Xenoblade Chronicles X

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Xenoblade Chronicles X

8RPG

Es ist mittlerweile schon ein paar Jährchen her, dass Monolith Soft mit Xenoblade Chronicles das JRPG in die Jetzt-Zeit holte. Nach ein paar zusätzlichen Jahren Entwicklungszeit kommt nun das lange ersehnte Sequel für die Wii U in die Läden: Xenoblade Chronicles X. Was auf den ersten Blick wie eine nahtlose Fortsetzung wirkt, sollte Fans aber doch zunächst genauer erklärt werden. Zwar finden sich viele Elemente, die aus dem vorherigen Spiel bekannt sind, auch hier wieder, grundsätzlich verfolgen die Entwickler aber doch eine andere Strategie. An erster Stelle steht diesmal das Erforschen eines fremden Planeten. Fand der Vorgänger noch eine gekonnte Balance aus Anime-Story und Exploration, tritt die Story diesmal deutlich in den Hintergrund.

Ehrlicherweise muss man sagen, dass dies im Jahr 2015 vielleicht nicht die schlechteste Strategie war, denn neben einem zeitlosen erzählerischen Meisterwerk wie The Witcher 3: Wild Hunt (oder auch The Last of Us) wirken Ausflüge in die pubertären Anime-Szenarien von japanischen Rollenspiele wie das Durchstöbern einer 90er Jahre-Teenager-CD-Sammlung: Kaum zu glauben, dass man das mal genauso spannend fand. Die wenigen erzählerischen Elemente in Xenoblade Chronicles X beschränken sich auf eine handvoll Story-Cutscenes sowie optionale Charakter-Quests und sind in ihrer Qualität nicht störend, liefern aber auch wirklich gar nichts neuartiges und so ist man fast froh, dass man mehr Zeit für die funktionierenden Elemente hat.

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Nicht nur gestaltet man die Hauptfigur selbst, auch die Charaktere, die man mitnimmt, sind großteils optional. Das Spiel besteht überhaupt – bis auf einige Ausnahmen – praktisch ausschließlich aus Nebencharakteren. Im Mittelpunkt steht also die freie Erkundung einer offenen Welt und so stellt sich die Frage, ob Xenoblade Chronicles X in Zeiten wie diesen, in denen gigantische Welten wie die von Fallout 4 oder Metal Gear Solid V den Spieler für hunderte Stunden fesseln können, irgendetwas an den Tisch bringen kann, das es sonst nicht gibt. Verblüffender Weise ist die Antwort darauf ganz klar: Ja, kann es.

Man verbringt einen guten Teil des Spiels damit, als winziger Mensch gigantische Superstrukturen zu erforschen, die selbst den abgeklärtesten Videospiel-Touristen noch in Erstaunen versetzen können. Dabei levelt man wie gewohnt seine Charaktere, läuft generischen Fetch-Quests hinterher oder sammelt bessere Ausrüstung. Doch nach etwa der Hälfte des Abenteuers ändert sich dann alles und man erhält eine ganz neue Perspektive: Der Spieler bekommt seinen ersten Kampfmech spendiert und kann von nun an die Welt als Riese erforschen. Tatsächlich ändert sich dadurch alles: Große Felsvorsprünge überspringt man mühelos und gigantische Monster wirken auf einmal gar nicht mehr so imposant.

Ein weiterer Moment der Erleuchtung folgt später noch in Form des freien Flugs: So kann man selbst an die höchsten Spitzen einer Welt fliegen, die man zuvor dutzende Stunden zu Fuß mühevoll erkundet hat. Das Kampfsystem wird durch die Mechs ebenfalls erweitert und ist auf ein Endspiel ausgelegt, in dem der Spieler Jagd auf gigantische Monster macht, die selbst der besten Ausrüstung noch Probleme bereiten können.

Die Präsentation ist dabei zwar ein wenig steril: So wirkt die grafische Qualität im Vergleich mit aktuellen Blockbustern etwas altbacken, der Soundtrack erfüllt aber seinen Zweck als stundenlanger Wegbegleiter hervorragend. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass der Titel – anders als vergleichbare – exklusiv auf der Wii U zu haben ist und dabei auch noch mit einem flexiblen Kartentool hervorragend Nutzen von den speziellen Fähigkeiten des Systems macht.

Grundsätzlich stürzen sich die Entwickler auf ein Element der JRPGs, das irgendwann in der letzten Konsolengeneration gänzlich verloren gegangen ist: Wer diese Spiele dafür schätzte, dass es eine Weltkatre gab, in der man jeden Winkel erkunden kann und dabei auf Überraschungen trifft, der wird hier bestens bedient. Xenoblade Chronicles X nimmt sich die Momente von JRPG-Klassikern, in denen man die Schlüssel für ein Schiff (oder Luftschiff) erhielt und bringt sie erstmals in die heutige Zeit. Entdeckernaturen werden mit dem Titel ihre wahre Freude haben.

Plattform: Wii U (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 12, Release: 04.12.2015, Link zur Homepage


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Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis? Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.


 
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