Wuppertal-Institut legt Studie zur Erreichung der Energieeffizienz-Ziele vor

Energiekosten reduzieren!, Foto: pixabay.de

Energiekosten reduzieren!, Foto: pixabay.de

Wie macht man Energieeffizienz attraktiver? Das ist eine Frage, die ich mir auch immer stelle, reichen mehr Informationen und Wettbewerbe aus, wie bei der dena? Brauchen wir mehr Förderprogramme? Oder eine Kombination von beidem? Brauchen wir mehr Vorreiter und mehr positive Beispiele um andere zum Nachahmen anzuregen? Die bisherigen Maßnahmen reichen jedenfalls nicht aus, um das Klimaschutz-Ziel der Bundesregierung (Energiekonzept 2010) und um die Energieefizienz-Richtlinie der EU von 2012 einzuhalten. Die Einsparziele bis 2020 werden wohl deutlich verfehlt.

Strategisch zum Energieeffizienz-Ziel

Am Wuppertal-Institut wurde nun untersucht, wie eine “ambitioniertere Strategie und Beispielprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden, Geräten und Anlagen” aussehen können, um die Energiewende im Bereich der Energieeffizienz doch noch zum Erfolg zu führen. Schließlich geht es auch um die Reduzierung der Energiekosten, was eigentlich im Interesse aller sein müsste.

Herausgekommen ist eine Studie, die jetzt bereits in einer Kurzfassung mit dem Titel “Vorschlag für eine Bundesagentur für Energieeffizienz und einen Energiesparfonds (BAEff)” vorliegt. Sie enthält ein detailliertes Konzept für die Errichtung einer Bundesagentur und für die Finanzierung und Verwendung eines Energiesparfonds. Bei erfolgreicher Umsetzung des Konzeptes können bis zum Jahr 2020 etwa zehn Prozent Energie über den Trend hinaus eingespart werden, so die Autoren der Studie. Um im Gebäudebestand die geplante Modernisierungsrate von zwei Prozent zu erreichen, müssen die Ausgaben für Förder- und Beratungsangebote deutlich erhöht und ausgebaut werden. Die Mehrausgaben rechnen sich nach der Studie schnell für Verbraucher und Unternehmen und können sich auch volkswirtschaftlich schnell amortisieren.

Mehr dazu und zur Kurzfassung der Studie beim Wuppertal-Institut.

Kernbotschaften der Energieeffizienz-Studie

Die wesentlichen Inhalte der Studie kann man in folgenden Punkten zusammen fassen:

  • Ziele müssen auf gesetzlicher Grundlage verbindlich gemacht werden, um Verlässlichkeit und Planungssicherheit zu schaffen.
  • Durch eine ambitionierte Strategie wird die Energiewende auch wirtschaftlich zu einem Erfolg.
  • Mit den aktuellen politischen Instrumenten werden die Ziele der Bundesregierung und der EU zur Energieeinsparung deutlich verfehlt („Einsparlücke“).
  • Die Einsparlücke im Strom und im Wärmemarkt kann durch eine erhebliche Aufstockung der Fördermittel und mit neuen Förderprogrammen mit wirtschaftlichem Gewinn geschlossen.
  • Dadurch können bis 2020 zusätzlich zu den Zielen fast zehn Prozent des Stromverbrauchs und acht Prozent des Brennstoffverbrauchs (Heizenergie und Prozesswärme) eingespart werden.
  • Durch die neue Förderung würden bis 2020 rund 80 Milliarden Euro an zusätzlichen privaten Investitionen ausgelöst.
  • Um die Hemmnisse in der Gebäudesanierung zu beseitigen sind höhere Ausgaben für Förder- und Beratungsangebote notwendig.
  • zur Finanzierung müssen verschiedene Quellen heran gezogen werden.
  • Ein Teil der Einsparungen kann durch eine Verpflichtung der Energiewirtschaft erbracht werden.
  • Förderung aus dem Bundeshaushalt führt zu höheren Steuereinnahmen die höher sind als die Ausgaben.
  • Rechtsanspruch auf Förderung, um Unsicherheiten bei haushaltsfinanzierten Förderprogrammen zu beenden.
  • Bundesweite Koordination der Programmgestaltung und -umsetzung durch eine Energieeffizienzagentur des Bundes, sowie die Bündelung der Finanzmittel für eine ambitioniertere und zielgerichtete Energieeffizienzstrategie in einem Energiesparfonds./li>
  • Neugründung einer Bundesagentur für Energieeffizienz und Energiesparfonds (BAEff)
  • Koordination und Umsetzung des Programmes, sowie Ausschreibungen durch die BAEff.

Gutes Konzept für Energieeffizienz aber politischer Wille ist nicht sichtbar

Mit diesem Konzept wird das Thema Energieeffizienz mal strategisch betrachtet und gleichzeitig werden die Chancen aufgezeigt, die dadurch entstehen. Man kann sicher darüber diskutieren ob eine neue Behörde oder Agentur notwendig ist, aber ein struktuierteres Vorgehen benötigt die Energieeffizienz definitiv. Die Durchsetzung von höhere staatliche Ausgaben wird sicher schwer werden, auch wenn die Refinanzierung nicht das Problem darstellt, aber die Vergangenheit hat gezeigt wie schwierig die Erhöhung der staatlichen Fördermittel ist.

Leider sieht man derzeit in den Meldungen zu den Koalitionsverhandlungen nur Änderungswünsche am EEG oder Kapazitätsmärkte, aber die Energieeffizienz spielt bis jetzt keine Rolle. Daher bin ich nicht sehr optimistisch was die Umsetzung dieses Konzeptes betrifft, auch wenn hier die Wirtschaftlichkeit Grund genug sein müsste für die Umsetzung.

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Wie macht man Energieeffizienz attraktiver? Das ist eine Frage, die ich mir auch immer stelle, reichen mehr Informationen und Wettbewerbe aus, wie bei der dena? Brauchen wir mehr Förderprogramme? Oder...


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