Zweite Weihnacht auf Kuba

Zweite Weihnacht auf Kuba Letztes Jahr habe ich über die Sensation berichtet, dass im größten Kaufhaus der Innenstadt ein Weihnachtsbaum zu sehen war. Dieses Jahr gibt es fast überall Weihnachtsbäume oder anderen Schmuck in allen Abstufungen von geschmackvoll (eher selten) bis nordamerikanisch-kitschig (eher häufig). Sogar die kleine Bäckerei, wo wir immer unsere Brötchen kaufen, ist geschmückt: Eine Luftschlange ist an die Wand hinter dem Tresen genagelt. In den Kirchen wird der Weihnachtsbaum (aus Plastik, gerne mit blinkenden Lämpchen) schon Mitte Dezember aufgestellt. Das alles kommt mir recht komisch vor, denn auf Kuba sind alle Bäume das ganze Jahr über grün, im Moment ist es zwar etwas kühler, aber Temperaturen unter 5 Grad plus kommen in Havanna nie vor, nicht einmal am frühen Morgen. Das „weiße Zeugs“ zu Füßen des Weihnachtsmannes auf dem Foto ist für den Kubaner also unbekannt, und „Merry Christmas“ kann er sowieso nicht aussprechen.
Das Interesse für die deutsche Art, Weihnachten zu feiern, ist groß: Dienstag habe ich einen Vortrag vor einer Pfarrgemeinde auf dem Land gehalten, die erste Frage im Anschluss lautete, wie denn Weihnachten in Deutschland gefeiert würde. Eine Sängerin unseres Kirchenchores, hat mich vor der Christmette nach dem Text von „Noche de Paz“ auf Deutsch gefragt. Der Leser und die Leserin wird sich wohl denken können, welches international bekannte deutsche (bzw. österreichische) Weihnachtslied sich hinter dem spanischen Titel „Nacht des Friedens“ verbirgt. In Deutschland finde ich es ja immer sehr kitschig, aber es hier in der Christmette auf Deutsch zu hören, war dann doch schön. (Siehe auch das Weihnachtsfest in Peramiho vor drei Jahren.)



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