Yoga Die Kraft des Lebens – Ein Dokumentarfilm von Stéphane Haskell

Von Sabienes @sabienes

Mondyoga

Yoga – Die Kraft des Lebens oder: Was man mit Yoga alles erreichen kann

Normalerweise gebe ich auf diesem Blog keine Filmtipps ab – dafür ist nämlich mein Blog Sabienes TraumWelten zuständig.
Es gibt auch nicht allzuviele Filme zum Thema Yoga, die mir wirklich gut gefallen. Aber dieser Dokumentarfilm von Stéphane Haskell hat mich so fasziniert, dass ich ihn euch unbedingt ans Herz legen möchte. Er lief im Juni 2019 für kurze Zeit in nur wenigen Programmkinos – und ich hatte ihn damals dummerweise verpasst.
Aber nun gibt es ihn zu kaufen/streamen und ich würde ihn mir immer wieder ansehen. 

Yoga Die Kraft des Lebens

Nach einem komplizierten Bandscheibenvorfall sitzt der französische Regisseur und Foto-Journalist Stéphane Haskell im Rollstuhl. Nach Aussagen seiner Ärzte stehen seine Chancen auf ein normales Leben ohne Schmerzmittel ganz schlecht. Obwohl alternative Heilmethoden in Frankreich erstaunlich wenig Akzeptanz finden, empfiehlt ihm ein Arzt, es doch einmal mit Yoga zu probieren.
In einer Pariser Yogaschule, die nach den Lehren des Yogi B.K.S Iyngar arbeitet, beginnt für Stéphane ein langer und schwerer Weg. Aber nach zwei Jahren harter Arbeit kann er endlich wieder ohne Hilfe gehen. Er beschließt, seine Erfahrungen in einem Dokumentarfilm zu verarbeiten und reist dafür um die ganze Welt – immer wieder fasziniert, was durch Yoga alles erreicht werden kann.
Meine erste Erkenntnis in diesem Film:

„Der Körper öffnet sich nicht freiwillig. Er muss es erst zulassen“

Yoga international

Das Yoga nicht nur in Indien, sondern auch vermehrt in westlichen Industrienationen praktiziert wird, wissen wir ja. Denn schließlich sind wir ja voll mit dabei.
Deswegen scheint es nicht groß verwunderlich, dass sich Stéphane in den Benediktushof bei Würzburg begibt (oder eher schleppt), um dort mit der Yogatherapeutin Theresa Poulsen zu arbeiten. Dank dieser äußerst charismatischen Lehrerin erfährt er erste große Fortschritte und ihr gilt wohl sein ganzer Dank.

Yoga im Knast

Das Gefängnis San Quentin bei San Francisco ist eines der härtesten und überfülltesten Haftanstalten der USA . Und außgerechnet hier gibt es Yogakurse, die Haskell besucht hat. Dabei kann man echt harte Kerle, von oben bis unten mit nicht schönen Motiven tätowiert, zusehen, wie sie beflissen ihre Asanas üben. Die Männer schätzen nach eigenen Aussagen die Ruhe und den Frieden, die ihnen Yoga schenkt.

Yoga in Kenia

Die Yogalehrerin Page lehrt den Massai in Kenia Yoga. Und diese praktizieren dort den Baum, als hätten sie nie etwas anderes getan.
Berührend fand ich eine Yogaschule in Nairobi, in der auch Yogalehrer ausgebildet werden.
Meine zweite Erkenntnis habe ich von einer der Yogalehrerinnen:

„Yoga verhilft zu einem positiven Körpergefühl. Die Menschen achten mehr auf sich und ihre Gesundheit. Mit einem positiven Körpergefühl wird man ein Kondom benutzen oder sich nicht mehr mit den falschen Männern einlassen“

In einem anderen interessanten Projekt in Kenia arbeitet eine Yogalehrerin mit gehörlosen Kindern und mit aidskranken und drogenabhängigen Frauen in einem Frauengefängnis. Ich glaube nicht, dass es viele Gefängnisse gibt, in denen die Insassen mehr Zufriedenheit und Gelassenheit als ihre Wärter ausstrahlen.

Yoga in Israel

Die nächste Station in Yoga Die Kraft des Lebens ist Israel, wo Stéphane ein orthodoxes Ehepaar besucht. Beide praktizieren und lehren seit Jahren Yoga und sind der Überzeugung, dass sich der Yogaweg sehr gut mit ihrer Religion vereinbaren lässt. Denn beides verlangt Disziplin.
Eine andere Yogalehrerin unterrichtet eine ältere Palästinenserin, die wegen diverser Checkpoints einige Stunden braucht, um zu ihrer Yogastunde zu kommen. Aber sie hat noch nie eine Stunde versäumt.

