Zecken - FSME Impfung nur reine Geschäftemacherei?


Zecken - FSME Impfung nur reine Geschäftemacherei?

www.jenaFoto24.de  / pixelio.de

Mit dem Frühling zieht es die Menschen wieder in die Natur und damit steigt die Gefahr von einer Zecke gebissen zu werden. Seit Jahrzehnten ist es in Österreich üblich, sich regelmäßig gegen die Frühhsommer-Meningoenzephalitis impfen zu lassen. Und ebenso lange gibt es Kritiker, die die Sinnhaftigkeit der Impfung anzweifeln und dem Hersteller des Impfstoffs sogar reine Geschäftemacherei unterstellen. Was wirklich dahinter steckt, habe ich mich näher angesehen. 

FSME-Impfung - eine österreichische Erfolgsgeschichte


Bereits im Jahr 1920 wurde im Krankenhaus Neunkirchen ein völlig neues Krankheitsbild bei Waldarbeiter diagnostiziert, dem aber die Mediziner völlig rat- und machtlos gegenüber standen. Erst 1956 gelang es zwei österreichischen Ärzten das FSME-Virus zu isolieren und rund zwanzig Jahre später, 1973, entwickelte Professor Kunz den ersten wirksamen Impfstoff namens FSME-Immun. 
Der geschäftstüchtige Wissenschafter gründete drei Jahre später in Ort/Donau sein Unternehmen Immuno, wo der Impfstoff industriell hergestellt wurde Anfänglich wurde nur Forstarbeiter geimpft. Da dieser Markt aber viel zu klein war, überzeugte Professor Kunz das heimische Gesundheitsministerium von der enormen Gefahr, die von Zecken ausging und von der Notwendigkeit einer groß angelegten Impfaktion. Bis in die Neunziger Jahres des vorigen Jahrhunderts übernahm das Gesundheitsministerium dafür die Kosten für Marketing und Werbung. 
Da die damalige Opposition über mehrere parlamentarische Anfragen aufdeckte, dass einerseits die Werbungskosten mehrere Milliarden ausmachten, andererseits die Immuno keine einzige aussagekräftige Studie über die medizinische Relevanz der Massenimpfung vorlegen konnte, wurde die Finanzierung seitens des Ministerums eingestellt. Daraufhin wurde Immuno vom amerikanischen Pharmagigant Baxter übernommen. 
Baxter hat die weltweite Produktion und Verkauf des FSME -Imfpstoffs inne und das erkennt man auch im öffentlichen Auftreten des Unternehmens im Bezug auf dieses Thema. So werden die prominenten Websiten www.zecken.at und www.zecken.de von Pharmariesen betrieben. Der Vollständigkeit halber muss an dieser Stelle auch der Pharmakonzern Novartis erwähnt werden, der ebenfalls sehr erfolgreich im Geschäft mit FSME - Impfstoffe mitmischt.

Wenig Krankheitsfälle - grobe Nebenwirkungen


Laut Bericht des Departments für Virologie der medizinischen Uni Wien kam es 2013 zu 98 FSME - Erkrankungen, wovon ein Fall tödlich endete. Laut dem selben Virologie-Institutes, das sich zumindest gerüchteweise über eine jahrelange und lukrative Zusammenarbeit mit Baxter erfreut, würde es ohne der Impfung jährlich zu rund 400 Erkrankungen kommen.
Bei rund 8,5 Millionen Einwohnern in Österreich, halte ich angesichts dieser Zahlen das Erkrankungsrisiko für sehr gering oder zumindest für kalkulierbar. Insbesonders, wenn man sich die möglichen Nebenwirkungen, die zum Teil recht heftig ausfallen können und in manchen Fällen sogar tödlich enden, vor Augen führt. In diesem Zusammenhang möchte ich auf den hervorragenden Artikel Simons Tod - und die beschämenden Vorgänge um die FSME-Impfung von Bert Ehgartner, wie auch auf den Bericht Die verantwortungslosen Kampagnen der Pharmaindustrie hinweisen. Beide Artikel zeichnen ein, so wie ich fürchte, sehr realitätsnahes Bild über die Vorgangsweise der Pharmaunternehmen und Ärzten, die an deren finanziellen Tropf hängen.

FSME -Imfpung kein Allheilmittel


Zecken - FSME Impfung nur reine Geschäftemacherei?

