100 DVDs in 100 Wochen: Hiroshima, mon amour

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100 DVDs in 100 Wochen: Hiroshima, mon amour

Nummer 72 im Feature 100 DVDs in 100 Wochen war ursprünglich als Dokumentarfilm geplant, wurde aber schließlich Alain Resnais‘ erster Spielfilm: Hiroshima, mon amour. 86 Minuten Schwarz-Weiß, 86 Minuten Fokus auf die poetischen Dialoge der beiden Hauptcharaktere, 86 Minuten sehr französischer Film.

Hiroshima, mon amour kam 1959 auf die Leinwand und behandelt nicht nur den Abwurf der Atombombe über die japanische Stadt Hiroshima, sondern auch die Folgen einer traumatischen Liebesbeziehung zwischen einer Französin und eines deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Die Story ist denkbar einfach: Eine junge Französin (Emmanuelle Riva) dreht in der namensgebenden Stadt einen Antikriegsfilm und beginnt kurz vor ihrem Abflug nach Paris eine leidenschaftliche Affäre mit einem Japaner (Eiji Okada). Alles an ihm lässt sie an ihre große Liebe während des Zweiten Weltkriegs zurückdenken. Somit beginnt durch die intensiven und langen Gespräche der beiden (sowie durch den Aufenthalt an sich) die Aufarbeitung des Erlebten.

1959 waren die Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch greifbar nahe und auch der folgenschwere Abwurf der Atombombe über die Hiroshima war gerade einmal neun Jahre her. Das damalige Aufarbeiten der Schrecken durch Filme wie Hiroshima, mon amour lässt tief in die Seele der Menschheit blicken. Alain Resnais entschied sich letztlich gegen einen Dokumentarfilm und für die Fiktion – Marguerite Duras schrieb den Text, womit sich die literarische Note der Dialoge der beiden Hauptcharaktere auch erklärt.

Genau hier stoßen auch heutige Sehgewohnheiten an ihre Grenzen: Obwohl der Film ein unheimlich interessantes und auch ungemein tragisches Thema behandelt, ist es doch schwer am Ball zu bleiben. Keine Frage, die Ästhetik und die nahezu drängende wirkenden Rückblenden in das kleine französische Dorf während des Zweiten Weltkriegs haben durchaus ihren Impakt – jedoch ist es anstrengend zuzusehen. Vor allem jene Szenen, in welchen man abgekoppelte Bilder zum Gesagten zu sehen bekommt, muten eher eigenartig an.

Somit komme ich auch schon zu meiner Empfehlung: Fans des französischen Films werden Hiroshima, mon amour lieben, während alle anderen wohl etwas unruhig auf der Couch sitzen werden. Das nächste Mal geht es weiter mit Frank Capras Arsen und Spitzenhäubchen.


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Autor

Jeannine Riepl

Aufgabenbereich selbst definiert als: Background-Infosammlerin im Bereich Film und TV. Findet dass “Keine Feier ohne Geier” einer der witzigsten Sätze in der Geschichte des Disney-Films ist.


 
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