Yo no pago: Jetzt wird die Börse gestürmt

Von Uhupardo

„Am 14. Februar, am Valentinstag, wollen wir der Börse mal zeigen, wie lieb wir sie haben“, grinst einer der Mitglieder der Aktion „Yo no pago“. An allen spanischen Börsenstandorten, in Madrid, Barcelona, Valencia und Bilbao, wird die nächste Aktion stattfinden. Dort wo „sie Monopoly spielen die Märkte oder die Finanzterroristen“. Danach wird es noch eine kleine „Überraschungsaktion“ geben, die erst kurz vorher bekannt gegeben wird, um den Behörden und der Polizei keine Tipps zu geben.

„Chorizos“ sollen die Teilnehmer mitbringen, steht in der Einladung. Chorizos sind einerseits Würste (ähnlich einer Salami), andererseits bezeichnet dieses Wort aber auch halbseidene Gauner oder Gangster. Und noch ein Doppelsinn wird benutzt. „Bolsa“ ist Börse in der spanischen Sprache, heisst aber auch „Tüte“ oder „Tasche“. Deswegen soll jeder eine schwarze Mülltüte mitbringen, um mit dieser „Bolsa“ der anderen „Bolsa“ zu zeigen, was sie wert ist. Wer will, könne auch einen Sarg mitbringen, heisst es, um die Beerdigung des Kapitalismus zu feiern.


Kollektives Schwarzfahren als Protest in Madrid – Yo no pago.

Die Aktion „Yo no pago“ hatte mehrfach mit massivem Gruppen-Schwarzfahren auf sich aufmerksam gemacht und eine heftige Polizei-Reaktion provoziert. Das Sicherheitspersonal der Metro, die uniformierten Sherrifs, erklärten sich jedoch mittels ihrer Aktion „Yo no paro“ mit den Demonstranten solidarisch und wollen Schwarzfahrer nicht mehr aufhalten.

Über die Aktion am 14. Februar,
die unter dem Motto läuft „Wir ziehen zur Börse, weil sie uns Geld schuldet“, wird der Uhupardo zeitnah berichten. Heute wird die Madrider Regierung die lang angekündigte „drastische Arbeitsmarktreform“ verkünden. Ab Freitagnachmittag dürften die Protestgründe ganz sicher deshalb ebenso drastisch zunehmen.