140. Darmstädter Jury über die Preisträger

Die Jury in ihrer Wertung des Leonce-und-Lena-Preisträgers: „Definitionen von Abend: Engramm eines Karrens / träumende Fördermaschine am Grund eines Sees / den ich lange durchschwamm. Bedeutung, eine / Unterart von Gerümpel, bildet Strände, Lungen. / Die Körper verschwinden im Zeichen …“: heißt es im letzten Gedicht des Zyklus von Steffen Popp, der den Leonce-und-Lena-Preis 2011 erhält. Diese Beschreibung eines Abends als letztem Baustein des Zyklus mit der Gleichsetzung von Bedeutung und Gerümpel enthält die Poetik der Gedichte.
Der Zyklus stellt die Meereslandschaft nicht ins Zeichen einer Schönheit, die als Ordnung und Sublimierung der an der Meeresküste vorgefundenen Materialien erscheint, sondern der Autor entdeckt und untersucht das stoffliche An-Sich-Sein dieser Materialien und sorgt für Rückführung einst missachteter Dinge wie Gestrüpp, Tang, Steine, Salz und Strandgut in die menschliche Betrachtung.
Unsere Fortschrittsskepsis, das Verschwinden von Lebenswelten hat uns sensibilisiert für den Wert von Dingen, die bei Klassizisten wie Lorrain, Poussin oder Hackert keine Chance gehabt hätten. Damit stellt Steffen Popp das Landschaftsgedicht auf neue Grundlagen.“

Zu Jan Volker Röhnert schreibt die Jury: „In Jan Volker Röhnerts Fernsprechwesen der Poesie vergisst sich die Schrift und wird Bild, sprechen wir nie nur mit uns allein, werden uns Leihscheine auf die Welt ausgestellt, zeigt sich uns die Spur der Dinge auf einem Radarschirm, kehren uns die Gedichte ihr Innerstes zu, stehen wir mitten im Tag, haben er, die Zeit und die Bäume eine Logik. Dafür erhält Jan Volker Röhnert einen der beiden Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise 2011.“

„Andre Rudolph hat in seinem Zyklus „die spinne, die liebe, der tod“ ein überzeugendes poetisches Referenzsystem dafür geschaffen, wie Sprache im Akt des Sprechens ihren Sinn verändern und zu einer ebenso komischen wie tragischen Verkettung von Verständnissen führen kann. Damit befindet er sich auf der Höhe moderner Kommunikationstheorien mit der grandiosen Überlegenheit, sie nicht nur behauptet, sondern literarisch dargestellt zu haben. Dafür wird ihm der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2011 zuerkannt“, heißt es in der Würdigung der Jury für Andre Rudolph.



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