Zur Abwechslung vielleicht mal mit DENKEN versuchen, Herr Prof. Straubhaar?


Von 1999-2006 war Prof. Dr. Thomas Straubhaar Leiter des HWWA. Über dieses Institut erfahren wir in der Wikipedia:
"Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (kurz: HWWA) in Hamburg war ein unabhängiges, staatlich finanziertes wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut mit großer Fachbibliothek und Dokumentation. Das HWWA gehörte bis Ende 2006 zu den sechs großen Wirtschaftsinstituten in der Bundesrepublik Deutschland."
Dieses Institut wurde Ende 2006 aufgelöst; über die Gründe erfahren wir in diesem Kapitel:
"Das HWWA wurde zum 31. Dezember 2006 per Stiftungsauflösungsgesetz aufgelöst."
Über die Gründe für die Auflösung wird dort ebenfalls berichtet; kürzer und knackiger jedoch unter dem Stichwort "HWWI" (meine Hervorhebung):
"Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) wurde 2005 gegründet, um Teile der Forschungsarbeit des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) weiterzuführen, das Ende 2006 aufgrund der Empfehlung des Leibniz-Instituts wegen schlechter Evaluationsergebnisse von der öffentlichen Förderung ausgeschlossen wurde".
Mit anderen Worten: Die wissenschaftliche Leistung des HWWA war dürftig.
Zum Glück hält unser System aber auch für Ökonomen mit wissenschaftlichen schwachen Leistungen ein warmes Plätzchen bereit: Als Speichellecker der Kapitalinteressen kann man sich sogar (oder besser: gerade!) dann vortrefflich nützlich machen, wenn man zentrale ökonomische Mechanismen und Probleme unserer geldgesteuerten, eigentumsbasierten Marktwirtschaft nicht versteht, oder wenn man gewillt ist, auf diesem interessenverminten Felde einem soziopolitisch potentiell subversiven Wissensdrang zu entsagen.
So verwundert es nicht, dass der schweizerische Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Thomas Straubhaar regelmäßig zu denjenigen Themenfeldern seine (häufig phantasievollen) Begründungen abliefert, auf denen sich eine Chance bietet, die deutschen Steuerzahler oder Arbeitnehmer zum Nutzen der Kapitalbesitzer auszuplündern.
Selbstverständlich ist er ein Gegner des Mindestlohns ("Der Mindestlohn schadet den Ärmsten"; "Cicero" 24.10.2013).
Die Lage der Alten in Deutschland malt er in rosigsten Farben: "Altersarmut existiert in Deutschland praktisch nicht." Goldene Generation von Rentnern: "Am Ende droht die Diktatur der Alten" berichtete der Focus am 22.02.2015 über entsprechende Behauptungen von Straubhaar gegenüber der Bild am Sonntag (im Original kostenpflichtig). Was ein Blogger damals wie folgt kommentierte:
"Fakten hat Straubhaar dabei natürlich keine, die er vortragen kann. Stattdessen nur hohle Phrasen wie 'den Rentnern geht es rosig' und 'der überragende Teil der Über-65-Jährigen braucht jenseits von Rente, betrieblicher und eigener Vorsorge keinen weiteren Cent vom Staat, um über die Runden zu kommen.'  ....... natürlich gibt es schon jetzt eklatante Altersarmut in Deutschland. Aber ein Thomas Straubhaar wird dafür bezahlt, das Gegenteil durch den Blätterwald zu brüllen. Würde er das nicht machen, würden die ihn finanzierenden Konzerne (viele übrigens aus der Finanzszene) nämlich rauswerfen. Und deshalb lügt er sich die Welt zusammen, wie es seinen finanzierenden Chefs gefällt.  Hätten wir noch Journalisten hier in Deutschland, würden die auch kurz die offiziellen Zahlen gegenprüfen und die Aussagen von Straubhaar lachend in den Papierkorb werfen."

(Dazu muss man wissen, dass Prof. Straubhaar inzwischen Direktor des HWWI - s. o. - geworden war, und dass dieses Institut von Unternehmen finanziert wird.)
