Wo bin ich? Wo will ich hin?

Die vergangene Woche hat mich genau diese Frage umgetrieben und zwar in Bezug auf meinen Blog. Ich bin eigentlich zufrieden, so wie es läuft. Die Leserschaft steigt, auch wenn nicht alle Wiederholungstäter sind. Als ich mit dem Bloggen begann, war ich sehr euphorisch und ging sehr spontan an dieses Unterfangen heran. Um Leserzahlen, Zugriffe oder Soziale Netzwerke machte ich mir keine Gedanken. Ich schrieb einfach. Erst nach einigen Monaten kam mir der Gedanke, einen Facebook-Account anzulegen. Ursprünglich wollte ich das nicht. Doch irgendwie schien jeder Blog so etwas zu haben und ich dacht "warum nicht, probier es einfach". Anfangs dümpelte das Ganze vor sich hin und so richtig Interesse hatte ich daran auch nicht. Ich wurde von einer anderen Bloggerin darauf aufmerksam gemacht, dass Twitter ein tolle Möglichkeit für Blogger wäre, sich zu vernetzen und mehr Leser zu gewinnen. Auch hier dachte ich "warum nicht?". Von Twitter war ich mehr begeistert und war nach kurzer Zeit regelrecht süchtig. Es machte unheimlichen Spaß mit anderen zu schreiben, es gesellten sich sehr schnell Follower zu mir und ich bekam unglaubliches Feedback. So fand ich heraus, dass ich hier auch meine Facebook-Posts bewerben konnte. Dennoch lief es bei Facebook schleppend. Für den Blog hatte es auch keinen großen Mehrwert, aber es war ein leichter Zwang, ständig in die Timeline zu schauen.
Ich schrieb weiter beherzt meine Beiträge, nahm an Blogparaden teil und gesellte mich schließlich zu der ein oder anderen Facebook-Gruppe. Vielleicht würde das sowohl den Blog als auch die FB Seite ankurbeln. Ja, es tat sich was. Doch es waren hauptsächlich oder ausschließlich Blogger, die meine Seite besuchten. Das fand ich gar nicht so schlecht. Obwohl Leser von außen, mir auch lieb gewesen wären. Hauptsache, den Lesern gefiel, was ich schrieb. Ein Blogger-Event brachte mir schließlich einen großen Schwung neuer Leser ein und steigerte meine Zugriffszahlen. Das Schönste an diesem Event war, die Personen hintern den Blogs direkt vor mir zu haben. In den Sozialen Netzwerken ist man immer so anonym, auch wenn die ausgetauschten Messages oft sehr persönlich klingen. Ich stellte fest, dass ich zur direkten Kommunikation immer noch die Menschen am liebsten vor mir habe. Gesichtsregungen, Gesten und Tonfall fehlen im Internet und kurze Sätze können schnell zu Missverständnissen führen.

Durch die dauernde Präsens auf den sozialen Kanälen ging das eigentliche Bloggen gefühlt ein wenig unter. Ständig hinter Zugriffszahlen herhechten, immer überall mitmischen, damit man nicht übersehen wird und schneller bekannt wird, erschien mir nicht mein Ziel zu sein. Ich wollte doch nur schreiben und über soziale Netzwerke mit Leuten in Kontakt treten. Den Blog darüber "pushen" gefiel mir in den vergangenen Wochen immer weniger. Es war eine Art Druck entstanden. Wo muss ich wann am besten etwas abliefern und was würde meine Leserzahlen steigern???

Ich zog mich bewusst zurück. Ging in mich. Befragte meinen Mann. Ihm war auch schon aufgefallen, dass ich ständig am Handy oder Computer hing, um mit irgendwem über irgendein Blogdings zu schreiben. Mein Mann unterstützt mein Hobby. Er findet es super, wie ich das ganz alleine gemacht habe und dass ich einend Ausgleich gefunden habe. Doch es wurde zu viel. Und er hatte Recht. Es ist nur ein Hobby, ein Ausgleich. Nicht meine Hauptaufgabe. Die liegt hier in der Familie. Bei meinem Mann und Kind, den Freunden und Anverwandten. Das heißt nicht, dass ich weniger posten werde oder gar aufhöre. Nein, keineswegs. Auch heißt es nicht, dass mir die Menschen auf Facebook und Twitter egal sind und ich sie nur als Steigerungselement für den Blog gesehen habe. Ganz im Gegenteil. Ich möchte diesen Kontakt. Genau, den Kontakt. Doch viele Projekte darüber hinaus, um in der Blogosphäre jederzeit mitmischen zu können oder damit die Leser zunehmen und ich von anderen Bloggern nicht ausgeschlossen werde? Nein, das kann und möchte ich derzeit nicht leisten. Vielleicht geht mehr, wenn der Kleine mich nicht mehr so sehr braucht. So lange werde ich mich wieder mehr auf mein Blogbaby besinnen. Es wird weiterhin Posts, Produktvorstellungen und Blogparaden geben und ich werde sehr gerne bei anderen teilnehmen. Doch ausgewählter und mit weniger Werbung auf den diversen Portalen. Nicht, weil ich es für überflüssig halte oder denke "haben die anderen nichts besseres zu tun?". Gewiss nicht. Dazu hätte ich auch kein Recht. Es ist nur die Erklärung für mich, was ich möchte. Da, wo ich derzeit bin, möchte ich nicht bleiben. Da, wo ich war, möchte ich wieder hin.


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