#Wutkinder – Wenn kleine Menschen ihren großen Frust raus lassen

Von Nadine

Frida von 2KindChaos hat zur Blogparade aufgerufen. Für uns alle zum Schmunzeln (für die Zwerge eher nicht).

Worüber?

Über die mehr oder minder kleinen Ausraster der lieben Kleinen. Und da habe ich auch eine ganze Menge zu bieten. Denn unser Sohn hat gerade den Höhepunkt seiner Wutphase erreicht. Jeder Tag ist im Moment anders. So lieb und anhänglich er in dem einen Moment sein kann, so wütend kann er es im anderen Moment sein.

Ich versuche dabei entspannt zu bleiben. Gut, gelingt meistens nicht. Aber ich versuche es immerhin. Denn die für uns vermeintlichen Kleinigkeiten, an denen er sich so hochzieht, sind für ihn offenbar furchtbar wichtig. Auf ihn strömt jeden Tag so viel Neues ein und er muss erst noch lernen, unsere Welt richtig zu verstehen und vor allem, dass es auch Grenzen gibt.

Das meiste ist für uns nicht nachvollziehbar. Aber wir sind ja auch schon groß. Ich habe meine Mutter gefragt, ob ich damals auch so war. Sie sagte, ich war immer lieb. (Ihr müsstet jetzt mein breites Grinsen sehen!)

Mich hat also so schnell nichts auf die Palme gebracht. Was bei meinem Sohn halt ganz anders aussieht.


Hier sind unsere Top 10 der größten Aufreger unseres Sohnes:

1.Über das Babyphone schallen morgens “Mama”-Rufe zu mir. Also gehe ich ins Zimmer meines Sohnes, begrüße ihn fröhlich. “Nein, nicht guten Morgen! Weiter schlafen.” “Soll ich wieder gehen?” “Nein Mama, aufstehen!” “NEIN, nicht Rollo hoch machen!!! N-E-I-N, nicht anziehen, noch schlafen!!!” (Dieses Spektakel spielt sich zu 90 % jeden Morgen ab und zieht sich teilweise über 45 Minuten hin.)

2. Wir haben es nach unten an den Frühstückstisch geschafft. “Nein, nicht im Stuhl sitzen!” “Nein, lieber Wohnzimmer!” Er geht spielen. Ich bereite das Frühstück so weit vor. Er kommt zurück. Ich schmiere das von ihm gewünschte Brot und er setzt sich sogar doch noch in seinen Stuhl. “Soll ich das Brot durchschneiden oder ganz lassen?” “Durchschneiden.” Ich schneide das Brot also durch. “NEIN, nicht durchschneiden! NEIN, wieder zusammenbauen!” “Das geht nicht mehr!” “NEIN, anderes Brot!” Ich schmiere ein anderes Brot. Dann isst er doch das erste.

3. Wir sitzen im Wohnzimmer. “Komm Mama, Autos spielen!” Ich nehme mir ein Auto. “Nein Mama, das mein Auto!” Ich nehme mir ein anderes. “Nein Mama, das MEIN AUTO!” “Dann gib mir eins mit dem ich fahren darf.” “Nein, alles meine Autos!” Pause. “Hier Mama!” Er gibt mir doch eins. Juhu! “Nein Mama, nicht da fahren! Woanders fahren! Nein, NEIN, N-E-I-N!!!”

4. Wir wollen mit dem Auto wegfahren. “Komm Schatz, einsteigen!” “Nein, nicht einsteigen! Will nicht!” Er rennt weg. 20 Runden um das Auto. Ich schnappe ihn irgendwann. Er wehrt sich. “Nein, will nicht!” Schließlich können wir doch losfahren. Und kommen irgendwann an. “Nein, nicht aussteigen! NEIN; sitzen bleiben!!!”

5. “Gummibärchen essen!” “Okay Schatz, ich hole Dir welche!” “Mama auch Gummibärchen essen.” Ich hole für jeden ein kleines Tütchen und öffne sie. Er ist. Ich esse. Wo ist der Fehler? Ich esse! “NEIN MAMA, nicht essen! Das meine Gummibärchen!!!”

6. “So, Zeit für die Badewanne!” “Nein, will nicht planschen!!!” Wehrt sich beim Ausziehen mit Händen und Füßen. Brüllt alles zusammen, weil wir ihn einfach in die Wanne gesetzt haben. (Ob die Nachbarn eigentlich denken, wir mißhandeln unser Kind?) Oh, plötzlich macht es doch Spaß in der Wanne. Überraschung! Ehe man sich versieht, steht das ganze Bad samt Mama und Papa unter Wasser. “Kommst Du jetzt wieder raus?” “Nein, will nicht raus! Noch planschen!” “Aber es ist gleich Zeit für’s Abendessen!” “NEIN, will nicht essen, will noch PLANSCHEN!”

7. Neulich auf dem Stadtfest. Nach 7 Runden Karussell waren wir der Meinung, es wäre langsam genug. Lautstarker Protest: “Noch Karussell fahren!!!” Er steigerte sich hinein. Wir kamen an einem Stand vorbei, wo Spielzeugautos verkauft wurden. Bestechnung ist eine gute Idee. Manchmal. Er suchte sich zwei Autos aus und überlegte, ob er lieber den roten Traktor oder den Rennwagen nehmen soll. Er nahm den Rennwagen. Kind beruhigt. Dachten wir. Kein zwei Meter weiter rief er nach dem roten Traktor. “Roter Traktor! Karussell!! Nicht nach Hause!” Bestechnung war keine gute Idee. Es ging unter Protest nach Hause. Dort angekommen warf er sich im Flur auf den Boden und brüllte satte 45 Minuten “Roten Traktor haben! Noch Karussell fahren. Müde, schlafen gehen! Karussell! TRAKTOR! S-C-H-L-A-F-E-N!!!” Nichts half, bis wir ihn ins Bett legten. Er schlief sofort ein. Wachte 30 Minuten später wieder auf: “Roten Traktor haben! Noch Karussell fahren. Karussell! TRAKTOR!!!”

8. Papa ist sein Held. Eigentlich. Doch die neuste Macke: Wenn Papa Feierabend macht, wird sich nicht mehr gefreut. Wenn er sein HomeOffice verlässt und das Knarren der Treppe zu hören ist, geht es los: “NEIN PAPA, nicht Feierabend!!! Papa noch ARBEITEN! NICHT NACH UNTEN KOMMEN!!!” Funktioniert übrigens neuerdings auch, wenn Oma und Opa kommen.

9. Es ist mitten in der Nacht. 01.44 Uhr. Es fängt an zu regnen. Er wacht auf, fängt an zu schreien. Ich eile zu ihm. “NEIN, will nicht Regen! Will Sonne!!! Kein REGEN!!!” “Soll ich das Fenster zu machen? Dann hörst Du den Regen nicht mehr!” “Nein, nicht Fenster zu. Will Regen!”

10. “Möchtest Du das T-Shirt mit den Autos drauf anziehen?“Jaaaaa, sieht cool aus!” So fertig! “Nee, nee….ausziehen!! Sieht komisch aus! Wieder ausziehen, Mama! Anderes T-Shirt!!!!”


Diese und andere kleine Dramen spielen sich hier tagtäglich ab. Und wie sieht es bei Euch aus?


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