Im Einklang mit der insbesondere von der angelsächsischen Finanzlobby (erfolgreich) betriebenen Inhaftnahme der deutschen Steuerzahler für fremder Völker Schulden propagiert Straubhaar auf Teufel komm raus eine europäische Transferunion. In welche Widersprüche er sich dabei verstrickt, hatte ich bereits am  in meinem Blott "Heißluft aus Hamburg: 'Topökonom' Prof. Dr. Thomas Straubhaar kommentiert die Eurozonenkrise als VolkswiRRt" aufgezeigt. (Siehe auch meinen weiteren eintrag:
"Tuten und Blasen: Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI, ventiliert wilde Börsenverschwörungstheorien. Aber nicht einmal zwischen Insiderhandel und Kursmanipulation kann er unterscheiden!")
Selbstverständlich hat das Heißluftgebläse aus Hamburg (in gewisser Weise "in tune" mit den dortigen Mainstream-Medien wie ZEIT, SPON oder STERN) in diesem Jahr hat er wieder einschlägige "Leistungen" abgeliefert - sowohl im Bereich der Propaganda wie auch bei den Inkonsistenzen.
Noch am 07.07.15 hatte er in seinem Kommentar "Griechenland. Man darf Tsipras nicht ein zweites Mal unterschätzen" die Ziele der (jetzt noch immer bzw. wieder regierenden) Syriza-Partei so eingeschätzt:"..... die weiterhin wahren Absichten der linksradikalen Volksverführer .....: eine Zersetzung des als neoliberal verschrienen Europas von heute und einen fundamentalen Systemwechsel hin zu einer Rückkehr des Sozialismus durch die Hintertür."
Das hinderte ihn aber nicht daran, bereits am 18.08.15 in dem Artikel "Griechenland-Rettung. Die Transferunion ist besser als ihr Ruf" das uneingeschränkte Lob der europäischen Transferunion zu singen:"Die Millionen und später Milliarden, die NRW in früheren Jahren in den Länderfinanzausgleich pumpte, waren gut angelegtes Geld, das deutschlandweit gesehen eine hohe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Dividende abwarf – auch für NRW. Wieso sollte das mit Griechenland und Europa anders werden?"
Doch schon am 05.10.15 nimmt er diese relativ euphorische Beurteilung wieder zurück, wenn er eingesteht: "Südeuropa. Gegen die Euro-Krise war der Aufbau Ost ein Klacks":"Gerade der seit 15 Jahren stagnierende Aufholprozess Ostdeutschlands gegenüber Westdeutschland macht jedoch offensichtlich, dass öffentliches Geld allein nicht in der Lage ist, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu garantieren. Seit die staatlichen Transfers in die neuen Bundesländer nach der Jahrhundertwende geringer wurden, hat der Osten seinen ökonomischen Rückstand gegenüber dem Westen kaum mehr verringern können.Deshalb lautet die Lehre aus der deutschen Wiedervereinigung für Europa: "Staatliche Transfers sind für ökonomische Aufholprozesse notwendig, aber nicht hinreichend." Es bedarf der doppelspurigen Strategie der finanziellen Hilfen und der Schaffung guter Institutionen. (Noch) mehr öffentliches Geld in strukturschwache Regionen zu pumpen kann kurzfristig helfen, Not und Elend, Konjunkturschwäche und Massenarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Für nachhaltiges Wachstum und einen stetigen Aufholprozess zu den besser dastehenden Volkswirtschaften braucht es mehr. Nämlich Rechtsstaatlichkeit, politische Stabilität und marktwirtschaftliche Strukturen. Anders geht es nicht. Diese Einsicht sollte zur Blaupause für (Süd)europa werden!"
