Zwölf Anzeichen, dass Ihre Beziehung in Gefahr ist. - Und wie Sie das in 9 Wochen vermutlich ändern könnten.

Und wie Sie das in 9 Wochen vermutlich ändern könnten.

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Neben meiner Tätigkeit als Führungskräftetrainer und Coach arbeite ich auch als Paartherapeut. Mit manchen Paaren arbeite ich nur kurz, etwa zwei oder fünf Sitzungen. Mit anderen Paaren dauert die Zusammenarbeit ein halbes bis ein Jahr, bei etwa monatlichen Sitzungen.

Immer wieder muss ich dabei einem Paar sagen, dass aus meiner Sicht ihre Beziehung zu Ende ist. Meist ist das Paar überrascht oder schockiert oder protestiert heftig. Bisher habe ich leider meistens Recht gehabt.

Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, woran ich zu merken glaube, dass eine Beziehung zu Ende ist. Es müssen ja Dinge oder Konstellationen sein, die das Paar zwar auch sieht, in seiner Bedeutung für die Beziehung - bzw. deren Ende - verleugnet.

Es sind - bis jetzt - zwölf Anzeichen, die mir auffallen:

1. Sie sind lieber bei der Arbeit als zu Hause.

Sind Sie oft erleichtert, wenn Sie morgens das Haus verlassen? Haben Sie öfters ein mulmiges Gefühl im Magen, wenn Sie sich Ihrem Zuhause nähern? Übernehmen Sie freiwillig Überstunden, um nicht mit Ihrem Partner oder der Familie zusammen zu sein?
Dass das zuweilen passiert, wenn es Streit in Ihrer Beziehung gibt, ist normal. Wenn es oft auftritt, ist es ein Warnzeichen, das sie beachten sollten.

2. Ihr Partner hat eine Affäre - und Sie sind erleichtert.

Paar im Bett Problem Seitensprung Affaere bilderbox fotoliaFremdgehen ist für die meisten Beziehungen eine starke Belastung und führt nicht selten zur Trennung, wenn die Hintergründe dazu nicht erkannt und aufgearbeitet werden.

Aber es gibt Beziehungen, in denen der "betrogene" Partner ganz froh ist. Entweder weil aus seiner Sicht der Fremdgeher sich schuldig gemacht hat und man jetzt einen guten Grund hat, sich trennen zu dürfen. Oder weil es schon lange Schwierigkeiten mit der gemeinsamen Sexualität gibt und man jetzt froh ist, dass der andere dieses "Problem" anderweitig löst.

3. Ohne Kinder wären Sie längst getrennt.

Wenn ein Paar nur wegen der Kinder zusammen bleibt, ist das eine schwerwiegende Entscheidung. Eine wichtige Frage ist, ob das wirklich zum Wohl der Kinder ist, da diese ja täglich mitbekommen, dass zwischen den Eltern meist wenig Zärtlichkeit oder Erotik zu spüren ist. Manchmal ist es auch die Angst vor den drohenden Konflikten oder der Aussicht, als Alleinerziehende/r mit Kind/ern zu leben.

Zuweilen erinnern Menschen auch, wenn ich sie über die Ehe ihrer Eltern befrage, einen Ausspruch wie: "Ohne Euch Kinder hätte ich damals Karriere gemacht und würde mein eigenes Geld verdienen!" Solche Botschaften wirken immer als schwere Hypotheken und sind ein Opfer, das man schwer wiedergutmachen kann.

4. Sie würden Ihren Partner nicht noch einmal wählen.

Das ist immer die Gretchenfrage. Wenn Sie die Frage verneinen, zeigt das meist, dass Sie enttäuscht von Ihrer Beziehung sind aber nicht den Mut haben, sich zu trennen und statt dessen ausharren.

Es weist meist auch daraufhin, dass Sie Ihre Bedürfnisse und Gefühle nicht sehr ernst nehmen, sondern sich nach anderen Werten richten.

5. Sie haben wiederholt Phantasien, dass Ihr Partner verunglückt oder stirbt.

"Wenn einer von uns stirbt, ziehe ich in eine kleine Wohnung in Italien."

