Wintersonnenwende – der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres 2017

Mit dem heutigen 21. Dezember beginnt der astronomische Winter. Denn dieses Datum steht 2017 für die sogenannte Wintersonnenwende und den kürzesten Tag bzw. die längste Nacht des Jahrs. Grund genug, diesem Anlass einen eigenen Beitrag im Kalender der kuriosen Feiertage aus aller Welt zu spendieren und seine Hintergründe mit den folgenden Zeilen etwas näher zu beleuchten. Um was geht bei diesem astronomischen Ereignis?

Was ist eine Sonnenwende?

Sonnenwenden bzw. Sonnwenden (lat. solstitium - dt. Stillstand der Sonne) bezeichnen ein astronomisches Phänomen, bei dem die Sonne im Laufe des Jahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand zum Himmelsäquator der Erde erreicht.

Ab diesem Zeitpunkt kehrt unser Mutterstern aufgrund der Schiefe der Ekliptik seine Deklinationsbewegung aus Sicht der Erde um und nähert sich dem Himmelsäquator wieder an. Vor diesem Hintergrund wird auch deutlich, weshalb man hier in der Antike bildreich auch vom Stillstand der Sonne gesprochen hat.

Diese maximale Deklination erreicht die Sonne genau zwei Mal pro Jahr: einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators, woraus sich dann die Bezeichnungen Sommer- und Wintersonnenwende ergeben. Nord- und Südhalbkugel verhalten sich diesbezüglich allerdings spiegelverkehrt. D.h. wenn auf der Nordhalbkugel der Winter beginnt, bereitet sich die südliche Hemisphäre auf den Sommer vor. Im Detail ergibt sich daraus für die hiesige Nordhalbkugel folgende kalendarische Verortung:

  • Sommersonnenwende: Am 20., 21. oder 22. Juni erreicht die Sonne ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Sie markiert in vielen Ländern der Nordhalbkugel zugleich auch den astronomischen bzw. kalendarischen Sommerbeginn.
  • Wintersonnenwende: 21. oder 22. Dezember. Die Sonne erreicht über der nördlichen Hemisphäre den niedrigsten Mittagsstand über dem Horizont und entsprechend gilt dieser Zeitpunkt als astronomischer Beginn des Winters.

Die Sonnenwenden gehören damit zu insgesamt vier Ereignissen, die Wendepunkte im astronomischen Jahr markieren. Neben den beiden zuvor genannten Phänomenen gibt es in diesem Kontext auch noch die sogenannten Tag-Nacht-Gleichen. Sie bezeichnen den Beginn des astronomischen Frühlings (um den 20. März) und des Herbstes (um den 23. September).

Alle vier Ereignisse verteilen sich auf jeweils ein Quartal unseres Kalenders, wobei die terminlichen Abweichungen durch den Umstand bedingt sind, dass jedes Sonnenjahr ca. 6 Stunden länger als die 365 Tage des Kalenderjahres ist und man durch diese Wechsel eine Angleichung schaffen wollte.

Was ist die Wintersonnenwende?

Wie eingangs bereits angemerkt, markiert die Wintersonnenwende den Beginn des astronomischen Winters. Denn zu diesem Zeitpunkt erreicht die Sonne im Jahreslauf den tiefsten Stand mit Blick auf den Meridiandurchgang bzw. Himmelsäquator der Erde.

Dies ist zugleich auch die längste Nacht bzw. der kürzeste Tag des Jahres, da der Großteil der täglichen Sonnenbahn von der Erde aus unterhalb des Horizonts liegt. Kurzum, länger dunkel ist es an keinem anderen Tag des Jahres. Besonders deutlich lässt sich dieses Phänomen am Polarkreis beobachten, wo während der Wintersonnenwende kein Sonnenaufgang stattfindet. Hier liegt die Laufbahn der Sonne vollständig unterhalb der Horizontlinie.

Dazu noch zwei Anmerkungen bzw. gute Nachrichten: Trotz der ganzen Dunkelheit gibt es aber auch eine gute Nachricht. Denn ab der Wintersonnenwende werden die Tage auch wieder länger, da die Erde weiter wandert und sich die Nordhalbkugel der Sonne bis zur Sommersonnenwende im Juni nähert.

