Zwei-Wochen-Rückblick. Oder: Warum mich meine Kinder nunmehr ihre kleine Berghutze nennen.

Weiberfastnacht: Kurz vor Karneval drehten sie auf:

Meine Schüler klauen beim AI*di Schnaps, geben sich in der Mittagspause die Kante und reihern den Schulhof voll, nachdem sie sich gegenseitig den Finger in den Hals gesteckt haben. Einer hat geistesgegenwärtig den Krankenwagen gerufen. … Ich hätte gerne mal gewusst, wie oft der RTW schon bei uns anrücken musste. Die gute Nachricht ist: Alle haben sowohl Alkohol wie auch den Polizeikontakt überlebt und dürfen nun zwei Wochen Schulabstinenz genießen.

Was jahrelang unmöglich schien, wird nun sogar eingefordert: Die Kinder wollen WANDERN!

Ok, genauer gesagt, will nur der Teenager wandern. Maxe kommt vermutlich mit, weil es Picknick gibt, und der Rest opfert sich der Familie. Nach zwei Stunden Herumirren im Zickzackmarsch auf matschigen Feldern fanden wir unser Ziel und krochen erklommen die letzten 900 Meter im 80°-Winkel. Aber es hat sich gelohnt: Abends um 19 Uhr lagen alle Jungs in ihren Betten und hörten Hörbücher. Ich denke, das wird nun unser neues Hobby!

Karnevalssonntag! Alaaf!

Miesmutige Mammuts, süße Babyeinhörner im Tragetuch, besoffene Prinzessinen und dreitausend Tonnen Billigsüßigkeiten – das fasst unseren Besuch in unsererem ehemaligen Wohnviertel ganz gut zusammen. Wir hielten sogar durch, bis wir die Müllwagen sahen, und dann wollten wir alle ganz schnell nach Hause, Süßkram sortieren und – man errät es fast nicht: Hörbücher hören! „Rumo“ ist gerade hoch im Kurs und überhaupt: Zamonien! Seitdem sie das hören, nennen mich meine Kinder liebevoll „ihre kleine Berghutze“.

Rosenmontag

Dank technischen Medien und den drei Tonnen Kamelle konnte ich am Montag ALLE Klassenarbeiten und Tests korrigieren! Alaaf! Erst am Dienstag trauten wir uns wieder aus dem Haus. Ratti hat nämlich Haarausfall und einen dicken Tumor am Hintern, aber die Fachhändlerin meinte, solange sie fresse und glänzende Augen habe, gehe es ihr gut. Die Kinder beschlossen, Ratti im Fall der Fälle auf dem Berg unserer letzten Wanderung zu begraben. „Da, vor der Kapelle!“ Wir sind ja eher so pragmatisch.

Diese Schulwoche war nur kurz,

reichte zeitlich aber aus, um diversen Schüler*innen lustige Streiche zu ermöglichen: Einen RiesenphaIIus auf die Wand vor mein Klassenzimmer zu malen zum Beispiel, einen Schüler mit Klaustrophobie im Schulklo einzusperren, zwei Handys zu klauen oder einen Schüler auf dem Schulklo zu filmen. Und die Regenpfützen im Flur vor meinem Klassenzimmer füttern den Schimmel, der langsam die Wände hochkriecht.

Lerneifer

Sohni, der im nächsten Schuljahr auf die weiterführende Schule wechseln wird, lernt schon eifrig Englisch, weil er vor diesem Fach die meiste Angst hat. „Mama, Englisch ist gar nicht so schwer, ich habe mir das viel schlimmer vorgestellt!“ „Ja, mein Sohn“, erkläre ich, „das Grundschulenglisch ist halt total unsystematisch, du lernst halt gerne systematisch.“ Während seine Brüder einen Großteil ihrer Kreativität und Energie darauf verwenden, um HIMMELS WILLEN kein Wort zu viel zu lernen, lernt Sohni tatsächlich gerne. Seinen Eselsbrücken kann ich allerdings nicht immer ganz folgen:

„Thursday“ geht zum Beispiel so: Urs heißt auf lateinisch Bär, Käptn Blaubär ist ein Bär, Donnerstag ist Käptn-Blaubär-Tag, also heißt Donnerstag auf Englisch T-h-urs-day. So einfach ist das. (Es war noch komplizierter, aber das konnte ich mir nicht merken.) Zum Ausgleich macht die Grundschule dem lernfreudigen Schüler Druck:

„Mama!“, rief Sohni voller Panik und mit Tränen in den Augen am Freitag, als ich aus der Schule kam, „Frau Platzer hat gesagt, ihr* müsst bei der weiterführenden Schule anrufen und denen Druck machen, sonst bekomme ich keinen Schulplatz und dann muss ich in der vierten Klasse bleiben!“

*wir Eltern

Liebe Frau Platzer, unser Sohn nimmt solche Aussagen wörtlich und hat nun wirklich Angst, der weltweit erste und einzige Schüler zu sein, der in der vierten Klasse verbleibt, weil seine Eltern es nicht gebacken bekommen haben, ihn auf der weiterführenden Schule anzumelden. Die weiterführende Schule, die wir brav noch einmal angerufen haben, hat uns im übrigen gesagt, dass die Entscheidung erst in drei bis vier Wochen gefällt wird.


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