Wussten Sie das ? Mindestlohn für Profifussballer 250 Euro im Monat- nicht pro Stunde !

Fußballprofi ist für viele Kinder und Jugendliche ein Traumberuf. Tatsächlich handelt es sich wohl eher um die härteste Ausbildung, die junge Menschen meistern können. Einfach so "Hacke - Spitze - Dribbeln" ? Mitnichten, es ist ein knallhartes Geschäft !

Wussten Sie das ? Mindestlohn für Profifussballer 250 Euro im Monat- nicht pro Stunde !

Hacke - Spitze - eins, zwei, drei und schon rollen die Millionen? Traum vieler Jugendlicher. Falsch ! Bild pixabay


Es war der Tiefpunkt des deutschen Fußballs: Am 20. Juni 2000 spielte die deutsche Nationalmannschaft in Rotterdam im letzten Spiel der EM-Vorrundengruppe gegen eine portugiesische B-Elf. Die Partie ging 0:3 verloren - die Europameisterschaft war beendet, bevor sie so richtig begonnen hatte.
Und der deutsche Fußball zur Lachnummer verkommen. Danach begann das große Aufräumen. Bei der Nachwuchsförderung blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Die Bundesliga-Vereine wurden gezwungen, massiv Geld in die Jugend zu investieren und gaben freiwillig noch viel mehr aus.

Talente

Das Ergebnis waren eine Vielzahl von großen Talenten, das Sommermärchen 2006 und weitere Großturniere mit sehr guten Ergebnissen und tollem Fußball – wenn auch noch ohne Titel. Und nun fahren Lahm, Müller, Schweinsteiger, Reus, Götze, Özil und Co als Mitfavorit nach Brasilien.
Für Millionen Fans sind sie schon Helden. Kinder rufen ihre Namen – vielleicht jahrelang, womöglich auch nur für ein paar Tage. Das und ein stattliches Gehalt ist alle Mühen wert, sagen Hunderttausende junge Menschen, die den Traum vom Fußballprofi hegen.
Ein harter Weg
Dabei vergisst man gern, wie hart der Weg in die Bundesliga ist. Selbst kurz vor Schluss kann man noch scheitern: 55 Prozent der der U18-Nationalspieler schaffen den Sprung in die deutsche Eliteliga nicht. Die meisten Spieler landen in der dritten Liga und verdienen dort durchschnittlich „nur“  120.000 Euro pro Jahr – oder spielen gar nur in der Regionalliga (40.000 Euro) oder Oberliga (20.000 Euro).
Doch selbst für die, die es schaffen, gilt laut Freiburgs Trainer Christian Streich: „Fußballprofi ist kein Traumjob.“ Denn ganz oben zu sein, mag traumhaft sein, der Weg dorthin ist es nicht: Die massive körperliche Belastung, Druck, brutaler Konkurrenzkampf, absolute Disziplin auch bei der Ernährung, Zeitknappheit, wegbrechende Freundschaften und unzählige Entbehrungen erfordern mehr als nur den unbedingten Willen. 7.30 Uhr Training, 9 Uhr Schule, anschließend Hausaufgaben, 16.30 Uhr Individualtraining, 18 Uhr Mannschaftstraining – so sieht der Tagesablauf eines U19-Spielers aus.

Das System
Rund drei Millionen aktive Fußballer gibt es in Deutschland. Sie spielen in 170.000 Mannschaften. Doch nur 1500 von ihnen verdienen mit dem Sport wirklich so viel Geld, dass es zum Leben reicht. Doch wie wird ein junger Kicker zum Mario Götze?
Die allermeisten Talente werden zwischen ihrem sechsten und zehnten Lebensjahr entdeckt – entweder von den Scouts großer Vereine, aber noch häufiger von den rund 1000 Honorartrainern der 366 DFB-Stützpunkte. Sie suchen flächendeckend noch im kleinsten Dorf nach talentierten Kindern, fördern sie in den Stützpunkten (früher „Kreisauswahl“ genannt) und spielen mit den Teams Turniere.
Spätestens hier werden die Scouts der großen Klubs auf Talente aufmerksam – in der Regel, wenn diese zehn, elf oder zwölf Jahre alt sind. Inzwischen kommt es nur noch sehr selten vor, dass ein Jugendlicher von 14 oder 15 Jahren auf dem Bolzplatz entdeckt wird.
Entscheiden sich Spieler und Eltern für den Wechsel, können sich die zurückzulegenden Fahrtkilometer schnell auch schon mal auf über 1000 pro Woche summieren. Auch deshalb haben die meisten Bundesligisten inzwischen Internate. Saison für Saison wird dann nicht nur ausgebildet, sondern auch gesiebt.

Enormer Druck
Die absoluten Ausnahmetalente überspringen eine Altersklasse. So hat Philipp Lahm zum Beispiel häufig bei den Älteren gespielt. Aber für die allermeisten Nachwuchskicker geht am Ende jeder Spielzeit das Zittern los Nicht nur Trainer und Eltern schauen sich die Leistungen genau an, sondern auch Berater. Die nehmen Fußballer nicht erst mit 18 unter Vertrag, sondern deutlich früher. Schwarze Schafe gibt es viele, aber auch reichlich sehr seriöse Agenturen.
Die Berater hoffen auf den einen großen Star, der es aus ihrem Spieler-Pool schafft und mit dem sie richtig abkassieren können. Ihre Dienste können in der Tat sehr hilfreich sein, denn Eltern sind leicht überfordert in dem Gewirr von Vereinsanfragen und Sponsorendeals. Doch Fachleute halten eine ernsthafte Beratung erst für nötig, wenn die Kicker 17 oder älter sind.
Entscheidend ist nun der Sprung von den Junioren in die Senioren – ins Profi-Team oder zumindest in die U23 der Top-Vereine. Wer es schafft und wer nicht, hängt auf dem Niveau an viel mehr als am fußballerischen Vermögen. Bei Megatalenten wie Lahm, Götze oder Müller sieht man früh, dass es reichen kann, wenn die Mentalität stimmt. Ebenso deutlich zeigt sich bei 20 Prozent, dass sie es nicht schaffen. Spannend ist die Grauzone dazwischen.