Politische Klarheit und Strategie sehen anders aus.Da nimmt es nicht Wunder, dass Prof. Straubhaar auch in der sog. "Flüchtlingskrise" seine argumentativen Achterbahnfahrten absolviert.  Am 01.09.2015 verkündete er das Motto "Prävention ist billiger als Stacheldraht".Mit dem Satz "Nationale Asylpolitik ist zum Scheitern verurteilt" lag er schon damals voll auf Merkel-Linie.Und voll im Einklang mit Merkels (späterer) Politik und mit den Kapitalinteressen, sowie konsistent zu seinen sonstigen Forderungen nach Vergemeinschaftung (Bankenunion, Haftungsunion) steht auch seine Forderung nach Ausweitung der EU-Kompetenzen:
"Klar wird, dass die Zeit der nationalen Migrationspolitik in Europa abgelaufen ist. Deutschland und die übrigen Länder der Europäischen Union müssten schnellstmöglich nach einer Vergemeinschaftung der Flüchtlingspolitik streben." Aber immerhin benannte er damals noch ehrlich die Kosten der Massenimmiggression:
"Wer wirtschaftlich selbst schlecht dasteht oder von staatlicher Hilfe lebt, hat kaum Freude an den Kosten, die mit der Aufnahme von Flüchtlingen verbunden sind. Denn Asylsuchende belasten die ohnehin stets knappen Staatskassen zusätzlich. So, dass weniger öffentliches Geld für andere und anderes zur Verfügung steht, beispielsweise für die Altenpflege, die Arbeitslosen oder strukturschwache Regionen."Darum war sein damaliger Lösungsvorschlag (über dessen Realisierbarkeit ich mich hier nicht verbreiten will):
"Die Verhinderung von Flüchtlingsbewegungen wird die EU viel Geld kosten – deutlich mehr als bisher. Dennoch bleibt Prävention für alle Beteiligten – für Herkunfts- und Aufnahmegesellschaft sowie für die Asylsuchenden – immer noch die billigere und nachhaltigere Problemlösung als Stacheldrahtrollen und Flüchtlingszelte."
 Vierzehn Tage später, am 14.09.2015 war Prof. Straubhaar sogar schon zu der Einsicht gekommen: "Grenzkontrollen. Abschottung ist nicht rassistisch, sondern rational".Bzw., weil bei Straubhaar auf Einsicht kaum zu hoffen ist, müssen wir wohl sagen, dass er einfach der (vermeintlich) geänderten Politik aus dem Kanzlerbunker nachhechelte:
"Deutschland hat wieder Grenzkontrollen eingeführt. So soll der ungebremste Zustrom der Flüchtlinge eingedämmt werden."Satz 2 war natürlich ein (peinlicher) Irrtum; bei den Grenzkontrollen ging es gar nicht um Begrenzung, sondern um (ein klein wenig) Kontrolle, und die vorwiegend lediglich als Sedativum für die deutschen Wähler. Über Straubhaars Naivität kann man daher im Rückblick nur schmunzeln:
"Warum hat die Bundesregierung am Sonntag beschlossen, den in den letzten Jahren auch zum Nutzen Deutschlands im Schengen-Raum gehandhabten freien Grenzverkehr auszusetzen und immense politische, aber auch wirtschaftliche Kosten in Kauf zu nehmen, um zu verhindern, dass (noch) mehr Flüchtlinge kommen, wenn doch mehr Migration besser ist als weniger?"Aber indem er seine (falsche) Einschätzung der damaligen Schein-Wende in der deutschen Immiggressionspolitik [mein Ersatzwort für den faktenwidrigen, aber legitimierenden Begriff "Flüchtlinge"] darlegt, enthüllt er zugleich die Motive für sein argumentatives Gewürge: Er wollte geschützt und sicher (weiterhin) im Windschatten der vermeintlichen Kanzlerin-Linie gründeln.Angesichts deren scheinbarer Kursänderung setzte er nun auf ökonomischen Realismus gegen die (angebliche; ob die tatsächlich so primitiv ist???) ökonomische Theorie (meine Hervorhebung):"Verschiedener Gründe wegen sieht die Praxis ganz anders aus als die Theorie. .....  nicht alle Zuwandernden und auch nicht alle Flüchtlinge [sind] so reibungslos in der Lage, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen, wie das in der Theorie unterstellt wird. Beispielsweise weil sie die Sprache nicht sprechen, die verwendeten Technologien nicht kennen, die rechtlichen Spielregeln oder die gesellschaftlichen und politischen Umgangsformen nicht verstehen. Die durch die Allgemeinheit zu tragenden Integrationskosten dürften dann keine Bagatelle sein, wenn Zuwanderung nicht langsam und vereinzelt, sondern schockartig und in Masse erfolgt. So wie es in den letzten Tagen geschehen ist, wenn zu rasch zu viele Flüchtlinge nach Deutschland drängen. Dann dürfte selbst eine flexible Wirtschaft nicht in der Lage sein, so schnell so viele neue Arbeitsplätze für die Flüchtlinge zu schaffen. ..... wenn innerhalb eines Jahres um die 800.000 Menschen zusätzlich in Deutschland leben sollten – immerhin eine Anzahl, die größer ist als die Einwohnerzahl der Stadt Frankfurt am Main –, wird es auch für ein wohlhabendes Land teuer, die notwendigen Kapazitäten in Kindergärten und Schulen, im Gesundheitswesen oder bei der Infrastruktur aus dem Boden zu stampfen. .....  