Zen-Mythen: Schmerzen beim Sitzen

Im Laufe meiner meditativen und Uebersetzungsuebungen stiess ich immer wieder auf die Formulierung "mit den Schmerzen eins werden". Ich halte sie fuer nicht mehr angebracht und will dies erlaeutern. Wenn wir mit etwas eins werden, setzen wir voraus, dass da zwei sind. Auf dem Zenweg legen wir jedoch diese Vorstellung ab. Ist das mit Einswerden gemeint, dann sind wir also quasi Schmerz, dann IST da Schmerz, ohne dass er bewertet wird. Diese Art zu denken ist sicher erstrebenswert. Betrachten wir nun aber den Sinn von Schmerzen. Sie zeigen uns, dass etwas nicht richtig ist, dass wir krank sind, uns falsch ernaehren, aber auch, dass wir falsch sitzen. Die ganz natuerliche Reaktion in letzterem Fall ist eine Veraenderung der Sitzhaltung. Die im Dogenzen praktizierte Haltung ist leider nicht geeignet, besonders schmerzarm zu sein. Darum finden wir auf alten Darstellungen Bodhidharmas auch meist einen krummen Ruecken des Patriarchen, weil sich der beim langen Sitzen automatisch einstellt. Der Dogenadept wendet nun geistige Konzentrationskraft auf, statt es sich einfach bequem zu machen, weil er das Erwachen faelschlich an eine in seiner Schule als einzig korrekt angesehene Meditationshaltung koppelt. Tatsaechlich macht er damit aus etwas, das eins ist, zunaechst erst mal zwei, geht also einen Umweg. Das ist recht seltsam. Denn auch der Buddha des Palikanons sass anders.   Dennoch kann im niederschmerzigen Bereich der Zenadept schon bald Erfolge verspueren. Leider ordnet er sie faelschlich seiner mentalen Kraft zu, naemlich der rechten Ansicht des Einsseins mit dem Schmerz. Was tatsaechlich passiert ist das gleiche wie bei jedem Training - eine koerperliche Gewoehnung. Darum haben auch Japaner mit dem Fersensitz kein Problem, einzig, weil sie ihn lange genug eingeuebt haben - eine grosse geistige Leistung im Sinne eines Schmerzaushaltens oder Einswerdens ist nicht mehr noetig.   Wenn die Schmerzen dann auf der bekannten Schmerzskala nicht mehr nur bei 2 oder 3 liegen, wo ich sie mal im Zazen anordne, sondern in den  Bereich ab 6 oder 7 kommen, dann greift der Zenadept in aller Regel auch zu Schmerzmitteln. Die Vorstellung des Einsseins mit dem Schmerz, das Beobachten und Gewahrsein des Schmerzes werden sekundaer. Nicht alles, womit ich eins bin, dient meiner Lebensqualitaet. Letztlich sind Schmerz und Zennie dann wieder zwei, auf der phaenomenalen Ebene, weil nur so auf den Schmerz angemessen reagiert werden kann - dazu bedarf es einer Unterscheidungskraft. Wenn ihr das nicht glaubt, wartet einfach ab, bis eure Lehrer vom Krebs zerfressen werden oder aehnliches. Wenn ihr schon vorher ein Einsehen habt, dann versteht ihr auch, dass Erwachen ein spiritueller Prozess ist, der selbst dem leproesesten und skoliosesten Krueppel genauso gelingen kann wie einer Deshimaru-Kopie.

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