Yoga in Los Angeles

In Los Angeles arbeitet ein MS-Kranker mit anderen Betroffenen und hilft ihnen dadurch zu mehr Mobilität und Stabilität. Auch er ist ein großer Fan von Iyengar und kennt ihn persönlich.

Yoga nach B.K.S Iyengar

Natürlich besuchte Stéphane Haskell auch B.K.S. Iyengar in Indien zu einem Interview. Um alle Erkenntnisse und Aussagen hier wiederzugeben, reicht mir der Platz in diesem Blog nicht.
Aber ich habe eine dritte Erkenntnis gewonnen:

„Gesundheit ist nicht nur Fitness. Das ganze Selbst muss gesund sein.“

Yoga in der Schule

In Marseille zeigt der Filmemacher eine Schule in einem der hiesigen Problemviertel. Seitdem es dort Yoga als Unterrichtsfach gibt, sind die schulischen Leistungen der Kinder besser geworden.

Yoga Die Kraft des Lebens – Meine Meinung

Die Lehren von B.K.S. Iyengar waren mir bislang fremd. Durch den Film gewann ich den Eindruck, dass bei dieser Methode sehr häufig der Herabschauende Hund und der Krieger praktiziert werden. Das sind zwar machtvolle Asanas, aber gibt es nicht auch andere Übungen? Außerdem wird wohl ein großes Gewicht auf Hilfsmittel, wie Gurte gelegt. Und die Lehrer pressen und zerren an ihren Schülern so lange herum, bis die Position stimmt. Auch alles schön und gut, aber für mich schien das zu extrem.
Außerdem sind mir Gurus, wie Iyengar ein wenig suspekt. Aber offensichtlich hat seine Methode sehr großen Erfolg.

Wenn ich aber einmal von diesem Kritikpunkten absehe, handelt es sich hier hier um sehr gut gemachten Dokumentarfilm mit einer teilweise imposanten Bildsprache. Dieser Film hat nicht nur mich sehr inspiriert. Ein guter Freund berichtete mir, dass er nun als baldiger Pensionär tiefer in die Materie Yoga einsteigen möchte.

Er Film Yoga Die Kraft des Lebens kann uns Mut machen, nicht aufzugeben – auch wenn die körperlichen Voraussetzungen einmal nicht so ideal scheinen. Denn Yoga ist ein Weg, um unseren Körper, Geist und Seele auf allen Ebenen zu heilen.

Übrigens: Stéphane Haskell kann inzwischen sogar wieder Skifahren! Nicht schlecht für jemanden, der im Rollstuhl saß und als austherapiert galt, oder?

Trailer

Natürlich habe ich hier noch den offiziellen Filmtrailer für euch.

Filmografisches

Filmografisches zu dem Film Yoga Die Kraft des Lebens
  • Titel: Yoga Die Kraft des Lebens
  • Originaltitel: Debout
  • Produktionsland: Frankreich
  • Originalsprache: Fanzösisch
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Länge: 85 Minuten
  • Altersfreigabe: FSK 0
  • Regie: Stéphane Haskell
  • Drehbuch: Stéphane Haskell
  • Künstler: Laurence Bawedin, Stéphane Haskell, Christophe Février, Elise Abreu, Guillaume Roy, Laurent Ramamonjiarisoa und andere
  • Preis Stand Januar 2020: ab 2,99 Euro (Amazon Video), 15,99 Euro (DVD)
  • Bestelllink Amazon

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Kennt ihr noch andere Yogafilme? Welche könnt ihr mir empfehlen?


Vorschau auf die nächsten Blogartikel:

Unter diesem Punkt möchte ich in Zukunft auf kommende Artikel auf meinen anderen Blogs hinweisen. Denn viele von euch wissen vielleicht gar nicht, dass ich mehrere Blogs habe. Deswegen ist diese Vorschau als eine Art „firmeninterne Werbung“ gedacht. Solche Hinweise sind immer ohne Gewähr. Ich habe zwar sowas wie einen Redaktionsplan. Diesen schmeiße ich aber immer wieder komplett um.
Wenn alles klappt, werde ich euch am Donnerstag, den 23. Januar auf Sabienes TraumWelten von unserem erholsamen Silvesterurlaub auf der Nordseeinsel Juist erzählen.


Alle Fotos: Yoga Die Kraft des Lebens – Ein Dokumentarfilm von Stéphane Haskell ©mondyoga.de
Text: Yoga Die Kraft des Lebens – Ein Dokumentarfilm von Stéphane Haskell ©mondyoga.de