Auch mit dem Selbstbild, das die Menschen von sich haben, ist er nicht zufrieden. Sie sind schließlich nur ein Nebenprodukt seiner Schöpfung und nehmen sich jetzt viel zu wichtig. "Eines Tages werdet ihr weg sein, aber die Welt wird es immer noch geben", stößt Gott prophetisch aus. 

Lesen?

Das ist nicht die einzige philosophische Betrachtung, die Hacke Gott sagen lässt. Es wird auch um die Notwendigkeit des (augenscheinlich) Bösen gehen, die Gleichgültigkeit, die Überwindung der Angst und den Wert der Freiheit. Jede dieser Überlegungen kommt federleicht daher und ist von Hackes typischem Humor durchzogen. Die Tage, die ich mit Gott verbrachte ist ein im Kern heiteres Buch, das man nach dem Lesen lächelnd, aber auch nachdenklich zuklappt.
Die Tage, die ich mit Gott verbrachte wurde mit sehr schönen Zeichnungen von Michael Sowa illustriert. Das Buch ist im Verlag Antje Kunstmann erschienen und kostet in der gebundenen Ausführung 18 Euro, als Audio-CD 6,46 Euro und als epub- oder Kindle-Edition 14,99 Euro.

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