Der Charakter
Die Sportjournalisten Jörg Runde und Thomas Tamberg haben die notwendigen Skills in ihrem aktuellen Buch „Traumberuf Fußballprofi“ brillant herausgearbeitet. Folgende Charaktereigenschaften sind gerade im modernen Fußball entscheidend: Wille, das Fehlen von Überheblichkeit, die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen – aber vor allem die unbedingte Freude am Fußball sind elementar: Ehrgeiz allein genügt nicht.
Man darf den Druck nicht an sich heranlassen. Gerade als Jungspieler tut Demut gut, aber auf der anderen Seite darf man niemals schwach sein: „Schwäche zu zeigen ist im Fußball ein Tabu. Jeder von uns muss permanent Stärke ausstrahlen“, schreibt Philipp Lahm in seiner Biografie „Der feine Unterschied“.
In einem Alter, für das die Biologie eigentlich Experimentieren vorgesehen hat, können junge Fußballer genau das nicht tun. Das und der enorme Druck führen zu psychischen Krankheiten, für die in diesem Alter noch längst nicht ausreichend Psychologen bei vielen Vereinen parat stehen. Zwar sieht der Profi-Fußballerverband VDV jeden fünften Kicker vor einem Erschöpfungssyndrom, aber das Sprechen darüber bleibt ein Tabu.

Körperliche Belastung
Dazu kommt die physische Belastung. Ingo Froböse, der auch im TV bekannte Sportmediziner von der Kölner Sporthochschule, weiß aus Erfahrung: „Im Fußball wird der Körper ausgelaugt, ausgequetscht wie eine Zitrone.“ 60 Prozent der Verletzungen entstehen dabei ohne Einwirken eines Gegners. Durch das höhere Tempo im Spiel steigt auch die Zahl der Blessuren und schweren Verletzungen.
Um solche Phasen und Enttäuschungen durchzustehen, ist das Umfeld entscheidend. Die Familie, Freunde, sofern vorhanden die Partnerin. Leidensfähigkeit müssen vor allem die Eltern mitbringen: Hunderte Kilometer Fahrerei, Unsicherheiten in der Schule, schwankende Stimmungslagen sind typische Begleiterscheinungen. Unterstützung ist gut, aber auch wieder keinen Druck aufbauen.
Eine besondere Rolle spielt die Partnerin: „Ich glaube, dass die vielen Unsicherheitsfaktoren im Leben eines Profis Grund dafür sind, dass viele von uns sehr jung heiraten“, schreibt Philipp Lahm in seiner Autobiografie. Das beste Beispiel ist sein Mitspieler Thomas Müller, der mit 20 zum Altar schritt.
Karriere ?
Ebenfalls wichtig ist die Mitarbeit der Schulen, wo sich vieles verändert hat. Geschenktes Abitur, sagen Kritiker. Erforderliche Rücksichtnahme, entgegnen die Vereine und Spieler. Natürlich wird oft ein Auge zugedrückt, aber immerhin erleben die Spieler aus Bundesliga-Nachwuchszentren 30-35 Schulstunden pro Woche.
Zum Vergleich: In England sind es zehn bis 15 Stunden. Die Abiturientenquote liegt bei gut 50 Prozent und damit trotz der immensen Zeitbeanspruchung durch Training und Spiele über dem Gesamtdurchschnitt. Doch erstens hilft eine gute Schulbildung, besser Fußball zu spielen. Und zweitens ermöglicht das Abitur all denen, die es nicht schaffen, bessere Perspektiven.
Doch selbst wenn das Umfeld perfekt funktioniert: Es braucht viel Glück für eine große Karriere. Der Zeitpunkt des Vereinswechsels, ein neuer Trainer oder ein Stammplatz-Konkurrent, dessen Form plötzlich explodiert, können die beste Ausgangslage schnell verändern. Und selbst wenn es zum ersten Profivertrag reicht, ist der Kampf um den großen Traum damit noch lange nicht vorbei.
In der sogenannten Lizenzordnung Spieler schreibt die Deutsche Fußballliga (DFL) vor, dass jeder Bundesligist acht lokal ausgebildete Spieler unter Vertrag haben muss. Entsprechend freut sich so mancher A-Jugendliche zu früh, wenn er einen Profivertrag bekommt. Nicht selten sind diese vor allem deshalb ausgestellt, um die Quote zu erfüllen und nicht weil man von dem jungen Burschen irrsinnig viel hält.
Der Mindestlohn für Fußballer beträgt übrigens 250 Euro – pro Monat, nicht pro Stunde. In dem achtseitigen Standardvertrag geben Fußballer unter anderem erhebliche Persönlichkeitsrechte ab, unterstellen sich der Strafgewalt des Verbandes und stimmen zu, Urlaub nur in der pflichtspielfreien Zeit zu nehmen - vom Thema Doping und dem Verbot von Sportwetten mal zu schweigen.
Quelle Handelsblatt
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