Zum Glück gibt's die Liebe

Von Buecherrausch


Titel: Zum Glück gibt's die Liebe
Autor: Felicitas Brandt
Verlag: Carlsen Impress
Format: Epup
ISBN: 978-3-646-60046-9

  

Seiten: 266

Seit sie in bereits in jungen Jahren ihre Eltern verloren hat, ist Lillian Takoda mit ihrer neuen „Familie“ auf der Flucht, regelmäßige Umzüge sind da nicht zu vermeiden. Ein normales Leben zu führen ist so natürlich unmöglich. Als die fünf jedoch in dem kleinen Städchen Summerville landen, beginnt sich dies zu ändern. Das erste Mal seit vielen Jahren darf sie eine Schule besuchen und Freunde finden. Und auch das erste große Herzklopfen lässt nicht lange auf sich warten, als sie den heißen Luca kennenlernt. Doch hat ihre Liebe überhaupt eine Chance, wo es doch etwas gibt, dass Lilian tot sehen will?
Schon seit einer Weile habe ich immer wieder überlegt, „Zum Glück gibt’s die Liebe“ von Felicitas Brandt zu lesen. Der Klappentext klang mysteriös, machte mich neugierig. Jetzt, pünktlich zum Valentinstag, habe ich dann zugeschlagen und es mir gekauft. Und wieder einmal stellt sich mir die Frage: warum habe ich eigentlich gezögert? Die Geschichte hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich habe sie fast in einem Rutsch (nur unterbrochen von dem „lästigen“ Alltag, den man zwischendurch doch auch noch verleben muss ;-)) durchgelesen. Der Schreibstil von Felicitas hat es einem dabei zusätzlich noch herrlich einfach gemacht, denn er lässt sich flüssig und zügig lesen.
Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und haben sich direkt in mein Herz geschlichen. Lillian war mir direkt von den ersten Zeilen an sympathisch. Sie ist ein eher zurückhaltendes Mädchen, sieht sich selbst nicht so, wie die Welt sie wirklich wahr nimmt. Ich konnte mich wirklich sehr gut in die hinein versetzen. Und auch ihr Wunsch ein normales Leben führen und Freunde finden zu können, war nur allzu verständlich. Im Laufe der Geschichte spürt man, wie sie ganz allmählich sicherer wirdund sich ihrer Rolle immer bewusster, bis sie am Ende sogar ein wenig über sich selbst hinaus wächst. Ich bin auf ihre weitere Entwicklung im nächsten Band sehr gespannt.
Genauso wenig wie Lil konnte ich mich Lucas Charme entziehen. Auch ihn mochte ich von der ersten Begegnung an, obwohl ich (und auch das haben Lilian und ich gemeinsam) sonst nicht so auf längere Haare bei Männern stehe. (Aber die kann man sich ja auch beim Lesen weg denken *g*). Er ist Straßenmusiker und spielt auch in einer Band. Im Gegensatz zu Lil ist er selbstbewusst, aber nicht übermäßig mutig, zeigt auch mal Furcht, was ich sehr realistisch fand. Es hat sehr viel Spaß gemacht, den beiden bei ihrem Kennenlernen zuzuschauen und mitzuerleben, wie sie einander näher kamen.
Die Nebencharaktere hat Felicitas Brandt auch nicht benachteiligt. Sie sind genauso bezaubernd wie die beiden Protagonisten. Besonders Lilians neue Familie war einfach toll. Dean, Steven, Bill und Mia sind einfach super sympathisch und ich würde mich freuen, vielleicht in der Fortsetzung noch mehr von ihnen zu erfahren.
Das Cover ist mal wieder eine absolute Augenweide, auch wenn das Mädchen auf dem Titel der Beschreibung nach nicht ganz zu Lilian passt.
Alles in allem ist „Zum Glück gibt’s die Liebe“ eine wunderbare Liebesgeschichte für zwischendurch mit deutlichen Fantasy-Einflüssen. Der Spannungsbogen ist nicht sehr ausgeprägt, was mich persönlich jedoch nicht groß gestört hat, denn es wurde durch tolle Charaktere wieder wett gemacht. Ich freue mich auf die Fortsetzung und denke „Zum Glück gibt’s die Hoffnung“ wird schon bald auf meinem Reader einziehen.