1. April 2012, Harte Zeiten für Bankräuber, 10.00 Uhr

1. April 2012, Harte Zeiten für Bankräuber, 10.00 Uhr

Seit den Tagen meiner Kindheit bin ich ein Waffennarr. Ich führe stets einen Revolver mit mir. Schwer ist er und kalt. Meine Hand umschwebt den Hahn, der gespannt darauf lauert, einen Schuss lösen zu dürfen. Banküberfälle, wirft das Schreiben doch nur wenig Münzen in den vor mir liegenden Hut, scheinen mir das Geschäft der Zukunft zu sein. Und weil üben muss, wer ein Meister seines Fachs werden will, stürmte ich in den gestrigen Morgenstunden in die Filiale der hiesigen Sparkasse, den Revolver im Anschlag, um wild damit fuchteln zu können.
Man möge, so schrie ich, sofort alle Barschaft in einen Sack aus Leinen (der mir von der Seraphe extra für diesen Zweck mitgegeben wurde, sollte ich doch nach dem Überfall noch zwei Kilo Kartoffel mit dem “frisch” erworbenen Geld einkaufen) stopfen und mir aushändigen.
Erstaunt musste ich, der sich sonst nie in eine Bank verirrt, weil er eh über keinen finanziellen Mittel verfügt, die verwaltet und investiert werden müssten, feststellen, dass die Sparkasse inzwischen (wie schnell doch die Zeiten vergehen!) keine menschlichen Mitarbeiter (zum Hände-hoch-halten) beschäftigt, wohl aber Maschinen, denen mein Eindringen reichlich egal (um nicht zu sagen: scheißegal!) war.
Mit meine Söhnen (7 und 9) (“Lehrlinge des gepflegten Raubüberfalls”) verließ ich daraufhin frustriert dieses traurige Artefakt der Moderne, dieses in Sichtbeton geschlagene Beweisstück der Entmenschlichung und der fortschreitenden Kälte.
Zum Glück für mich und die Jungs, konnten wir eine Postkutsche stoppen, die, ich konnte es kaum fassen, eine Truhe mit Schokogoldstücken transportierte.
Zwar kann nun wieder einmal nicht die Miete bezahlt werden, wohl aber können wir, kauend und schmatzend, darüber sinnen, wie und wo wir den Revolver, den ich seit Kindertagen besitze, wieder zum Einsatz bringen werden.
Die nächsten Pläne liegen bereits auf dem Tisch. Meine Söhne schlugen vor, es mit Kaugummiautomaten zu versuchen, die, wir befinden uns in der hessischen Provinz, hier noch vereinzelt zu finden sind.
In bunten Farben malten sie mir auf ein Papier all die Schätze, die in einem solchen Nest auf uns warten würden. Goldene Ringe, Uhren ohne Zeiger, dafür aus einem Plastik, dessen Wert sich in Cent berechnen ließe.

1. April 2012, Harte Zeiten für Bankräuber, 10.00 Uhr

Eine gute Idee. Ich nicke meinen Söhnen zu, die mit Laserschwertern bewaffnet, zum nächsten Angriff rufen.
Das sind harte Zeiten für Bankräuber und andere Fantasten.



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