World Invasion: Battle Los Angeles

Hollywood findet Krieg toll. Man kann Krieg intensiv und fulminant inszenieren, man kann den Patriotismus zelebrieren, als würde es kein Morgen geben und man kann ohne Anstrengung massenweise neue Helden schaffen. Das Problem ist, dass Krieg eigentlich was Schlimmes ist. Menschen sterben, alles wird zerstört und niemand lernt aus einem Krieg, sonst würde es nicht ununterbrochen auf der Erde krachen. Mittlerweile scheint es wieder viel leichter zu sein, einen echten Krieg zu machen, als einen überzeugenden Filmkrieg zu inszenieren, wie nicht zu Letzt der neue Film von Jonathan Liebesman „World Invasion: Battle Los Angeles“ beweist.
Als hätten die Amerikaner nicht schon genug Probleme, kommen nun auch noch unbekannte Flugobjekte auf die Küstenstädte zu geflogen. „Bloß ein paar Meteoritenschauer“, heißt es, doch das klassische Argument wird durch nicht minder klassisches Gegenargument ausgehebelt: „Sie werden langsamer.“ Schnell ist klar, es handelt sich um künstliche Objekte und verwackelte Fernsehlivebilder bestätigen die Vermutung, dass dieser Angriff von außerhalb der Erde zu erfolgen scheint. Die Aliens haben es offensichtlich auf unser Wasser abgesehen, deshalb konzentrieren sie ihre Angriffe zunächst auf die Küstenregionen. Eine Einheit von US-Marines unter dem Kommando von Sergant Nantz erhält den Auftrag in Santa Monica einen massiven Luftschlag der Airforce vorzubereiten. Sie sollen die betroffenen Gebiete evakuieren. Da trifft wenige Stunden vor dem Angriff ein Notruf mitten aus dem Feindgebiet ein. Hier sitzen Zivilisten fest. Nantz und seine Truppe ziehen zur Rettung los, die außerirdischen Invasoren machen es ihnen allerdings beinahe unmöglich, ihren Auftrag rechtzeitig auszuführen.
Wie beschreibt man diesen Film am besten? Eine Mischung aus Found-Footage-Movie und Call Of Duty? Wir haben eine Science-Fiction-Geschichte, die auf Realismus getrimmt wurde. Die Story einer Invasion aus dem All, der wir Menschen nichts entgegen zu setzen haben, ist nun wirklich nicht neu und wurde allein in diesem Jahr schon mehrfach filmisch umgesetzt. Die Idee, alles herunter zu brechen und den Zuschauer ganz nah heran zu holen ist zwar gut, gab es aber auch schon und wurde vor allem schon viel besser umgesetzt. Es ist noch nicht lange her, da wurde man im Kino von „District 9“ genau durch dieses Konzept gleichermaßen fasziniert, wie auch schockiert. „World Invasion“ ist wie ein uninspirierter Abklatsch und glänzt obendrein noch durch zahlreiche Logik- und Continuity Fehler. Außerdem krampft der Film so sehr um die Realismusschraube herum, dass es schon wieder lächerlich ist, wenn Sgt. Aaron Eckhart von seinen traumatischen Erlebnissen im Irak-Krieg berichtet, während die fliegenden Untertassen über die Stadt sirren. Genauso lächerlich ist es, dass die Army ihre gesamte Verteidigungsstrategie auf der These fußt, die Angreifer hätten nur Bodentruppen und keine Fluggeräte. Selten dämlich und diese dämliche Strategie wird nur noch durch ihr fulminantes Scheitern übertroffen. Außerdem ist es sehr anstrengend, den Film zu sehen. Über weite Passagen wackelt die Kamera ununterbrochen, oder das Bild ist überbelichtet und die durchaus schick gemachten Special-Effects verfehlen ihre Wirkung, weil man sie schlicht und ergreifend nicht sieht. Realismus auf voller Dröhnung, aber die ganze Zeit läuft diese patriotische Siegesmusik im Hintergrund. Regelrecht störend ist mal wieder das verherrlichende Bild des amerikanischen Militärs. Die Dialoge sind gespickt mit Soldatenjargong, der dann aber dem unbedarften Zuschauer sofort erklärt werden muss. So, wie bei der Sendung mit der Maus.
„World Invasion: Battle Los Angeles“ ist enttäuschend, weil es ein geklautes Konzept als innovativ bewirbt und es dann nicht einmal schafft, dieses Konzept halbwegs überzeugend umzusetzen. Der Film scheitert nicht ganz so erbärmlich wie „Skyline“ vor einem halben Jahr, aber es kann nur schlimmer werden. Der Titel lässt da noch die ein oder andere Fortsetzung befürchten, die wohl nicht lange auf sich warten werden lässt.
World Invasion: Battle Los Angeles (USA, 2011): R.: Jonathan Liebesman; D.: Aaron Eckhart, Michelle Rodriguez, Ramon Rodriguez, u.a.; M.: Bryan Taylor; Offizielle Homepage
In Weimar: CineStar
Rezensionen On Air: Jeden Donnerstag, 12:25 Uhr auf Radio Lotte Weimar.

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