Sylvia Voigt  / pixelio.de

Es mag sein, daß die Impfung vor der Erkrankung an Frühhsommer-Meningoenzephalitis schützt, doch ist sie damit kein Allheilmittel
Durch einen Zeckenbiss kann man, wie jährlich rund 70.000 Österreicher,  ebenso an der Borreliose erkranken. Die Erkrankung kann dabei unterschiedliche Organe, wie zum Beispiel Haut, Herz, Augen, das Nervensystem und die Gelenke betreffen.
Aufgrund der sehr langen Inkubationszeit, die Borrelien-Arthritis kann erst Jahre nach dem Zeckenstich auftreten, und dem insgesamt sehr diffusen Krankheitsbild, ist Borreliose oft schwer zu diagnostizieren.
Üblicherweise wird die Krankheit in drei Stadien eingeteilt. Im ersten Stadium kommt es meist zu einer kreisförmigen Rötung, die sich langsam ausbreitet und daher im Volksmund auch Wanderröte genannt wird. Dazu kommen leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen und erinnert daher meist an eine Grippe.
Im zweiten Stadium breitet sich der Virus über die Blut- und Lymphgefäße aus und befällt dabei Organe, wie Herz, Gelenke oder das Nervensystem. Wird das Nervensystem befallen, spricht man von der Neuro-Borreliose.
Im dritten Stadium, das aufgrund seiner monatelangen Verzögerung nach dem Zeckenbiss, auch das Spätstadium genannt wird, dominieren vor allem massive Gelenksentzündungen. Besonders Borreliose-Patienten in der USA sind davon betroffen, bei europäischen Patienten treten eher chronische Hautschäden auf.
Aufgrund verschiedener Virenstämme war es bisher nicht möglich einen wirksamen Impfstoff gegen Borreliose zu entwickeln. Doch wie die Neue Züricher Zeitung berichtete,  hat Baxter gegen Ende des letzten Jahres einen neues Serum erfolgreich an 300 Personen getestet.

Zecken fallen von Bäumen


Einer der bekanntesten Mythen um die Zecke, ist, daß sich das Insekt von Bäumen auf Menschen oder Wirtstiere fallen lässt. Das ist natürlich völliger Unsinn. Tatsächlich sitzen Zecken gerne im Gras, auf höheren Kräutern und in Büschen. Von dort lassen sich die Tiere auf ihre Wirte fallen oder werden von ihnen im Vorbeigehen abgestreift. Bevorzugte Stichstellen sind der Haarbereich am Kopf, die großen Beugen und Hände oder Füße.
Üblicherweise saugt sich die Zecke innerhalb von 15 Minuten mit Blut voll. Währenddessen wird der im Speichel des Tieres enthaltene FSME-Virus an den Wirt übertragen. Da der Stich selbst schmerzlos ist, macht es Sinn, nach ausgedehnten Aufenthalten in der Natur, den eigenen Körper nach Stichen bzw. den Insekten selbst genau zu untersuchen.
Hat man eine Zecke gefunden, sollte man von diversen Hausmittelchen, wie das Rausdrehen oder Beträufeln mit Öl, Abstand nehmen. Am Besten hat sich bisher die Verwendung einer Zeckenzange oder Pinzette bewährt. Dabei setzt man dicht über der Haut an und zieht das Insekt vorsichtig raus. Dabei ist darauf zu achten, daß man das Tier nicht am Hinterleib erwischt, weil dadurch möglicherweise noch mehr Erreger in die Wunde abgegeben werden.

Zeckenstich und keine Impfung 

Zecken - FSME Impfung nur reine Geschäftemacherei?

© www.netdoktor.at


Wenn man an sich einen Zeckenstich entdeckt hat, aber nicht gegen FSME geimpft ist, sollte man so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen um die weitere Vorgangsweise zu besprechen, da eine nachträgliche FSME-Immunisierung nicht möglich ist.
An dieser Stelle sollte erwähnt werden, daß schätzungsweise drei Viertel aller FSME Infektionen ohne relevante Beschwerden verlaufen. Und selbst wenn es zu einer Erkrankung kommt, beschränkt sich diese bei zwei Drittel der Patienten auf grippeähnliche Symptome.
Bei Patienten, deren Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen ist, ändert sich das herkömmliche Impfschema, gemäß nebenstehender Tabelle.

Fazit


Ohne Zweifel ist die Frühhsommer-Meningoenzephalitis eine Erkrankung, die man nicht unterschätzen sollte. Jedoch darf meiner laienhaften Meinung nach, das Risiko einer Infektion ebenso nicht überschätzt werden.
Vor allem, wenn man sich die Vorgeschichte und das Zustandekommen der Massenimpfaktionen hier in Österreich vor Augen führt. Es drängt sich einfach der Verdacht, daß von geschäftstüchtigen Medizinern und Pharmaherstellern ein Bedarf bzw. gesundheitliche Bedrohung und somit ein Markt geschaffen wurde, den es bis in die Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht gegeben hat.
Offenbar wird die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der FSME-Immunisierung von Herrn und Frau Österreicher in den letzten Jahren immer stärker angezweifelt, da die Zahl der Impfungen  deutlich abgenommen hat.
Meines Erachtens sollte man sich von mehreren Ärzten eingehend beraten lassen und erst dann eine Entscheidung für oder gegen eine FSME-Impfung treffen.
Weiterführender Link
Kosten der FSME-Impfung und Impfstellen

wallpaper-1019588
Ein Leben ohne Grenzen – Bilderbuch lassen dich deinen Pass für Europa gestalten
wallpaper-1019588
Bild der Woche: Mariazeller Advent
wallpaper-1019588
Rosenkohl-Lasagne
wallpaper-1019588
Gerste, Kohlrabi, Senf und Forelle
wallpaper-1019588
Buchbombe: „Anonymous“ rechnet mit „grausamen, unfähigen und gefährlichen“ Trump ab
wallpaper-1019588
Ein Makro, neue Abenteuer und der Wochenstart
wallpaper-1019588
„Nowhere Boy“ von Sam Taylor-Johnson
wallpaper-1019588
Andalusien Tag 5 – Alhambra