Zika-Zaka Hoi Hoi Hoi

In Brasilien werden "tausende Fälle" von zu kleinen Gehirnen bei Babys auf die Infektion mit den Zika Viren zurückgeführt. Die WHO ruft einen globalen Notstand aus. Und Texanische Behörden "weisen nach", dass das Zika Virus per Sex übertragen wird. Damit hätten wir wieder einmal alle Zutaten für ein paar Wochen Experten- und Mediengewitter.

Zika-Zaka Hoi Hoi Hoi

Aedes aegypti - Mosquitos verbreiten die Viren (Foto: sciencemag.org)

Tatsächlich ist es bisher noch pure Spekulation ob die Mikroenzephalien tatsächlich vom Zika-Virus verursacht werden. Dass bei sechs Frauen mit betroffenen Kindern die Viren nachgewiesen wurden, hat weder Beweis- noch sonderliche Aussagekraft. Allein wenn ich auf ein bestimmtes Virus untersuche, habe ich die Wahrscheinlichkeit dass ich dieses Virus dann auch finde etwa um den Faktor 1000 erhöht (verglichen z.B. mit einer historischen Arbeit, wo diese Viren in einem anderen Kontext erfasst wurden). Wer suchet, der findet.Ich persönlich denke nicht, dass von diesen Viren ein besonderes Risiko ausgeht. In sehr seltenen Fällen können Viren immer Komplikationen auslösen und lebensgefährlich sein. Das gilt aber auch für Schnupfenviren.Viel mehr kommt es auf den Fokus an. Und der ist eben bei den internationalen Organisationen und auch bei den Experten seit langem auf Alarmismus gerichtet.Über weltweiten Alarm kommen die Fördergelder, die Aufmerksamkeit, die selbst empfundene Bedeutung.Bei der WHO hat sich dieser Wandel vor ca. 20 Jahren zugetragen. Damals gab es jedes Jahr Probleme damit, dass die WHO überhaupt ihre Mitarbeiter bezahlen konnte. Ständig blieben die Mitgliedsstaaten ihre Beiträge schuldig - oder zahlten säumig (speziell die USA, die den Großteil berappte, aber auch immer vehementer bestimmte Forderungen damit verknüpfte - z.B. eine engere Kooperation mit der Pharmaindustrie).Schließlich ergab sich eine vollständige Neu-Ausrichtung der WHO. Mit dem Einwerben von privaten Geldern aus der Wirtschaft - die heute bereits deutlich über 50% des Budgets ausmachen. Und natürlich mit der Umdefinition ihrer Agenda: Weg von der ständig mahnenden, bedeutungsschweren Organisation, die sich für die Bekämpfung von Hunger, Durst & Analphabetismus einsetzte, hin zu einer Behörde, die sich als schicke Viren- und Seuchenbekämpfer verstehen. Wo konsequenter Alarmismus die faden konstruktiven Predigten ablöste.Die WHO fährt mit dieser Taktik gut. Sie wird gehört - und gefördert. Ihre Budgets wuchsen in den letzten 20 Jahren rapide an. Sie hat auch etwas zu vergeben, versorgt einen ganzen Ferkelhaufen von Experten, die gefüttert werden wollen. - Und natürlich dann auch wissen, was sie ihren Ernährern schuldig sind.Im Prinzip geht es gar nicht darum, die Gefährlichkeit des Zika-Virus objektiv abzuschätzen. Sondern es geht darum, eine neue Virensau durchs Weltdorf zu treiben und damit Imagepflege zu machen, in Erinnerung zu rufen, dass die mutigen Virenjäger allezeit wachsam sind - aber die Stange Geld, die sie kosten, jederzeit wert.

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