Dieser Umstand begründet dann auch, weshalb zahlreiche antike und frühmittelalterliche Kulturen die Sonnenwende als wichtiges Datum im Jahreskalender feierten. Zwar nicht immer genau an diesem Dezember-Termin, definitiv aber mit dem oben skizzierten Aspekt des Tageslänge.

Dies spiegelt sich übrigens auch noch im christlichen Weihnachtsfest wieder, dass nach wie vor kurz nach der eigentlichen Wintersonnenwende im Kalender steht. Immerhin fiel bis zur Einführung des Julianischen Kalenders die Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel als fester Termin immer auf das Datum des 25. Dezember. Aber auch in der Gegenwart gibt es noch zahlreiche Traditionen, die an die Dezember-Sonnenwende gekoppelt sind. So begeht man in Japan dieses flexible Datum als das sogenannte das japanische Feuerlauf-Fest Hiwatari Matsuri.

Darüber hinaus ist der kürzeste Tag des Jahres nicht mit dem frühesten Sonnenuntergang bzw. spätesten Sonnenaufgang gleich zu setzen. Diese erfolgen aufgrund der sogenannten Zeitgleichung (= Differenz zwischen wahrer Sonnenzeit und mittlerer Ortszeit) jeweils zehn Tage vorher bzw. später.

Wann ist der kürzeste Tag bzw. die längste Nacht des Jahres?

Wirft man einen Blick auf die kalendarische Verteilung des konkreten Datums, so verteilt sich die Wintersonnenwende in der Mitteleuropäischen Zeitzone etwa gleich auf den 21. und 22. Dezember. Bis 2099 wird hier aber der 21. Dezember der häufigere Termin sein, erst im nächsten Jahrhundert wird sich dies wieder ausgleichen.

Die Wintersonnenwende fällt gegenwärtig etwa gleich häufig auf den 21. und 22. Dezember; der 21. wird künftig häufiger werden. Damit sich aber niemand beschweren kann, er/sie hätte nichts davon gewusst, gibt es im Folgenden eine Übersicht der genauen Termine für die längste Nacht bzw. den kürzesten Tag des Jahres inkl. dem jeweiligen Wochentag und der jeweils konkreten MEZ-Uhrzeit :

  • 2017: Donnerstag 21. Dezember - 17:27 MEZ
  • 2018: Freitag, 21. Dezember - 23:22 MEZ
  • 2019: Sonntag, 22. Dezember- 05:19 MEZ
  • 2020: Montag, 21. Dezember- 11:02 MEZ
  • 2021: Dienstag, 21. Dezember - 16:59 MEZ
  • 2022: Mittwoch, 21. Dezember- 22:48 MEZ
  • 2023: Freitag: 22. Dezember - 04:27 MEZ
  • 2024: Samstag: 21. Dezember - 10:20 MEZ
  • 2025: Sonntag, 21. Dezember - 16:03 MEZ
  • 2026: Montag, 21. Dezember - 21:50 MEZ
  • 2027: Mittwoch, 22. Dezember - 03:42 MEZ

In diesem Sinne: Auch wenn der Blick aus dem Fenster mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher nass-trübes Winterwetter zeigt, gibt es Anlass zur Hoffnung. Denn ab heute nähern wir uns definitiv wieder der helleren Zeit an. Zumindest hier auf der nördlichen Hemisphäre.

Und wer damit nicht so viel anfangen kann, für den/die bietet der 21. Dezember mit dem Tag der gewonnen Phileas Fogg-Wette (engl. Phileas Fogg wins a Wager Day), dem Nicht-das-Bett-machen-müssen-Tag (engl. Don't make your Bed Day), dem Tag des Kreuzworträtsels (engl. Crossword Puzzle Day) oder dem National Flashlight Day (dt. Tag der Taschenlampe) eine ganze Reihe kalendarischer Alternativen. Inwieweit diese inhaltlich passen, überlasse ich aber der Phantasie der Leserschaft. 😉

An dieser Stelle auch noch einen ganz herzlichen Dank an meine Eltern, die mir die Fotos für den heutigen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.

In diesem Sinne: Euch allen eine tolle Wintersonnenwende. 🙂

Weitere Informationen zur Dezember-Sonnenwende


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