Zu meinem Text: Soll mein Buch "Capesius der Auschwitzapotheker" verboten werden? Hier veröffentlicht am 16. September. Kommentar und Leserbrief von Frau Elisabeth Krause, Berlin

Sehr geehrte Frau Rus-Capesius,
als ich Ihren Leserbrief vom 9. Juli diesen Jahres gelesen habe, war ich erst einmal entsetzt über Ihre Ignoranz gegenüber dem darin geschilderten Thema und dann über Ihre, man kann schon sagen: Verleumdung des Autors Dieter Schlesak, der einst ein Bürger Ihrer Stadt war und es jetzt gefühlsmäßig immer noch ist, und das wissen Sie.
Das Werk des Schriftstellers Dieter Schlesak nährt sich zum größten Teil aus seiner Herkunft aus dieser Stadt und der Volksgruppe, der auch Sie anghören, der Siebenbürgischen Sachsen, aber nicht in nostalgischer, sentimentaler und schönfärberischer Weise, sondern er forscht den Ursachen für den Verlust der Heimat, der ihn auch nach so langer Zeit unendliche Heimwehschmerzen verursacht, und der auch Sie ja, obwohl Sie noch in Schäßburg wohnen, betrifft, nach.
Das erfährt man aber nur, wenn man seine Bücher liest, besonders die beiden: "Capesius, der Auschwitzapotheker", das Sie bis dato nicht einmal gelesen hatten und "Transsylwahnien", die sich mit den Ursachen dieses Heimatverlustes aus ganz naher, familiärer Betroffenheit auseinander setzen.
Sie sollten stolz auf diesen "Mitbürger" sein, der stellvertretend mit den Gaben eines Autors, dessen berufliche Pflicht es ist, auch schmerzlicher und schmerzhafter Wahrheiten auf den Grund zu gehen, in diesem Fall auch so dringend nötige Trauerarbeit leistet.
Wir, und ich schließe mich dabei mit ein, die direkten und indirekten Nachkommen der Täter des schrecklichen Naziregimes, können einen Beitrag zum Heilwerden der Welt erbringen, nicht, weil wir SCHULDIG sind, sondern, weil wir es sind, die WARNEN müssen, damit sich ähnliches nicht wiederholt, indem wir als erstes der Wahrheit ins Gesicht sehen und nicht, indem wir sie verleugnen.
Am 21. August diesen Jahres fand in Weimar eine Veranstaltung zu diesem Thema statt unter dem Titel: "Heile das Zerbrochene". Dort habe ich die Großnichte von H. Göhring, Bettina Göhring und die Enkelin Bogers, der zu den als am brutalsten und grausamsten SS-Angehörigen in Auschwitz zählt, Ursula Boger, persönlich kennengelernt. Beide haben unter größten Schmerzen mit dem monströsen Erbe ihrer Vorfahren jahrelange Seelenarbeit geleistet, um überhaupt lebensfähig zu sein.
In dieser Veranstaltung ging es um Versöhnung. Die Jüdin Eva Kor, die als Zwilling mit ihrer Schwester den schrecklichen Menschenversuchen von Mengele und den anderen Ärzten dort ausgesetzt war, ist in der ganzen Welt unterwegs, um Versöhnungsarbeit zu leisten. Sie hat Mengele und all den anderen vergeben. Das muß man sich mal vorstellen! Ihr Motto heißt: Versöhnung ist der Same des Friedens, Haß und Rache der Same des Krieges! Da kommt der Frieden her und nicht durch Verleugnung oder Verharmlosung durch die Täter-Nachkommen!
Ich weiß nicht, ob das mit der Versöhnung so geht, und das ist ja auch nicht unsere Aufgabe als Täter-Nachkommen. Ich glaube, wir müssen alles versuchen, um Klarheit zu erreichen und der Wahrheit ins Gesicht schauen. Dann bleibt uns nichts anderes mehr als Trauer Trauer Trauer….die löst.
Dennoch hat mich diese Veranstaltung dazu veranlaßt, ein Vorhaben, das schon lang in mir gärte, endlich auszuführen, nämlich: der Tätigkeit meiner Tante, der Schwester meiner Mutter, beim "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg " in der Ukraine, nachzuforschen. Nicht, um jemanden bloß zu stellen und mit Finger auf jemanden anders zu zeigen, sondern endlich dieses Tabu zu brechen, das es unmöglich machte, jemals in der Familie darüber zu sprechen.
Verdrängung und Verleugnung machen auf Dauer krank, auch körperlich, wie meinen armen Cousin, den Sohn dieser Tante, der mit 60 einen schrecklichen Schlaganfall hatte und seit 15 Jahren nicht mehr gehn und sprechen kann.
In Dieter Schlesaks Internet-blog kann man auch lesen, dass Sie seine Ehrenbürgerschaft, die vom Bürgermeister und vielen angesehenen rumänischen Bürgern und dem dt. Pfarrer und einigen anderen siebenb. Bürgern vorgeschlagen wurde, verhindern möchten.
Es wäre gut, wenn Sie Ihre Haltung zum Thema und vor allem zu Dieter Schlesak noch einmal überdächten und die Verleihung der ihm durch sein Engagement für seine Heimat-Stadt (ADS,nur ein Beispiel) so sehr gebührende Ehrenbürgerwürde unterstützten.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
Elisabeth Krause
Am Sandhaus 10
13125 Berlin
Mail: [email protected]
Erwiderung auf einen Leserbrief in der „Hermannstaedter Zeitung vom 9. Juli 2010 mit der Überschrift:“Alte Wunden aufgerissen“

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