Zu Gast bei einer Geschäftseröffnung

Khmer HochzeitsausstatterIn Kambodscha wird ja bekanntlich gerne gefeiert und so bekamen wir letzte Woche wieder einmal eine Einladung zu einer Feierlichkeit für eine Geschäftseröffnung, hier in Sihanoukville. Nein, kein neues Restaurant und auch keine neue Bar, sondern ein Khmer Hochzeitsausstatter für Brautpaare. Darunter versteht man hier in Kambodscha einen Service, bei dem sich ein Brautpaar angemessene Garderobe für die Hochzeitsfeier ausleihen kann und auch gleich von Kopf bis Fuß hergerichtet wird. Aufwendige Kleider und Frisuren, protzige Geschmeide und Diademe und auch viel Schminke gehören hier zum Standardprogramm. Bei einer Hochzeitsfeier wechselt das Brautpaar in der Regel sechs bis zehnmal die Garderobe. Das Geschäft mit den Hochzeiten läuft aus diesem Grund prächtig, denn geheiratet wird in Kambodscha was das Zeug hält.

Bis zu 10 Hochzeitskleider für eine Hochzeit
Bis zu 10 Hochzeitskleider für eine Hochzeit
Geschmeide und Diademe
Für jedes Kleid ein neues Geschmeide
Khmer Hochzeitskleider
Hochzeitskleider natürlich auch im Khmer Style
Hochzeitsschmuck
Für jeden Geschmack ist etwas dabei, unechter Schmuck in Hülle und Fülle

GeschäftseröffnungDie Eröffnungsfeier für den neuen Hochzeitsausstatter fand in einem landestypischen, großen Partyzelt statt, welches direkt vor dem Laden auf dem Gehsteig aufgebaut war. Wie gewohnt auf solchen Feierlichkeiten war alles von einem Partyservice nett hergerichtet worden und es gab sogar eine Bühne für das übliche, schrille Khmer Unterhaltungsprogramm. Ich überreichte den Briefumschlag, in dem wir die Einladung bekommen haben, gefüllt mit einem angemessenen Geldbetrag an die Gastgeber, worauf wir an unseren Tisch geführt wurden. Kaum hatten wir platz genommen, wurden schon die ersten Speisen aufgetragen. Es gab acht verschiedene Gerichte die nach und nach in die Mitte des Tisches, auf eine drehbare Platte, gestellt wurden. Während des Essens kamen immer mehr Gäste bis alle Tische in dem Partyzelt besetzt waren.

FrüchtebergNach dem Essen wurde ein Tisch, auf dem sich ein großer Berg mit Früchten befand, herein getragen worauf einige Gäste begannen um den Tisch zu tanzen. Immer schön im Kreis herum mit den typischen, dem Apsara Tanz nachempfundenen, Handbewegungen. Wenn jemand mit dem Tanzen fertig war konnte er sich von dem Berg ein paar Früchte mit an seinen Platz nehmen. In Windeseile war der riesige Obstberg abgetragen und es wurden Plastiktüten verteilt damit die Gäste die erbeuteten Früchte mit nachhause nehmen konnten. Mittlerweile hatte die Lautstärke der Musik wohl ihren Höhepunkt erreicht und mit ihr auch die Grenze der Belastbarkeit von unseren Ohren, so dass wir uns zum Aufbruch bereit machten. Wir verabschiedeten uns höflich von den Gastgebern und damit war auch dieses Abenteuer überstanden.

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