Winterzeit ist keine Outdoorzeit, oder etwa doch?

Der Sommer gehört den Outdooraktivitäten und im Winter ist es ruhig und still. Ist das so? Das ist wohl eine provokante Frage und viele würden dem zustimmen, genauso viele schreien aber gerade auf. Für jede Jahreszeit gibt es Aktivitäten und manche, ich denke da z. B. an das Wandern, kann man 365 Tage im Jahr machen. Ob mitten im Sommer irgendwo in der Eifel oder in den Alpen oder im Herbst im Pfälzer Wald oder im Osten Kanadas; ob im Frühjahr bei der Narzissenblüte im Perlbachtal oder auf einem Fernwanderweg irgendwo in Europa; ob im Winter im Hohen Venn in Belgien oder in den Karpaten, man kann immer und überall unterwegs sein.

Winterlandschaft Schnee zum Wandern, Biken und, und, und

Manches ist vielleicht saisonbedingt und kann am Besten zu einer bestimmten Jahreszeit ausgeübt werden aber das hält uns doch nicht ab, z. B. das Mountainbiken auch im Winter zu versuchen. Ausrüstung bzw. Bekleidung gibt es passend und zu Hauf, von warmen Hosen und Jacken, bis zu Schuhen, Überschuhen und Handschuhen.

Einmal unterwegs, sollte man sich aber bewusst sein, dass man nicht so fahren kann, wie im Sommer. Heißt, die Fahrweise und Technik muss dem glatten Untergrund angepasst werden, ich denke da an:

Reifenwahl

Die richtigen Reifen haben großen Einfluss. Grobes Profil sorgt für guten Grip und wer will kann auch auf Spikes umstellen. Die 240, 250 Spikes sorgen je nach Reifentyp für große Haftung und doch geringem Rollwiderstand. Etwas geringerer Reifendruck erhöht auch die Traktion.

Pedalwahl

Im Winter sind Klickpedale nicht so vorteilhaft. Die Gefahr, den Fuß nicht rechtzeitig aus den Pedalen zu bekommen, ist deutlich größer. Es macht Sinn, dann auf sogenannte Flatpedals umzustellen.

Fahrtechnik

In verschneiter Landschaft zu fahren ist anders aber nicht minder toll. Natürlich möchte man auch schnell den Berg runter fahren aber Schnee birgt Gefahren. Den Untergrund kann man nicht sicher einschätzen, die Ideallinie ist nicht immer sichtbar, Spuren und Spurrinnen machen es auch nicht leichter. Dazu kommt, dass man nie weiß, was sich unter der Schneeschicht verbirgt und ob nicht doch ein Ast die Fahrt zu einem schnellen Ende führt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft eine Gradwanderung zwischen Tempo und Wagnis ist und manche Abfahrt endete in einer weißen Schneewolke. Immerhin fällt man weicher.

Kurventechnik

Grundsätzlich gilt die gleiche Technik, wie bei trockenen Verhältnissen. Wichtig ist, dass durch den mangelnden Grip die Geschwindigkeit angepasst wird und das richtige und rechtzeitige Bremsen. Nicht in der Kurve bremsen, sondern davor und nach Möglichkeit den Fuß an der Kurveninnenseite zur Stabilisation nutzen

Bergauf fahren

Wiegetritt ist im Winter eher kontraproduktiv und kostet sehr viel Kraft, da der Schnee die Traktion verschlechtert. Hier ist es besser, den Schwerpunkt optimal zu verändern, also auf dem Sattel nach vorne rutschen und gleichzeitig Gewicht des Oberkörpers Richtung Lenker verlagern.

Es ist also egal, welche Jahreszeit wir gerade haben, es gibt immer Möglichkeiten, sich da draußen auszutoben und Zeit in freier Natur zu verbringen. Wenn ich aber ehrlich bin, ist meine Zeit nicht der Winter. Ich finde es toll, wenn Ihr Snowboard fahrt oder Ski und ich bewundere die Freerider aber meine Zeit ist von Frühjahr bis Herbst. Zum Glück ist es nicht mehr weit…