Zurück in die Vergangenheit – Wieder Venedig?

Von Berlinerbande @berlinerbande

Zurück in die Vergangenheit – Die Bloggeraktion #TZR600“ so der Name, der Bloggeraktion von Teilzeitreisender zum 600 Bericht, der online gegangen ist – herzlichen Glückwunsch liebe Janett!!! Wenn ich daran denke, als Du mir von der Idee erzählt hast und wie wir überlegt haben, ob es überhaupt umsetzbar sein wird. Ob Irgendjemand die Berichte lesen würde. Und nun das! So toll! Freu mich unheimlich für Dich, dass Deine Idee damals genau die Richtige war!!! Aber darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen

Janett hat Blogger aufgerufen, eine Zeitreise zu unternehmen, sich daran zu erinnern, welche ganz besonderen (Reise-)Momente es in ihrem Leben gab und im Rahmen der Bloggeraktion alle daran teilhaben zu lassen.

Nun ja – als allererstes fiel mir Venedig ein.

Ich dachte jedoch so bei mir: nein – nicht schon wieder Venedig. Da muss es doch auch noch etwas Anderes geben. Ich habe überlegt und überlegt. Kam jedoch immer wieder zu meiner absoluten Lieblingsstadt zurück. Und doch… während ich hier sitze und anfangen will über Venedig zu schwärmen, kommen mir Bilder von einer anderen Stadt vor die Augen, die mich auch gefangen nahm und die ich auf jeden Fall noch einmal besuchen werde:

Regensburg

Ich hab ja schon mal erzählt, dass es eine Menge komischer Blicke und Kommentare gab, als ich bekanntgab, dass ein Bayer mein Herz erobert hat. Und auch er hat so einige dumme Sprüche mitbekommen. So von wegen ausgerechnet eine Frau aus Preußen.

Vor meiner ersten Reise nach Regensburg war ich ziemlich aufgeregt. Ich war noch niemals davor (bewußt) in Bayern. Durchgefahren ja, aber so richtig ein paar Tage – nein. Und so hatte ich meine ganz eigene Vorstellung von der Gegend und den Menschen dort. Bis auf zwei kannte ich ja da noch Niemanden weiter. Und diese Beiden sprachen meistens hochdeutsch, damit ich sie verstehen kann.

Ich also das erste Mal per Mitfahrzentrale.

Das war schon aufregend. Würde das Auto kommen? Was für Menschen würden mich auf ca. 8 Stunden Fahrt begleiten? Ziemlich spannend alles. Nun ja… das Auto war nicht das Größte und für uns fünf Insassen doch recht klein. Aber wir übten uns in Kuscheln und machten das Beste aus der Fahrt. In Erinnerung ist mir eigentlich nur der Fahrer und die junge Frau auf dem Beifahrersitz geblieben. Beide Studenten und augenscheinlich befreundet. Er eher so der Nerd, schlank, mit Brille und immer einer Denkerstirn. Sie Modelmaße und blond. Ja – das meine ich genauso, wie Ihr jetzt denkt. Beide voll nett – kein Thema. Das Besondere war, dass das Mädel sich die ganze Zeit liebevoll um sein Wohl gesorgt hat. Alle paar Minuten ging das: „Hans-Peter, möchtest Du etwas trinken?“ oder „Hans-Peter, möchtest Du etwas essen? Ich habe noch das und das.“ und „Hans-Peter, ist Dir auch nicht zu warm? Soll ich die Heizung herunterdrehen?“. Hans-Peter war aber auch immer ganz brav und hat sich etwas von ihr geben lassen. Diese Konversation allein war die Reise schon wert. So viel Unterhaltung hatte ich danach nie wieder auf der Strecke. Naja – außer mit den Jungs, die von der Polizei angehalten wurden und nach Betäubungsmitteln und Waffen durchsucht wurden. War ne krasse Situation. Einer war wohl auch nicht so ganz „astrein“. Den haben die Polizeiboys lieber gleich mal mitgenommen. Bei der Weiterfahrt war in unserem Auto dann auch noch zu hören: „Na ein Glück, dass die da und da nicht reingeschaut haben!“. Ich wurde immer kleiner und hoffte, dass wir ohne weitere Unterbrechung nach Hause kommen. Doch auch darum sollte es hier doch gar nicht gehen…

Wo sind die Berge?