Die ohnehin stets knappen Staatskassen werden zusätzlich belastet, sodass weniger öffentliches Geld für andere und anderes zur Verfügung steht, beispielsweise für die Altenpflege, die Arbeitslosen oder strukturschwache Regionen. ..... Eine schockartig rasche und starke unbegrenzte Zuwanderung ist nicht nur ein sozioökonomischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Kostenfaktor. Anpassungs-, Integrations- und Infrastrukturkosten machen verständlich, wieso sich ökonomische Theorie und wirtschaftspolitischer Alltag widersprechen und eine Gesellschaft nicht bereit ist, die Grenzen für alle zu öffnen."
 Nachdem der Hechelmann aus Hamburg gemerkt hatte, dass die in Berlin mental eingebunkerte Bundeskanzlerin das Eindringen der Immiggressoren nach Deutschland keineswegs begrenzen wollte, war ein neuerlicher Wechsel seiner Argumentation angesagt, um ja auf Linie zu bleiben: Jetzt galt es, den Wähler die Kosten schmackhaft zu machen. Und der Politik so viel Geld aus dem Kreuz zu leiern, um die Eindringlinge für die Wirtschaft möglichst rasch ökonomisch verwertbar zu machen. Also kommentierte er am 14.10.15 unter "Flüchtlinge. Die Krise wird Deutschland richtig viel Geld kosten":"Eine konsistente Politik kostet viel Geld – weit mehr, als Deutschland bisher zur Vermeidung und Bewältigung von Flüchtlingswellen ausgegeben hat. Diese Wahrheit gilt es auszusprechen, und sie ist der Bevölkerung zu erklären."
Dafür musste auch ein Argument herhalten, das bei den einfältigen deutschen Wahlmicheln allemal zieht, und das schon für die Euro-Rettung benützt wurde: Das Schuldgefühl, das wir doch eigentlich viel zu billig weggekommen seien:"Ein hoch entwickeltes, wohlhabendes Land kann sich vor Folgekosten der Globalisierung nicht drücken. Eher war es in den vergangenen Jahrzehnten ungewöhnlich, dass die Weltwirtschaft so lange, so unversehrt mit Ungleichheit und Ungleichgewichten so gut hat funktionieren können."
Wie sehr Straubhaar der Stimme seiner Herrin (und der soziopolitischen Interessenlage der Herrchen unserer scheinbaren Herrin) folgt, und deshalb auch die Türkei (verdeckt über die angeblich alternativlose Zusammenarbeit bei der sog. Flüchtlingskrise) unbedingt in die EU einschleusen möchte, enthüllt sein Kommentar: "Flüchtlingskrise. Warum Europa die Türkei unbedingt braucht" (WELT 01.12.15 ).
Mittlerweile wächst freilich der Widerstand des Volkes gegen die merkelsche Wahnpolitik , und das sogar unter der Mitgliedschaft der herrschenden Konsensparteien selber. Entsprechend schnellen die Umfragewerte für die bösen "Rechtspopulisten" von der Alternative für Deutschland (AfD) nach oben.Das kann einen Thronschützer der Macht nicht kalt lassen, und daher beschloss Thomas Straubhaar (offenbar nach dem Motto "Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß"), nun alles auf eine Karte zu setzen und ungeniert mit den dümmsten Scheinargumenten Propaganda für Merkels megalomane Massenimmiggressions-Politik zu machen. In seinem WELT-Kommentar "Deutsche Wirtschaft. Die Flüchtlingswelle kommt genau zur rechten Zeit" vom 29.12.15 verpasst er folglich dem tumben Volke die volle Dröhnung an ökonomischer Scharlatanerie und schwärmt nunmehr von den angeblichen ökonomischen Wunderwirkungen der gesteigerten Staatsausgaben. Zunächst allerdings verwendet er volle drei Absätze darauf, das hohe Lied des deutschen Wirtschaftsglücks zu singen; im Stil von 'Wir sind ja sowas von reich'. Das verfängt allemal bei den deutschen "Intelligenzbürgern", und dieser Honig wurde den deutschen Steuersklaven ja auch schon zur Begründung der verschiedensten Vorstöße und Einrichtungen für eine europäische Transferunion (leider recht erfolgreich) ums Maul geschmiert.