Im Unbewussten zeigen sich oft unterdrückte Wünsche und Motive, die man mit dem Verstand weit von sich weisen würde. Unglücksphantasien, die den Partner betreffen, werden oft als Angst oder Sorge von dem Betreffenden interpretiert.

Treten sie öfter auf, können sie aber auch einen unterdrückten Wunsch bedeuten, denn diese Phantasie hat ja einen sehr aggressiven Charakter.

In diesem Fall können Sie sich fragen, was dann für Sie anders wäre. Die Gefühle und Bedürfnisse, die dann auftauchen, sind wahrscheinlich diejenigen, die in Ihrer Partnerschaft zu kurz kommen bzw. Sie sich nicht erlauben.

6. Sie haben eine längere Affäre und können sich nicht entscheiden.

Problem mit Sex marin-conic-fotoliacomFremdgehen ist für fast jede Beziehung eine starke Belastung. Den Fehltritt möglichst bald mitzuteilen und mit der Partnerin gemeinsam zu besprechen, ist meist der beste Weg, erfordert aber großen Mut.

Deswegen verheimlichen die meisten Menschen eine Affäre. Wenn man dadurch erkennt, was einem in der Partnerschaft schon lange fehlt und sieht man keine Chancen, dies dort zu erleben, kann eine Trennung der beste Weg sein.

Wer bei einer längeren Affäre weder die Partnerschaft noch die Affäre beenden will, hat damit die Hauptbeziehung beendet. Kann jemand sich gut verstellen, mag das nach außen hin niemand merken. Doch der innere seelische Preis des Verrats ist hoch.

Wie man mit so einer schwierigen Situation besser umgehen kann, habe ich in diesem eBook beschrieben.

7. Körperliche Berührung mit Ihrem Partner ist Ihnen unangenehm.

Die Paarbeziehung basiert zu einem großen Teil auf der erotisch-sexuellen Anziehung. Gleichzeitig ist dieser Bereich der Partnerschaft sehr störungssensibel. Lieblosigkeiten, Kränkungen und Verletzungen, die nicht ausgeräumt wurden oder bagatellisiert wurden, melden sich oft als Lustlosigkeit wieder zurück.

Ist Ihnen das Berühren oder Berührtwerden mit dem Partner unangenehm oder sogar abstoßend - und war das zwischen Ihnen einmal ganz anders, ist es wohl ein ernstes Zeichen, das ein wichtiger Teil von Ihnen sich aus der Beziehung verabschiedet hat.

8. Sie genießen die Zeit mit Ihrem Kind mehr als mit Ihrem Partner.

Für ein Paar ist es nicht immer leicht, ein "Drittes" in die Beziehung zu integrieren, selbst wenn dies ein gewünschtes Kind ist. Denn die gesamte Beziehungsdynamik, die Aufgaben, die bisherigen Verhaltensroutinen ändern sich. Bestehen deutliche Unzufriedenheiten in der Beziehung kann es sein, dass diese durch das Kind kompensiert werden.

Das kann mit einem Kleinkind, mit dem man eine Mutter so schön schmusen kann, genauso passieren, wie mit der dreizehnjährigen Tochter, mit der der Vater abends auf dem Balkon tiefsinnige Gespräche führt, während Mutti in der Küche werkelt.

9. Auf die Frage "Lieben Sie Ihren Partner?" müssen Sie lange nachdenken.

Das ist die zweite Gretchenfrage, die entscheidet, ob Sie noch eine Liebesbeziehung führen oder schon eine Geschäftsbeziehung.

Die Frage ist deshalb wichtig, weil jede Partnerbeziehung ambivalent ist. Einiges am Anderen mag man, einiges nicht so und ein paar Sachen sind schwer auszuhalten. Was einem dabei hilft, dass unterm Strich die Bilanz doch positiv ist, ist allein die Liebe.

Liebe kann man sich nicht verdienen oder erarbeiten, sie ist im Wesentlichen ein Geschenk, das zwei Menschen sich machen mit ihrem Sein, wie sie eben sind.

