Zickenkrieg – Das Hauen und Stechen unter uns Frauen

Was sagt Frau Sabienes?

zickenkrieg

Zickenkrieg – Warum verstehen sich Frauen untereinander so schlecht?

Zickenkrieg, Stutenbissigkeit – manchmal scheint es ein wahres Hauen und Stechen unter uns Frauen zu geben. Und um der zoologischen Terminologie noch die Krone aufzusetzen, führen wir uns manchmal auf, wie die Sau. Gelinde gesagt.
Da wird gelästert und gemobbt, dass regelrecht die Fetzen fliegen. Manchmal fallen Worte, für die ein Vertreter des männlichen Geschlechts mit einer Anzeige wegen übler Nachrede zu rechnen hätte.
Kennt ihr auch solche Fälle?
Habt ihr euch schon einmal an einer solchen Intrige beteiligt?

Oder seid selbst schon einmal Opfer geworden?
Ich selbst kann mich in beiden Fällen nicht ausschließen.
Und ich frage mich oft, woran dass es liegt, dass wir Frauen uns untereinander so schlecht verstehen.

Zickenkrieg – Das Hauen und Stechen unter uns Frauen

Der ewige Zickenkrieg unter uns Frauen

Zickenkriege können bereits sehr früh beginnen. Mittlerweile sind etliche Mädchen im Grundschulalter vom Mobbing ihrer Mitschülerinnen betroffen. Und soweit es mir berichtet wurde, halten sich selbst Seniorinnen im Altersheim dabei nicht zurück. Die Schlachtfelder sind also für alle Generationen offen.
Sobald mehr als zwei oder drei Frauen zusammenkommen, kann die Lästerei und Zickerei losgehen.

Einen Zickenkrieg kann bei folgenden Gelegenheiten stattfinden:

In der Schule

Solche Auseinandersetzungen führen häufig dazu, dass die Noten der Mädchen abfallen. Und manchmal hilft dank WhatsApp und den Sozialen Medien den Betroffenen nicht einmal ein Wechsel an eine andere Schule.

In der Familie

Egal, ob Schwester, Cousine oder Tochter: Zickenkriege machen selbst vor der Familie nicht halt. Ich habe diese Situation zwischen meiner Oma und meiner Mutter miterlebt und war auch selbst immer wieder davon betroffen.

Im Kollegenkreis

Zickenkriege im Kollegenkreis machen eine vernünftige Teamarbeit unmöglich. Da wird eher der leicht übergriffige männliche Kollege gehätschelt, als mit den Kolleginnen zu netzwerken.

In der Nachbarschaft

Frauen im Neubaugebiet oder in einer Hausgemeinschaft können ein wahres Pulverfass darstellen. Was mit gemeinsamen Grillabenden mit Nachbarn beginnt, endet dann vor dem Rechtsanwalt.

In den Medien

Ich glaube, dass Zickenkriege und Stutenbissigkeit in den Medien noch gefördert werden. Besonders in solchen Formaten, wie Der Bachelor oder Germany next Topmodel werden sie fast schon genüsslich über-inszeniert.

Im Internet

Auch Bloggerinnen sind sich untereinander oft nicht grün. Ich habe mir erzählen lassen, dass da gerade innerhalb der Mama-Blogs extrem viel gezankt wird. Mir hat eine solche Bloggerin erzählt, dass sie aus diesen Gründen an den entsprechenden Blogger-Events nicht mehr teilnehmen will.
Von einer anderen habe ich gehört, dass sie einen wahren Shitstorm erlebt hat, nachdem sie erzählt hat, dass ihre Kinder ihr im Haushalt helfen.
Wie es bei den Fashion- und Beautyblogs aussieht, weiß ich nicht.

Warum Zicken Frauen untereinander so viel?

Ich bin ja keine Psychologin und auch kein Soziologin. Wäre ich nun eine Anthropologin, würde ich vermuten, dass das eine Art ererbtes oder gar genetisch bedingtes Verhalten darstellt.
Vielleicht war es so, dass sich die Steinzeitfrau genau DEN Steinzeitmann gesucht hat, bei dem sie sicher sein konnte, dass sie mit ihm kräftige und gesunde Nachkommen zeugen kann. Also musste sie sich gegen ihre anderen Rivalinnen durchsetzen, um genau dieses Alphamännchen auf das Mammutfell zu zerren.
Oder so.
Natürlich ist meine Theorie im höchsten Maße unwissenschaftlich!