In allgemeiner Form hatte ich hier meinen Zorn über derartige Lügenmärchen ausgegossen.Bei Straubhaar geht es allerdings nicht so sehr um den Reichtum als solchen, sondern um die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze bzw. der dort beschäftigten Erwerbstätigen. Deren Höhe ist per se freilich noch lange kein Beweis dafür, dass es den Menschen gut geht; unter Umständen kann sie sogar das Gegenteil anzeigen.Denn wenn etwa bei Ehepaaren bzw. Familien die Frau mitarbeiten muss, um über die Runden zu kommen, dann ist das Bestehen eines solchen Arbeitsverhältnisses gerade kein Wohlstandsindikator für die Gesellschaft insgesamt.Und natürlich stehen auch viele Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis, bei denen der Verdienst so gering ist, dass sie nicht von ihrer Arbeit leben können (Hartz-IV-"Aufstocker").Und wenn man liest
"Weil die Löhne, nicht aber die Preise steigen, erhöht sich die Kaufkraft der Einkommen. Das erste Mal seit der Jahrhundertwende verbessert sich momentan die reale wirtschaftliche Situation für die Maße der deutschen Haushalte spürbar" dann findet ein mitdenkender Mensch das nicht besonders toll, sondern er fragt sich, wer denn die Produktionsgewinne in den vergangenen 15 Jahren eingesackt hat?
Aber klar: Ein Lobbyist der Kapitalinteressen wie Prof. Straubhaar muss diese Frage fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Immerhin ist an seiner Eloge so viel richtig, dass es besser ist, viele Arbeitsplätze zu haben, als viele Arbeitslose.Weiterhin ist es (leider) zutreffend, dass wir unsere relative Vollbeschäftigung unseren ExportÜBERSCHÜSSEN verdanken.Und schließlich stimmt es im Prinzip auch, dass man Nachfrage aus dem Export durch inländische Nachfrage ersetzen kann. Indes verschweigt der professorale Schlaumeier, dass wir Exportüberschüsse überhaupt nur durch Kreditvergabe an die Defizitländern erzielen können: Private Kredite über Banken, öffentliche aus dem Bundeshaushalt bzw. Schattenhaushalten (ESM!) - und Geldschöpfungskredite des betrügerischen EZB-Systems Europäischer Gaunerbanken. Was es realwirtschaftlich bedeutet, wenn wir unsere Export"erfolge" selber finanzieren, sehen wir in Griechenland: "Wir" verschenken praktisch unsere Güter.Nur sind die edlen Spender nicht die Produzenten: DIE bekommen ihr Geld. Der Gelackmeierte ist der deutsche Steuerzahler, der (letztlich) für die Ersparnisse (Bankeinlagen) seiner Mitbürger (bzw. großenteils auch Gebietsfremder) in Haftung genommen wird. (Wie es ja auch das offen ausgesprochene Ziel von Straubhaar ist.)Wir Steuerzahler also haben (gemeinsam mit anderen Ländern der Europäischen Währungsunion - EWU) die griechischen Staatsschulden weitestgehend übernommen. Bzw. werden sie übernehmen (müssen), denn vorerst laufen der ESM und die anderen Programme buchungstechnisch ja noch als Kredite. Aber nur der Weihnachtsmann glaubt, und allenfalls deutsche Schlafmützen lassen sich weismachen, dass wir von diesem Geld jemals auch nur einen nennenswerten Teil wiederbekommen werden.Der deutsche Steuerzahler wird also letztendlich zur Kasse gebeten werden. Aber wenn die Steuern erhöht werden (müssen), dann sinkt die Binnennachfrage in Deutschland weiter.
