WikiLeaks: Vom Niedergang der Wahrheit

In diesen Tagen erleben wir eine Vielzahl westlicher Politiker, die sich an und für sich mehr über die Veröffentlichungen bei WikiLeaks aufregen, als über ihre eigene Charakterisierung der “Partner” und “Freunde”. Es steht nicht weniger als die Wahrheit und die Freiheit auf dem Prüfstand. Denn am Ende wird die despotisch pervertierte Demokratie der westlichen Welt noch viel offener propagieren, dass der BÜRGER gefälligst das zu denken hat, was der “Regierungsfunk ARD” und die Regierung selbst vorgibt.

Es geht also derzeit um die Entmündigung des Bürgers, nicht nur in der Sprache, auch im Denken!

Da werden die Verantwortlichen für die Veröffentlichung der Dokumente als Kriminelle von der US-Regierung und deutscher Politiker bezeichnet, während anscheinend die vorsätzlichen Todesschüsse auf Zivilisten im Irak ungesühnt bleiben sollen und “offiziell” nicht als Verbrechen dargestellt werden! Es fragt auch kaum jemand in der Bundesregierung danach, warum solche Verbrechen in den USA nicht angeklagt werden?!

Müsste man nicht vielmehr froh sein dass es mutige Menschen gibt, die den kriminellen Politikern das Handwerk legen wollen, um der beinahe normal gewordenen massenhaften Tötung von Zivilisten ein Ende bereitet wird? Es war und ist fatal, dass eine “demokratische” Regierung aus falsch verstandener “Diplomatie” nicht die Kraft aufbringt, beispielsweise den Abwurf von “Phosphor-Geschossen” im Gaza-Streifen als klares Unrecht zu bezeichnen und anzuklagen.

Würde es nicht auch dem Taugenichts Guido Westerwelle (FDP) gut zu Gesicht stehen, wenn er der US-Außenministerin Hillary Clinton offiziell nahelegen würde, den für eine zukünftige Zusammenarbeit ungeeigneten Botschafter Murphy abzuziehen, der frech in die Mikrofone grinst und verkündet, dass er sich nicht entschuldigen wird?

Und dabei würde es weniger um seine “Einschätzung” der Politiker gehen, die er an seine Regierung meinte berichten zu müssen, vielmehr geht es darum, dass man sich nicht mit jedem Diplomaten abgeben muss, dem es mindestens ebenfalls an diplomatischer Kompetenz, wie die Interviews jetzt bewiesen hatten, mangelt. Da wo eine Entschuldigung auch in der Öffentlichkeit angebracht gewesen wäre, zeigte Murphy die Überheblichkeit einer Hegemonialmacht, der anscheinend alles erlaubt ist.

Es war geradezu noch peinlicher mit anzuhören, dass unser Minister mit der “spätrömischen Dekadenz” sich artig bei der US-Regierung für die Einschätzung seiner Person bedankte und folgsam auf die Bösewichte von WikiLeaks einschlug. Nur ein Thor, der noch nicht einmal ein Mindestmaß an Selbstachtung zeigen kann/darf, verhält sich so. Mit Autorität und Geist ist die Bundesregierung nun wirklich nicht gesegnet.

Wäre es nicht langsam in Europa an der Zeit, wenn man den “Rumsfelds” das wirkliche (Alte) Europa zeigt, auf das man sich zurückbesinnen könnte. Vielleicht leisten ja jetzt einige in Richtung “Sarrazin” Abbitte (Vorsicht: Satire), weil die Ansammlung von Aussiedlern und Abenteurern und auch zwielichtigen Gestalten dazu geführt hat, dass man das Augenmaß für richtiges und falsches Verhalten und die Demokratie “kulturell” und “personell” bis heute nicht hinreichend entwickeln konnte. Man muss sich heute, nicht nur nach den Veröffentlichungen, fragen, ob die US-Regierungswirklichkeit überhaupt noch etwas mit Demokratie bzw. Rechtsstaatlichkeit zu tun hat?! Die positiven Ansätze aus den Befreiungskriegen sind Geschichte.  Die massenhaften Regierungsverbrechen wie Folter, Entführungen, gezielter Auftragsmord, Guantanamo, Abu Ghraib, … sind unübersehbar.

Und wer erinnert sich nicht daran, dass man Soldaten nur wenige Kilometer entfernt von “Atomexplosionen” platziert hatte, um die “Strahlenwirkung” wissenschaftlich untersuchen zu können. Eine Perversion, auch angesichts des Abwurfs der beiden Atombomben auf Japan. Das darf man nicht ausblenden, wenn man die spürbare und unseligeÜberheblichkeit der Hegemonialmacht USA beurteilen will. Unter dem Deckmantel der Demokratie werden und wurden viele Verbrechen begangen, die man sogar für “legitim” hält, weil es eben so viele widerspenstige Bösewichte in der Welt gibt die sich erdreisten wollen, sich teilweise sogar ähnlich verhalten zu dürfen.