Von meiner Mutter weiß ich, dass es nach dem Krieg einen Frauenüberschuss gegeben hat. Viele, auch junge Männer sind im Krieg gefallen oder nach dem Krieg gestorben. Da musste man sich wohl als Frau in 1950er Jahren ziemlich gut anstrengen, um „einen abzukriegen“. Denn eine unverheiratete Frau war damals ein Ding der Unmöglichkeit und eine Zielscheibe für etliche Lästereien.

Die Steinzeit ist vorbei, die Nachkriegsjahre ebenso. Warum stellen wir uns so an?

Gibt es Zickenkriege unter Männern?

Nein. Es sei denn, es trifft eine Männerriege bestehend aus Experten, zum Beispiel Ingenieure aufeinander. Da wird manchmal gestänkert, was das Zeug hält.
Ansonsten stehen sich Männer eher Auge in Auge gegenüber, zücken die Waffen und gehen danach ein Bier trinken.
Männer können auch leicht Kompromisse schließen. „Der Heinz ist zwar ein Depp, aber man kann mit ihm gut ein Bier trinken!“

Dagegen arbeiten wir Frauen viel subtiler und raffinierter. Wir setzen unsere Waffen dort an, wo es der anderen Frau wehtut: beim Aussehen, bei der Figur, beim Hausfrauenstolz, bei den Fähigkeiten als Mutter. Und mit Worten sind wir unschlagbar!
Die Paartherapeutin Vera Matt aus Berlin betitelte einen Artikel zu dem Thema Zickenkrieg mit:

„Zickenkrieg: Zielsicher die Seele der Anderen verletzen“

  • „Hast du abgenommen?“ könnte bedeuten, dass wir ganz schön fett geworden sind.
  • „Du kannst so kurze Röcke super tragen, ich leider nicht!“ will sagen, dass wir nuttig aussehen.
  • „Das Rezept für den Schokokuchen musst du mir unbedingt verraten!“ – vergiss es! Beide wissen, dass mit einer Backmischung gearbeitet wurde.

Was könnt ihr gegen einen Zickenkrieg unternehmen?

Was könnt ihr gegen Zickenkrieg, mobben und lästern unternehmen

Wir sind uns wohl alle einig, dass so ein Zickenkrieg einfach sinnlos ist und dass wir uns damit schaden. Und wir machen uns lächerlich! Und wir werden auf Dauer einsam.
Außerdem bringt uns sowas ein verdammt schlechtes Karma ein.

Ihr seid akut in einen Zickenkrieg involviert, vielleicht sogar das Opfer – was könnt ihr unternehmen?

Ihr könntet:

  • versuchen, vernünftig mit den anderen Mädels zu reden
  • euch einen anderen Umgang suchen
  • euch aus der Situation komplett herausnehmen
  • selbst einen Zickenkrieg anstacheln

Letztere Lösung ist die schlechteste aller Lösungen. Denn irgendwann wird die Situation eskalieren und das ist für niemanden gut.

Ich persönlich habe ungefähr 60 Jahre gebraucht, um einzusehen, dass man andere Menschen nicht ändern kann. Man kann immer nur sich selbst ändern, also vor der eigenen Tür kehren.

Deswegen beobachte ich mich selbst und meine eigenen Gedanken und versuche, mich in Lästereien über andere Frauen nicht mehr mit einbeziehen zu lassen.

Die Frau Meier ist hässlich, schlecht angezogen, dumm, blöde und irgendwie gemein? Außerdem fett?

Das ist mir egal. Vielleicht ist sie ein netter Mensch.

Und ein Versuch ist es wert – viel mehr wert, als jeder noch so tapfer ausgetragene Zickenkrieg dieser Welt!


Was ist eure Meinung dazu? Ward ihr schon mal Opfer? Oder Täter?


Was könnt ihr gegen Zickenkriege, Intrigen, Mobben und Lästern unternehmen
Alle Fotos: Zickenkrieg – Das Hauen und Stechen unter uns Frauen ©frau-sabienes.de
Text: Zickenkrieg – Das Hauen und Stechen unter uns Frauen ©frau-sabienes.de
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