Und auch dort, wo unsere Abnehmer noch Kredit bei den privaten Banken bekommen, bedeuten unsere Exportüberschüsse nichts anderes, als dass die Produzenten (bzw. deren Eigentümer) in Deutschland gigantische Sparguthaben haben (müssen: das ist rein saldenmechanisch zwingend). Das heißt, dass unsere Geldwirtschaft extrem unausbalanciert ist: Die einen verdienen, die anderen kriegen die Krümel ab. Und müssen später, als Steuerzahler, ihr eigenes (früheres) Einkommen auch noch selber finanzieren! (Denn dass die Immiggressionskosten letztlich ganz oder weitgehend über eine Mehrwertsteuererhöhung finanziert werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das Eigentum der Hauptprofiteure wird schon deshalb ungeschoren bleiben, weil das Volk diese Zusammenhänge nicht durchschaut, und weil Wirtschafts"wissenschaftler" wie Prof. Straubhaar auch in Zukunft alles daransetzen werden, um den Volk Sand in die Augen zu streuen.) Auf Dauer ist Verschenken kein brauchbares Geschäftsmodell, und Kreditvergabe auch nicht. Früher oder später kracht es: Wie wir auf privater Ebene beim spanischen, irischen und britischen sowie, ganz besonders, beim amerikanischen Immobilienmarkt gesehen haben, und im öffentlichen Bereich eben bei Griechenland und Co. noch immer sehen (oder, teilweise, eben nicht sehen, weil die Europäische Gaunerbank ihre betrügerischen Gelddruck-Aktivitäten unter einem Schleier der Informationsverweigerung versteckt).
Es kann also auch auf Dauer kein gutes Geschäft sein, Exportnachfrage dadurch zu ersetzen, dass man riesige Konsumentenmasse nach Deutschland "importiert", und sie hier mit deutschen Steuergeldern alimentiert, denn so oder so finanzieren sich diese Konsumenten nicht selber. Zusätzliche (und allein DARAUF kommt es für eine hohe Kapazitätsauslastung an!) Nachfrage entsteht durch die Immiggressoren nur dann, wenn die dadurch anfallenden Kosten auf Pump finanziert werden.
Werden dagegen Steuern erhöht, oder Ausgaben "umgeschichtet", ist das Ganze auf der Nachfrageseite ein Nullsummenspiel: Was die Flüchtlinge mehr nachfragen, fehlt dem Staat oder den Steuerzahlern für deren Konsum und Investitionen.  Deswegen kann es auch nicht überraschen, dass die vorliegende Behauptung "Ökonomisch bieten die Flüchtlinge wenig Anlass zu Sorgen" in diametralem Gegensatz zu Straubhaars eigenen (korrekten) früheren Feststellungen in seinem "Grenzschutz"-Kommentar stehen, die wir uns hier noch einmal anschauen (meine Hervorhebungen):
  •  "nicht alle Zuwandernden und auch nicht alle Flüchtlinge [sind] so reibungslos in der Lage ....., wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen, wie das in der Theorie unterstellt wird. Beispielsweise weil sie die Sprache nicht sprechen, die verwendeten Technologien nicht kennen, die rechtlichen Spielregeln oder die gesellschaftlichen und politischen Umgangsformen nicht verstehen." [Ich ergänze: "bzw. nicht bereit sind, die Normen der Wirtsgesellschaft zu akzeptieren"!]
  • ..... wenn zu rasch zu viele Flüchtlinge nach Deutschland drängen ..... dürfte selbst eine flexible Wirtschaft nicht in der Lage sein, so schnell so viele neue Arbeitsplätze für die Flüchtlinge zu schaffen.
  • ..... wenn innerhalb eines Jahres um die 800.000 Menschen zusätzlich in Deutschland leben sollten ..... wird es auch für ein wohlhabendes Land teuer.
  • Die ohnehin stets knappen Staatskassen werden zusätzlich belastet, sodass weniger öffentliches Geld für andere und anderes zur Verfügung steht, beispielsweise für die Altenpflege, die Arbeitslosen oder strukturschwache Regionen.
