Z am Park

Z am Park

Bohnen:

  • Café Noir Espresso, Arabica aus Brasilien (Santos), Costa Rica, Sidamo (Äthiopien) und Parchment Robusta aus Indien. Dunkel geröstet.
  • Café Noir Crema, Arabica aus Brasilien (Santos), Malabar (Indien), Sidamo (Äthiopien) und Parchment Robusta aus Indien. Mittel geröstet.

Röster: Café Noir, Zürich

Maschine: Dalla Corte Evolution (Siebträger)

Wo: Zurlindenstrasse 275, Zürich

Bericht:

„To tamp, or not to tamp, that is the question”. Nein, Shakespeare benutzte definitiv keinen Tamper, denn es gab ja auch noch keine Espressomaschinen. Heute gibt es beides und immer wieder mal sorgt der kleine Handstempel für Diskussionen unter Kaffeefreunden. Das Z am Park wurde diesbezüglich auch hier schon kontrovers diskutiert, also habe ich mir das Lokal mal selber angeschaut. Auf den ersten Blick erinnert sowohl die Klientel als auch das Interieur ein wenig an das Kafi für Dich. Interessanterweise ist auch die Wahl des Kaffeelieferanten und der Maschinenmarke gleich ausgefallen: eine gerngesehene, da qualitativ vielversprechende Kombination. Auf der Karte wird der Espresso so genau beschrieben, dass man am liebsten gleich zu Massbecher und Waage greifen möchte um nachzumessen. 30ml Wasser die durch 9g gemahlenen Kaffee gepresst werden verspricht das Kleingedruckte. Ob man auf die etwas schweizerischen 30ml oder die eher traditionellen 25 steht, ist Geschmacksache, solange nicht einfach mehr Wasser durch die gleiche Menge Kaffee läuft, was man ja berücksichtigt zu haben scheint mit den 9g. Auf jeden Fall schmeckt was ich in der Tasse habe sehr gut. Aber dazwischen war ja eben noch die Sache mit dem Tampen. Was die anderen Baristi so treiben, weiss ich natürlich nicht, aber die beiden Herren die bei meinem Besuch hinter der Theke standen, haben beide getamped. Und den Siebträger ausgewischt. Vorbildlich. Und geknocked. Und getamped. Und geknocked. Und getamped. Etwa dreimal. Und schon wären wir wieder bei der Diskussion unter Kaffeefreunden. Kurz vorweg, als „knocken“ (vom englischen „to knock“, also „klopfen“) bezeichnet man einen kurzen Schlag mit dem Tamper gegen den Siebträger nach dem Tampen. Dies löst das noch am Siebträgerrand haftende Kaffeepulver, birgt jedoch die Gefahr, dass das Siegel zwischen dem angepressten Pulver und der Siebträgerwand bricht, was zu Channeling führt. Knocken ist also umstritten und wenn man es tut, sollte man es definitiv nicht zu kräftig tun. Und vielleicht auch nicht gerade dreimal. Für Diskussionsstoff dürfte also gesorgt sein. Am Kaffee gibt es aber nichts auszusetzen, wie gewohnt ist ein gut zubereiteter Noir-Espresso ein Genuss für die Sinne. 5 Zürich-Bohnen für den mit einer Prise Diskussionsstoff zubereiteten, guten Espresso.



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