Zwillingsspiel - Markus Stromiedel

Von Auglia
Zwillingsspiel
Markus Stromiedel, Juni 08
Droemer/Knaur, ISBN: 978-3426634462
Seiten: 432
Über den Autor:
Markus Stromiedel schrieb als Journalist für die ZEIT und die "Frankfurter Rundschau", bevor er in die Filmbranche wechselte. Er war Chefdramaturg bei der Bavaria Film, Creative-Producer für Columbia TriStar und Writing-Producer für Studio Hamburg. Seit 1999 schreibt er als freier Autor Drehbücher. Seither entstanden die Bücher für viele erfolgreiche Krimis und Fernsehfilme (u.a. "Tatort", "Der Staatsanwalt", "Stubbe: Von Fall zu Fall"). Er lebt in Bonn. "Zwillingsspiel" ist sein erster Roman.
Kurzbeschreibung:
Berlin wird von einem Terroranschlag erschüttert: Eine Explosion auf dem S-Bahnhof Savignyplatz zerfetzt sieben Menschen, darunter die Tochter eines prominenten Regierungsberaters. Kommissar Paul Selig wird mit den Ermittlungen beauftragt - zu seinem großen Erstaunen, denn eigentlich ist er alles andere als ein Erfolgsmensch: melancholisch, zögerlich, introvertiert. Daran ist seine Zwillingsschwester Lisa nicht ganz unschuldig, die von Kindesbeinen an kaum eine Gelegenheit ausgelassen hat, ihren Bruder zum Verlierer zu stempeln. Bei seinen Ermittlungen stößt Selig auf zahlreiche Ungereimtheiten. Sollte er den Fall etwa bekommen haben, weil man ihm die Aufklärung nicht zutraut? Aber wer könnte ein Interesse daran haben, die Wahrheit unter Verschluss zu halten?
Auglia's Rezension:
Auf "Zwillingsspiel" von Markus Stormiedel bin ich eher zufällig gestoßen: In einer Buchhandlung fiel mir "Feuertaufe" auf, jedoch ist dies das zweite Buch von Markus Stromiedel. Ich befürchtete daher, dass es nicht möglich ist zuerst "Feuertaufe" zu lesen und entschied mich dann für "Zwillingsspiel".
Die Themen, die Markus Stromiedel für sein erster Buch ausgewählt hat, sind interessant, das sie im normalen Alltag auch eine Rolle spielen: Terrorismus, Politik/Politiker und ihre Machenschaften...Diese Themen werden im Buch auch gut geschildert und ausgiebig behandelt. Im Mittelpunkt dieser Themen stehen Paul Selig, seine Mitarbeiter und seine Zwillingsschwester. Das Buch beschäftigt sich aber nicht nur mit obengenannten Themen, sondern geht auch dem Schicksal der Zwillinge näher auf die Spur.
Beginnen tut das Buch in Berlin: Am S-Bahnhof Savignyplatz explodiert eine Bombe und sieben Menschen werden dabei getötet. Dieses Szenario wird dem Leser ausführlich beschrieben, teilweise zu ausführlich. Auch Paul Selig, der als Polizist diesen Tatort inspiziert, ist sichtlich geschockt. Er soll den Fall lösen, er, der die niedrigsten Aufklärungsquoten hat.
Pauls Schwester Lisa ist da schon erfolgreicher: Sie ist die Beraterin des Inneministers und will noch höher hinaus. Für die Partei des Innenministers sieht es schlecht aus und so schreckt diese vor Nichts zurück, sie setzt sogar unlautere Mittel ein. Lisa steckt da ebenfalls mit drin.
Spannung fehlt im Buch leider die meiste Zeit, da Vieles einfach zu vorhersehbar ist, leider. Die Charaktere wirken aber authentisch und glaubhaft. Paul löst bei vielen Lesern eine Art Mitleidsgefühl aus, man würde ihm als Leser mal einen Erfolg gönnen. Lisa hingegen ist bei Leser eher eine Person, die man bewundern kann, zumindest anfangs. Beide Protagonisten entwicklen sich weiter.
Die Beschreibungen des Politikgeschehens sind interessant und es scheint, als ob ein Fünkchen Wahrheit darin zu finden sei. Dennoch kann das Buch den Leser nicht wirklich fesseln, die Spannung fehlt durch die Vorhersehbarkeit vieler Dinge. Nur interessante Charaktere machen noch kein gutes Buch.
"Zwillingsspiel" könnte man sich mehr als Fernseh-Film vorstellen, man merkt während es Lesens, dass der Autor Drehbücher schreibt, denn am Ende einiger Kapitel wird dem Leser mehr gesagt als der Protagonist weiß. Diese Art der Informationsweitergabe kommt einfach in Filmen besser rüber bzw. man kann damit mehr spielen.
Fazit: "Zwillingsspiel" ist ein Polit-Thriller, der sich mehr für's Fernsehen eignet
Ich vergebe 3 von 5 Sternen.