  • Eine schockartig rasche und starke unbegrenzte Zuwanderung ist nicht nur ein sozioökonomischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Kostenfaktor.
  • Allerdings sollten sich ökonomische Kosten-Nutzen-Kalküle auf die Arbeitsmigration beschränken. Im Asylverfahren dürfen sie keine Rolle spielen. Da geht es um Humanität, nicht um Profit.

Die Frage bei Straubhaar ist freilich, was peinlicher ist: Seine skrupellose Wendehälsigkeit - oder seine komplette (tatsächliche oder vorgetäuschte) Reflexionsverweigerung.
Denn die ökonomische Narrative seines Kommentars verläuft wie folgt:
  • Um ein Optimum von Arbeitsplätzen zu schaffen, muss Deutschland möglichst viel exportieren.
  • Wenn das nicht funktioniert, muss Exportnachfrage durch Binnennachfrage ersetzt werden.
SO WEIT ist das auch völlig richtig. Die Frage ist nur, WER (welche Institution und/oder Personengruppe) die zusätzliche Binnennachfrage schaffen soll. Bzw., deutlicher formuliert: Wem dieser inländische Mehrkonsum zugute kommen soll. Da fallen sicherlich jedem auf Anhieb eine Fülle von Verwendungszwecken ein: Der Staat könnte bröckelnde Brücken sanieren, "Hartzer", arme Rentner und Familien mit niedrigem Einkommen würden mehr Geld gerne nehmen - und wüssten auch, was sie damit anfangen könnten. Auf Sparkonten würde das jedenfalls nicht liegenbleiben.
Jedenfalls: Die Kostentragung für Straubhaars ökonomisches Nachfragewunder durch Massenimmiggression blendet er völlig aus. Wer, zumal als Wirtschaftswissenschaftler, dem Publikum verschweigt, dass seine Behauptung "die Konsumausgaben der Flüchtlinge [gleichen] einem staatlich finanzierten Konjunkturprogramm" nur insoweit gilt, als es sich um ZUSÄTZLICHE Ausgaben handelt, täuscht die Bürger (Wähler) vorsätzlich. Denn nur so lange, wie sie im Kreditwege finanziert werden, können Staatsausgaben PER SALDO eine zusätzliche Nachfrage schaffen. Wie ich oben schon gesagt hatte, verschiebt sich bei Steuererhöhungen (bzw. bei einem Verzicht auf mögliche Steuersenkungen) und/oder bei Mittel"umschichtungen" lediglich die Nachfrage in andere Bereiche, bzw. auf andere Begünstigte; in der Summe wächst sie nicht.
Wenn aber der Staat schon ein (notwendig kreditäres) "Konjunkturprogramm" finanzieren will, dann könnten die Segnungen dieser Ausgaben ja auch den eigenen Bürgern zu Gute kommen. Denn, wie aktuell ein Journalist im Westfalen-Blatt zu Recht irritiert anmerkt: Für die EIGENEN Bürger, z. B. für genügend Lehrer, Polizisten und Wohnungsbau, hatte unser Staat in der Vergangenheit nie genügend Geld - und jetzt ist auf einmal genug Geld für alles da? (Allerdings: Für die "Bedürfnisse" der griechischen Steuerhinterzieher stand ja auch immer - deutsches - Geld zur Verfügung ..... .)
Müssen die Kredite eines Tages getilgt, und folglich die Steuern erhöht werden, dann fehlt den Steuerzahlern dieses Geld in der Tasche, und in der Wirtschaft entsteht eine Nachfragelücke.
Nun könnte man rein theoretisch postulieren, dass sich die Immiggressionskosten sozusagen selber finanzieren: Wenn die Flüchtlinge "als Arbeitskräfte ..... mithelfen, das deutsche Bruttoinlandprodukt zu mehren", dann steigen natürlich auch die Steuereinnahmen.
Nur hat der schlaue Wirtschaftsprofessor übersehen, dass er in seinem Satz "Werden sie aber zu Konsumenten [Unsinn: DAS sind sie ja schon jetzt!] und Arbeitskräften, können sie für eine nachhaltige Konjunkturstimulierung sorgen" einen Perspektivenwechsel in eine andere ökonomische Dimension vornimmt, ohne dass er die beiden Bereiche in einem übergreifenden Gedankensystem zu harmonisieren versucht.
