Wohnen in Kambodscha, nette Nachbarn, gutes Essen

Zur förderung eines positiven, zwichenmenschlichen Verhältnisses ist es in Kambodscha üblich das für den Nachbarn manchmal eine Portion Essen mitgekocht wird. In unserem Haus ist das ganz genauso, so das gestern abend wiedereinmal die kambodschanische Lebensgefährtin, meines italienischen Nachbarn bei uns klopfte um uns eine ihrer lokalen Köstlichkeiten zu überreichen. Zu dieser Zeit sass ich gerade am Computer als mir dieser dumpf, modrige Geruch entgegenschlug der offensichtlich aus der Schüssel stammte die gerade an mir vorbeigetragen wurde. Im selben Moment rief auch schon mein Sohn: “Papa, es gibt Insekten!”.

Anmerkung: Ich möchte hiermit auf keinen Fall die kambodschanische Küche herabwürdigen und schon garnicht die Kochkünste meiner werten Nachbarin in Frage stellen, die ganz ausgezeichnet Kochen kann. Ich schildere hier ganz unbefangen nur meine persönlichen Eindrücke zu diesem speziellen Gericht.

Der Ausruf meines Sohnes und der eigenartige Geruch haben mich neugierig werden lassen, so das ich letztendlich auch in die Küche gegangen bin und einen Blick in die Schüssel riskierte.

Ich gebe offen zu, das ich erst etwas länger hinsehen musst bevor ich mir eine Vorstellung davon machen konnte was das sein könnte. (Die hellen langen Dinger sind die Schwänze, der Rest die Körper.)

Kambodschanisches MeeresfrüchtegerichtVon meiner Frau erfuhr ich dann das diese Dinger, die für mich aussehen wie Urzeitlebewesen, aus dem Meer kommen also der Gruppe der Meeresfrüchte zuzuordnen sind. Ich erinnerte mich dunkel soetwas auch schon mal auf unserem Markt in Käpten Iglo’s Fischabteilung gesehen zu haben. Wie auch immer, die einzige Person von uns dreien die sich rangetraut hat war meine Frau. Nachdem sie den Panzer einer dieser Meeresasseln aufgebrochen und das gelblichweisse Innenleben probiert hat, meinte sie es würde sehr stark nach Ozean schmecken und die Konsistenz sei Gummiartig.

Damit war für mich endgültig klar, das diese Dinger nur auf meinem Speiseplan landen würden wenn ich dem Hungertod nahe wäre. Mein Sohn wollte an diesem Abend garnichts mehr essen und ich habe mich an eine grosse Portion Bratkartoffeln gehalten. Nur meine Frau hat noch ein paar Asseln wegknabbert, zusammen mit den Thaigerichten die sie normalerweise zu essen pflegt, und wo auch das eine oder andere Fragwürdige darunter ist, war das für sie offenbar eine neue kulinarische Erfahrung.

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht im Internet nach diesen bemerkenswerten Meereslebewesen zu suchen. Wenn aber jemand von euch genaures darüber weiss oder einen informativen Link dazu hat dann bitte teilt euer Wissen in einem Kommentar zu diesem Beitrag. Ich kündige auch schon mal an, das ich heute auf dem grossen Markt in Sihanoukville in der Fischabteilung einen noch viel bizarreren Meeresbewohner fotografiert habe. Ihr werdet es ja beim nächsten mal sehen.


© Don Kong for Leben in Kambodscha, 2010. | Permalink | No comment

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