Wonne aus der Tonne: Der Satan mit den langen Wimpern

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Wonne aus der Tonne: Der Satan mit den langen Wimpern

Herzlich willkommen zurück! Wir sind wieder da mit einer neuen Ausgabe von Wonne aus der Tonne. Nach dem ich mich bisher an Top 10s abgearbeitet habe, kam nun die Erkenntnis: Top 10s sind so was von 2017. Jetzt aber steht 2018 vor der Tür, also werden wir neue Wege beschreiten. Das heißt ab sofort werde ich euch im 2-wöchentlichen Rhythmus quer durchs Gemüsebeet der abseitigen Filmkunst führen. Es geht von bis, und wird immer bunter werden. Damit bürge ich mit meinen guten Namen. Und heute beginnen wir gleich mit einem Hammer-Film, im doppelten Sinn. Dieses Wortspiel ist leider unvermeidlich. Aber lest selbst!

Der Satan mit den langen Wimpern

OT: Nightmare, GB, 1964, Regie: Freddie Francis, Drehbuch: Jimmy Sangster, Mit: David Knight, Moira Redmond, Jennie Linden, u.a.

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Die junge Internatsschülerin Janet (Jennie Linden) ist von Albträumen geplagt. Vor sechs Jahren musste sie mit ansehen, wie ihre Mutter in einem psychotischen Anfall ihren Vater mit einem Messer ermordete. Die Lehrerin des psychisch labilen Mädchens schlägt einen Aufenthalt in einer Psychiatrie vor. Doch Janet möchte lieber in die Obhut ihres Vormunds Henry Baxter (David Knight). Im elterlichen Haus  angekommen wird sie von Chauffeur, Hausdame und einer eigens für sie eingestellten Krankenschwester (Moira Redmond) empfangen. Die Albträume werden für Janet in dem Haus immer schlimmer. Sie wird von einer unheimlichen Frau verfolgt, die sie stetig in den Wahnsinn treibt. Ist Janet wirklich verrückt oder wird da gar ein übles Spiel mit ihr gespielt?

Der Satan mit den langen Wimpern ist eine Produktion der legendären Hammer Films Productions. Die Firma, die vor allem durch ihre gotischen Vampir-, Frankenstein- und andere Monsterfilme bekannt ist, hat auch eine Reihe kleiner, feiner Psychothriller gedreht, die allesamt im Fahrwasser von (No Na) Alfred Hitchcocks Psycho entstanden. Drehbuchautor Jimmy Sangster, der auch für die Produktion zuständig war, schrieb die Drehbücher für die meisten dieser Filme. So entstanden Klassiker wie Ein Toter spielt Klavier (Taste of fear, GB 1961) oder War es wirklich Mord? (The Nanny, GB 1965) mit Bette Davis. Das Muster ist dabei oftmals das Gleiche: Ein/e Unschuldige/r wird in den Wahnsinn getrieben, der Zuschauer stets in Unsicherheit darüber gelassen, was hier wirklich geschieht – und am Ende geht es immer ums Geld.

Doch dieses einfache Muster soll nicht darüber hinweg täuschen, das es sich hier um astreine und höchst effektive Suspense-Klassiker handelt. Gerade der wenig bekannte Satan mit den langen Wimpern bietet erstklassige Hochspannung, eine Reihe wilder Wendungen und entpuppt sich – auch gemessen an seinem fortgeschrittenen Alter – als genialer Genrevertreter. Die Schauspieler sind allesamt überzeugend, ebenso die ruhige, aber nervenzehrende Inszenierung von Freddie Francis. Fotografiert in schönen schwarzweiß-Bildern ist der Film daher eine echte Empfehlung für Spannung- und Krimifans, die ihre Hitchcocks schon alle auswendig kennen.

Die Hammer Studios haben so viele großartige und wunderschöne Genre-Filme gedreht, dass man ihnen eine eigene Rubrik schenken könnte, und über die man Jahre hinweg genug Material hätte, dass es wert ist (wieder-)entdeckt zu werden. Für heute machen wir hier mal Schluss. Wir kehren aber bestimmt an anderer Stelle nochmal in die wundervolle Hammerwelt zurück.

Nächstes Mal gibt’s Horror mit schrägen Vögeln. Wieder im doppelten Sinn. Und nein, Hitchcock ist diesmal nicht gemeint.

Bis dahin Frohe Weihnacht und bleibt seltsam!

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Autor

Benedict Thill

Schon als Kind sah er sich am liebsten heimlich Horrorfilme an und hat seitdem einen Schaden weg. Wenn er nicht gerade Schundfilme schaut, schreibt er Theaterstücke für Kinder und Jugendliche, die dann auch regelmäßig aufgeführt werden. Kein Scherz.


 
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