Sein Ausgangspunkt war die fehlende Nachfrage gewesen. An der sich aber nichts ändert, wenn die Flüchtlinge in Arbeit kommen: Dann verdienen die zwar selber mehr Geld, als sie jetzt an staatlichen Hilfen bekommen, und sie konsumieren auch entsprechend mehr.
Aber zugleich steigt auch die Produktion entsprechend an - und zwar mehr, als der Konsum der neuen Arbeitskräfte.
Worauf stütze ich diese Behauptung?
Einfach auf eine gedankliche Fortschreibung der gegenwärtigen Lage: Wenn schon bisher der Binnenkonsum (plus Investitionen) unzureichend waren, um für Vollbeschäftigung zu sorgen, dann ändert sich (ceteris paribus, also unter sonst gleich bleibenden Annahmen) durch den Einsatz zusätzlicher Arbeitskräfte daran absolut gar nichts.
DIESE spezifische Problematik ist ja nicht absoluter Natur (wie es etwa eine Produktionslücke wäre), sondern relativ: Egal, ob wir aktuell in Deutschland beispielsweise 40 Millionen Arbeitskräfte haben, oder einschließlich der Eindringlinge meinetwegen 50 Mio.: Die Größenänderung bei Arbeitskräften und Produktion ändert nichts an der Nachfragelücke, die offensichtlich andere Ursachen haben muss.
Straubhaars Behauptung, dass der [meine Formulierung] 'Import' von zusätzlichen Arbeitskräften nach Deutschland die wirtschaftliche Lage bei uns nachhaltiger macht, ist deshalb falsch.
Vielleicht kann man mittels (hochkomplexer) Zusatzannahmen zumindest theoretisch ein wirtschaftliches Modell konstruieren, in welchem die Zuwanderung irgendwie auch die RELATIVEN ökonomischen Dimensionen von Angebot und Nachfrage von der derzeitigen Unwucht (die sich nur mit einer Überakkumulation von Geldkapital erklären lässt) in Richtung auf eine Balance verändern würde.
Insoweit liegt aber die Darlegungs- und Beweislast bei Prof. Straubhaar. Solange er nicht überzeugend belegt, dass die gegenwärtige Massenimmiggression auch die Proportionen von Angebot und Nachfrage in Deutschland DAUERHAFT und NACHHALTIG verändert, bezeichne ich seine Behauptung als Scharlatanerie.
Das "Konjunkturprogramm" der Massenimmiggression selber kann ein solches Wunder jedenfalls nicht bewirken: "ein reines Konsumstimulierungsprogramm" ist bereits nach Straubhaars eigener Einlassung NICHT nachhaltig.
Meine Beurteilung von Straubhaars wirtschaftswissenschaftlichem Hokuspokus fasse ich in ein Zitat, dessen Urheber zwar nicht ganz koscher ist, dessen Aussage aber leider zeitlos gültig bleibt:
"Was für ein Glück für die Regierenden [und für deren mediale Megaphone] daß die Menschen nicht denken!"
 Ergänzend zur Eingangspassage entnehmen wir hier am Schluss der Autorenseite der WELT einige (weitere) Informationen über Straubhaars berufliche Positionen:
"Leiter von HWWA und HWWI 1999-2014.
Heutige Position: Professor der Universität Hamburg für Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Weiterhin sitzt er im Direktorium des Institute for European Integration des Europa-Kollegs in Hamburg und ist "non-resident Fellow" der Transatlantic Academy Washington DC (hier die Beschreibung dieser Organisation auf Deutsch)."
Lesen wir dann noch dieses Merkel-Lob auf der Webseite der Transatlantik-Akademie, dann können wir uns in etwa ein Bild davon machen, welche Geisteshaltung hinter solchen Geistern steht.
Und wenn wir die Förderer der Institution kennen, dann können wir uns auch denken, welchen gesellschaftlichen Interessen solche Einrichtungen dienen: Jedenfalls NICHT den Interessen breiter Bevölkerungsschichten.
ceterum censeoWer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":Der hat den A.... offen!Textstand vom 02.01.2016