Xenopus laicht! oder: “Bin ich schwanger?”

Fotograf: http://de.wikipedia.org/wiki/User:Michael_Linnenbach

Xenopus laevi (Glatter Krallenfrosch)

Was hat man eigentlich gemacht, als es noch keine Schwangerschaftstests zu kaufen gab?

Dass aus Fröschen keine Prinzen werden wenn man sie küsst, dürfte landläufig bekannt sein. Dass bestimmte Frösche aber Vorhersagen treffen können, ob eine Frau schwanger ist  – das fand ein gewisser Herr Lancelot Thomas Hogben heraus.

Doch mal der Reihe nach: Erst waren die Mäuse dran. 1927 entwickelten die deutschen Gynäkologen Selmar Aschheim und Bernhard Zondek einen nach ihnen benannten Test, die Aschheim-Zondek-Reaktion. Hierfür wurde sehr jungen weiblichen Mäusen ein wenig Morgenurin der Probandin unter die Haut gespritzt. Reagierten die Eierstöcke der Maus daraufhin mit einem Eisprung (Ovulation), so war die getestete Probandin wahrscheinlich schwanger. Denn die Mäuse reagierten auf das bei einer Schwangerschaft gebildete Hormon “Humanes Choriongonadotropin” (hCG). Zu Beginn der Schwangerschaft, ca. 114 Stunden (Mitte des fünften Tages) nach der Befruchtung, beginnt  hCG die Einnistung  der Blastozyste vorzubereiten.

Vorteil der Methode: Man konnte ziemlich zuverlässig feststellen, ob die getestete Frau schwanger war oder nicht.
Nachteile: Der Test brauchte bis zu fünf Tage, und die Testmaus musste ihr Leben lassen, da man sie für das Testergebnis obduzieren musste.

Aber die Mäuse mussten nicht lange leiden: Schon in den 1930er-Jahren entdeckte Lancelot Thomas Hogben, das auch der Krallenfrosch (Xenopus laevi) auf den Urin einer schwangeren Frau reagierte.  Dieser Frosch trägt immer Eier im Abdomen (Bauch). (Ob das Frösche generell tun oder nur dieser, da bin ich im Moment überfragt ;) ). Spritzte man einem Froschweibchen Urin in den dorsalen (= am Rücken befindlichen) Lymphsack, so reagierten sie inner 4-5 Stunden mit Eisprung, wenn Schwangerschaftshormone in der Urinprobe enthalten waren. Nach 12 – 24 Stunden setzte die Fröschin dann Laich ab – und es war mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher, dass die Probandin schwanger war.

In deutschen Apotheken war es bis in die 1960er durchaus üblich, dass Kundinnen Urinproben vorbeibrachten, die dann in der Apotheke diesem Frosch injiziert wurden – der Apotheker konnte dann am nächsten Tag Bescheid geben, ob eine Schwangerschaft bestand. Der Krallenfrosch ist daher auch unter dem Namen “Apothekerfrosch” bekannt geworden.

Vorteile der Methode: Man konnte ziemlich zuverlässig feststellen, ob die getestete Frau schwanger war oder nicht, der Test war deutlich schneller als der Mäusetest – und das Tier musste nicht getötet werden.  Drei bis vier Wochen nach einem Test war so ein Frosch dann erneut “einsatzbereit”.

Heute braucht man sich keine Frösche oder Mäuse mehr zu halten, um eine Schwangerschaft sicher festzustellen. Wie moderne Schwangerschaftstests funktionieren – dazu demnächst mehr in unserem Blog!

 


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