Genau das habe ich mich gefragt auf dieser ersten Fahrt nach Bayern. Ich war der festen Überzeugung, dass mich so voll das Gebirge empfangen wird und ich aus dem rauf- und runterklettern nicht mehr herauskommen würde. Aber nein – da gab´s keine mega hohen Berge. Woher kommt nur meine Meinung, dass Bayern ein einziges Gebirge ist? Ich weiß es bis heute nicht. Doch…

Zurück zu Regensburg

Ich liebe Berlin. Das Großstadtgewusel. Die Touristen. Das Chaos. Die unterschiedlichen Stadtviertel. Und ja auch den Dreck, denn das alles ist Berlin.

Regensburg ist da ganz anders.

Eine wunderschöne Altstadt, in der Autos zwar teilweise fahren dürfen, es aber auch stille kleine Gässchen gibt, in denen man ohne Hindernisse spazieren gehen kann. Regensburg ist eine junge Stadt – in Bezug auf ihre Einwohner. Da große Universitätsstadt sind es hauptsächlich Studenten, die das Stadtbild bevölkern. Und im Laufe der Zeit hat sich die Stadt entsprechend angepasst: kleine Bars, Clubs, Biergärten, in denen jeder genau das findet, was er sucht.

Apropos Biergarten

Regensburg bietet nicht nur dieses herrliche Altstadtflair, sondern hat durch die Donau dieses ganz Besondere, dass ich an wasserreichen Städten so liebe. Am Ufer stehen, liegen, sitzen und die Seele baumeln lassen. Gibt es etwas Schöneres???

Und an einem dieser Ufer liegt für mich der schönste Biergarten der Welt: der Spitalgarten. Sicher, weil es der Erste war, in dem ich bei meinen Besuchen in Regensburg gelandet bin. Und weil ich dort gelernt habe, dass es doch gut ist, einen Einheimischen dabei zu haben, wenn man die Sprache nicht versteht. Und genau das ist passiert, als die Bayern sich das erste Mal „richtig“ unterhalten haben. In diesem Fall Stephan und der Wirt des Spitalgartens. Ich hab bestimmt geschaut wie ein Auto. Und dann spricht mich dieser voll spitzbübisch schauende Herr auch noch an und erzählt mir was vom Mond. Und dann die abschließende Frage: „Host mi?“ Ja – natürlich… selbstverständlich… Ich hab kein Wort verstanden und der Wirt seinen Spaß. Ab da war „ich Mode“, aber das war ok. Wir haben zusammen gelacht und ich – wie die Regensburger – mein Bier im Stein- und nicht im Glaskrug bekommen (und das schmeckt daraus viel besser). Das gemixte Bier (dessen Namen ich nie gelernt habe auszusprechen) war sogar einzigartig. Aber da es nicht auf der Karte stand – nunja – das haben halt nur Einige getrunken 😉

Also ist Regensburg statt Venedig mein besonderes Reiseerlebnis?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Venedig beinhaltet eine ganz eigene, besondere Reise. Bzw. mittlerweile mehrere. Und ich liebe diese Stadt. Wenn es mir möglich wäre, würde ich lieber heute als morgen wieder dorthin.

Regensburg hingegen hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Natürlich durch die Zeit, die ich dort mit Stephan, Michelle und den Jungs verbringen durfte. Doch die Stadt selbst hat so eine Ausstrahlung auf mich, dass ich mich sofort aufgehoben und geborgen gefühlt habe. Und ich bin mir sicher, dass sie dies auch in Zukunft schaffen würde. Und daher möchte ich gerne noch einmal dorthin. Irgendwann. Und ja – die Reise dorthin war eine ganz besondere…