10. Sie halten mehr zu Ihren Eltern als zu Ihrem Partner.

Über die Wichtigkeit der Ablösung von den eigenen Eltern für das Erwachsensein habe ich ja ein ganzes Buch geschrieben. Eine Partnerschaft braucht es aus meiner Sicht, dass beide Partner den anderen an die erste Stelle setzen.

Deswegen muss man, wenn Kinder da sind, dafür sorgen, dass es Zeiten gibt, wo beide sich auch als Paar erleben. Deswegen sind Affären gefährlich. Und wem in Entscheidungssituationen mehr das Wohl der Mutter als das der Ehefrau am Herzen liegt und sich dementsprechend verhält (für Frauen gilt natürlich dasselbe) hat sich gegen die Paarbeziehung entschieden.

11. Den Ton, den  Sie zu Hause haben, würden Sie sich im Büro nie erlauben.

Kaum zu Hause angekommen, schimpfen manche Ehemänner lauthals herum oder mäkeln an allem und jedem - und sind aber den ganzen Tag im Büro die nettesten und zuvorkommendsten Zeitgenossen.

Vorhaltungen oder Kommentare, die die Ehefrau ihrem Gatten macht, würde sie so nie bei ihrer besten Freundin machen.

Zwar hat die Definition "Familie ist, wo man dich kennt und dich trotzdem hereinlassen muss" ihre Gültigkeit - aber auch ihre Grenzen. Wer sich daheim schlechter aufführt als im Beruf, hat den Respekt verloren.

12. Sie treffen wichtige Entscheidungen, ohne sie mit Ihrem Partner zu besprechen.

Frau lässt sich scheidenDie Vorteile einer Paarbeziehung bezahlt man mit dem Verlust der umfassenden Unabhängigkeit. Lebt man allein, kann mein sein Geld ausgeben, wofür man will und spontan Urlaube buchen ohne jemand Bescheid zu sagen.

Ganz vieles absprechen und verhandeln zu müssen fällt manchen Partnern schwer. Sie wundern sich dann, der Partner über das spontan gebuchte Wellnesswochenende mit der Freundin oder  über die plötzliche Ausgabe für eine HiFi-Anlage oder ein neues Mountainbike sich nicht mitfreut.

Meist steckt dahinter die Angst vor Auseinandersetzungen, bei denen man befürchtet, sich nicht durchsetzen zu können.

Was tun, wenn Sie eines oder mehrere Anzeichen in Ihrer Partnerschaft entdecken?

Es gibt mehrere Möglichkeiten.

  • Sie zeigen Ihrem Partner diesen Artikel.
    Seine Reaktion sagt Ihnen schon viel über den Zustand Ihrer Beziehung. Reagiert er erschrocken, betroffen oder interessiert und fragt Sie, was Sie darüber denken - Glückwunsch! Sie haben gute Chancen.
    Reagiert er ablehnend, uninteressiert oder wird wütend - schade. Ihre Beziehung ist in keinem guten Zustand. Aber das wussten Sie auch schon vorher.
  • Sie sprechen mit Ihrem Partner über Ihre Beziehung.
    Das ist zwar nicht immer leicht aber der einzige Weg, wie zwei Erwachsene etwas regeln können. Falls Sie sich dabei schnell in Monologe oder gegenseitige Schuldzuweisungen verstricken sollten, probieren Sie die Form des Zwiegesprächs.
  • Sie suchen sich professionelle Unterstützung.
    Paarkonflikte haben auch meist etwas mit den jeweiligen Beziehungserfahrungen zu tun, die jeder aus seiner Herkunftsfamilie mitbringt. Zu denen hat man meist keinen leichten Zugang. Ein/e erfahrene/r Paartherapeut/in kann da meist in wenigen Sitzungen Licht hineinbringen, was hinter Ihren Konflikten liegt.
  • Sie tun nichts und machen so weiter.
    Das ist vollkommen in Ordnung, denn das tun die meisten Paare. Früher oder später wird sich Ihre Beziehung dann wahrscheinlich in eine Wohngemeinschaft verwandeln.

