Windgetier

Von Guidorohm

Der Wind trägt des Todes unsichtbare Sporen. Sie reiten auf seinen auf- und absteigenden Wellen.
Seuse träumt unruhig von seinen Geschwistern. Seuse erwacht. Er reibt sich die Augen. Schwarz umringt. Seuse ist ein Einzelkind.
Sein Blick scheut vor der Sonne. Seuse hält sich die Hand vor den Mund.
Er probt den Spaßfall.
Radioaktive Strahlen wetteifern mit der Sonne.
Seuse sieht sich durch endlose Radiowellen schwimmen. Die Welt ist ihm ein unbewohnbarerer Ort geworden. Er stiefelt über totes Getier: Affen, Barbie, auch eine Nachbildung des unseligen Darth Vader befindet sich unter den Vergessenen.
Nur auf Menschen stößt er nicht. Also weckt er Ah. Sie sieht ihn verwundert an.
Sie müsse ihm bei seiner Erkundung beistehen, sagt Seuse.
Beistehen?
Ah schüttelt den Kopf. Sie dreht sich zur Seite. Sie dreht sich der stummen Wand zu.
Seuse zittert.
Seuse wittert den Untergang der menschlichen Zivilisation.
Diese Gattung wird schwinden!
Und dann erinnert sich Seuse an die Meldung über Aktienkurse, die hinab ins Bodenlose stürzen.
Die Welt ist kein poetisches Projekt. Die Welt ist eine Bankanlage.
Die Hyänen sind stets unterwegs.
Seuse erwartet das Tageslicht. Das Licht wird es an den Tag bringen. Regen, der den Himmel auswäscht, der die Felder des Todes auswringt.
Der Wind trägt die Sporen überschäumender Gedanken.