Damit soll an und für sich nur deutlich gemacht werden, dass das Charakterbild US-amerikanischer Politiker und Diplomaten nicht überrascht.

Europäische Politiker, die willfährig sind, werden wie zu Guttenberg (CSU) gelobt. Die “Atlantikbrücke” ist nichts anderes als der verlängerte Arm der US-Außenpolitik, verbunden mit der Förderung der Karriere.

Andere, nicht so wichtige oder gar aus Sicht der USA störende Politiker werden mit Häme und allerlei unfreundlichen Attributen überzogen, aber das charakterisiert die “Diplomaten” eigentlich nur selbst.

Niemand ist gezwungen, bei “verdecktem Visier” unangemessene Bezeichnungen zu wählen und quasi hinter vorgehaltener Hand in Wirklichkeit seinen eigenen Charakter darzulegen. Pikant ist doch eigentlich, dass die “Empfänger” solcher Nachrichten sich überhaupt auf solch einen “Stil” jahrelang eingelassen hatten?! Wer von sich behauptet, über Format zu verfügen, der hätte solch eine Schreibweise längst unterbunden. Denn wer solch ein “despektierliches Verhalten” an den Tag legt, der wird sich irgendwann despektierlich gegenüber seinen “Vorgesetzen” zeigen bzw. die gebotene Sachlichkeit missachten, die zu Fehleinschätzungen führen muss. Und die Fehleinschätzungen US-amerikanischer Außenpolitik sind Legion.

Wer mit “offenem Visier” agiert, der gibt den Betroffenen die Möglichkeit, sich zu wehren oder zu ändern. Dem “verdeckten Visier”, das sich an seinen eigenen Unverschämtheiten labt, kann man keine Absolution erteilen. Wenn der Außenminister auch nur eine Spur von “Standing” aufweisen könnte, dann hätte er eine offizielle Entschuldigung bei Hillary Clinton eingefordert und den Rückzug des Botschafters angeregt. Wer Charakter hat, der wird sich mit solch einem Mann nicht mehr an einen Tisch setzen oder gar noch zu Gesprächen einladen.

Aber weder Bundeskanzlerin noch Außenminister verfügen über genügend Format, um mit einer solchen verfahrenen Situation seriös und angemessen umzugehen. Da prügelt man geradezu devot auf WikiLeaks ein, weil man die “Peinlichkeiten” massenhaft öffentlich gemacht hat. In Wirklichkeit wurde nur die Maske entfernt; übrig geblieben sind “Gesichtsverluste”, auch angesichts des Unvermögens deutscher Politiker, auf solch ein Verhalten angemessen und selbstbewusst zu reagieren.

Es handelt sich also nicht um Petitessen, kleinere Entgleisungen, sondern um eine Grundhaltung im Umgang mit vermeintlichen Partnern und Freunden.

WikiLeaks hat ein paar Wahrheiten öffentlich gemacht, vor denen man die Augen nicht mehr verschließen kann. Die aufgeregten und teilweise peinlichen Reaktionen europäischer Politiker decken nur mangelndes Selbstbewusstsein in Europa auf. Da wäre eine klare Äußerung  viel zielführender, die solch einen Umgang und solch eine Sprache zurückweist. Auch der EU würde es gut zu Gesicht stehen, wenn Hillary Clinton einmal zum “Rapport” gebeten würde, damit ein ordentlicher und angemessener Umgang wieder eingeübt werden kann.

Die Europäer müssen lernen, dass eine “gesunde Distanz” die Demokratie bewahrt und fördert, nicht willfähriges und devotes Verhalten, schon gar nicht die Duldung von Verbrechen und die fortgesetzte Missachtung des Völkerrechtes.

Der Volksmund sagt: Wer lügt, der stiehlt! Verteidigen wir die Wahrheit, damit die Lügner entlarvt werden und ihnen Einhalt geboten wird, damit die Verbrechen nicht fortgesetzt werden können und die Demokratie geschützt wird.

Und wer heutzutage ausgerechnet WikiLeaks massiv angreift, der will der Lüge das Wort reden. Die Wahrheit scheut bekanntlich nicht das Licht der Öffentlichkeit. Denn wenn die Wahrheit stirbt, dann stirbt auch die Demokratie.

Aus dieser Sicht sollten die Verantwortlichen für die Veröffentlichungen bei WikiLeaks für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden. Es sind die Verteidiger der Demokratie, die vielfältig begangenes Unrecht aufdecken und anprangern. Sie haben unseren Respekt verdient.



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