    Das ist eine sehr häufige Beziehungsform, wenn man offene oder verdeckte Unstimmigkeiten nicht löst. Auf der Strecke bleibt dabei vor allem die Sexualität.Wohngemeinschaften, meist zum Zwecke der Kinderaufzucht oder Hypothekentilgung, können sehr dauerhaft sein.

    Vorausgesetzt, keiner bricht aus und verliebt sich in einen anderen. Letztlich zeigt dies ja dann auch, dass für Sie persönlich der Nutzen, den Sie durch die Beziehung haben größer ist als der Preis, den Sie dafür zahlen.

Es ist immer dasselbe Muster.

Hinter jeder gescheiterten Beziehung steht dasselbe Muster: ein Totalverlust an emotionaler Bindung und Nähe.

Diese Entfremdung passiert nicht über Nacht, sondern früh und immer wieder in Handlungen und gescheiterten Gesprächen. Dann werden Aufmerksamkeiten und Zärtlichkeiten weniger, dann wird der Sex weniger. Dann ist es schon ziemlich spät.

Diese emotionale Entfremdung führt oft zum Fremdgehen. Man lernt zufällig jemand kennen und die Woge an Interesse, Zuwendung und Aufmerksamkeit des anderen überrollt den Menschen, der in der Partnerschaft schon lange vor sich hintrocknet.

Die auf eine Affäre oft folgende Trennung ist somit kein spontaner Entschluss. Schon lange vorher gibt es unzählige Anzeichen, dass etwas nicht stimmt.

Kann man diesen Verlust an emotionaler Bindung verhindern?

Ja und nein.

Miteinander sprechen hilft. Ist aber nicht einfach, denn allzu gerät man in den Strudel der tausendmal geäußerten Vorwürfe und Rechtfertigungen. Und vor allem auch: worüber sollten wir denn sprechen?

cover_bestepartner_schrägMeine Empfehlung:

Bestellen Sie meinen eMail-Kurs "Ziemlich beste Partner".
Er besteht aus 9 Lektionen. Jede Woche bekommen Sie eine Lektion als PDF. Auf Wunsch auch als MP3-Datei, die Sie sich auf Ihrem PC oder Smartphone anhören können.

In jeder Lektion wird ein wichtiges Thema von Partnerschaft behandelt und Sie bekommen Impulse und Anregungen, wie das in Ihrer Beziehung ist. Und eine konkrete Empfehlung, die Sie ausprobieren und umsetzen können.

Den Kurs machen Sie am besten mit Ihrem Partner zusammen, indem Sie ihn getrennt lesen und dann darüber ins Gespräch kommen. Natürlich können Sie den Kurs auch allein machen, um mehr Klarheit über Ihre Partnerschaft zu bekommen.

Der eMail-Kurs "Ziemlich beste Partner" wurde schon knapp 300 Mal bestellt. Er hat schon vielen Paaren geholfen, ein Remake Ihrer einstmals glücklichen Liebe zu beginnen.

Lesen Sie hier die Feedbacks von Paaren, wie ihnen der Kurs dabei geholfen hat.

Die erste Lektion gibt es hier kostenlos.

PS: Diesen Artikel schrieb ich im Juni 2009. Weil er einer der meistgelesenen ist und viele Kommentare enthält, hole ich ihn hier noch einmal nach vorne.

kommentarWas ist Ihre Meinung zu diesen Anzeichen?
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Foto: © Bilderbox - Fotolia.com

Zwölf Anzeichen, dass Ihre Beziehung in Gefahr ist. - Und wie Sie das in 9 Wochen vermutlich ändern könnten.

Hier schreibt: Roland Kopp-Wichmann

Bloggt hier wöchentlich seit Juli 2005. Leitet intensive Persönlichkeitsseminare: 6 TN, 3 Tage, 1 Coach. Schreibt Bücher, eBooks und eMail-Kurse. Zeichnet jetzt sogar Cartoons.

  • Zwölf Anzeichen, dass Ihre Beziehung in Gefahr ist. - Und wie Sie das in 9 Wochen vermutlich ändern könnten.
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