Wiederentdeckt: Mein Backautomat von Unold – Und ein Rezept für Mohnbrot

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Regenbogenkombüse,

wie Sie vielleicht wissen, lebe ich in einem kleinen Dorf im Odenwald. Ich habe nicht genau nachgezählt,  gehe jedoch davon aus, dass wir hier mehr vierbeinige Kuh-Einwohner als aufrecht gehende Zweibeiner haben. Landleben pur! Phasen, in denen die Ausscheidungen selbiger Kühe als schwarz-klebrige Masse, aus der mitunter noch die Reste des einen oder anderen Euterputztuches herausragen, die ansonsten so herrlich grünen Streuobstwiesen bekleckern, inbegriffen. Und, bevor Sie mich jetzt bemitleiden, – wir wollten bzw. wollen das noch immer so. Die Wiesen und Äcker könnten im Frühjahr und Herbst ein bisschen weniger gegüllt werden, aber ansonsten lässt es sich hier auf dem Land prima leben.

Frühling im Odenwald

Frühling im Odenwald

Der Nachteil unserer Landidylle ist, dass der Weg zum nächsten Bäcker sich deutlich länger als in der Stadt gestaltet. Von uns aus sind es etwa 3 Kilometer bis in die “Überwaldmetropole”, davon gehen gefühlte 5 Kilometer relativ steil bergab. Das Fühlen setzt allerdings erst dann ein, wenn man besagte Kilometer auf dem Rückweg mit dem Fahrrad wieder heraufstrampeln muss! Ganz ehrlich – seitdem wir hier im Odenwald leben, setzt mein Fahrrad Staub an. Mit dem Auto geht es natürlich schneller und einfacher. Aber für 2 Brötchen oder ein Brot täglich 6 Kilometer zu fahren, das kann ich mit meinem ökologischen Gewissen und Bankkonto nicht vereinen.

Die Lösung dieses Dilemmas lautet also wieder: Selbst ist die Frau! Frau kann schließlich backen! Doch für ein einziges Brot den Backofen aufzuheizen, nun, da geht selbst für mich, die ich in Mathe nie ein Genie war, die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht positiv auf. Deshalb habe ich mir schon vor Jahren einen Backautomaten zugelegt. Die Vorteile eines solchen Gerätes liegen darin, dass man nur noch die Zutaten in den Backbehälter geben muss und dass das weitere Rühren, Gehen lassen und Backen dann auf Knopfdurck automatisch startet. Brotbackpuristen werden jetzt einwenden, dass ein Brot aus dem Backautomaten nicht so kross wie ein Brot aus dem Backofen schmeckt. Stimmt! Die Kruste eines Backautomatenbrotes könnte, besonders oben, deutlich krosser sein. Doch Frau kann im Leben halt nicht alles haben, gell?!? Ich schaue über die in Teilbereichen fehlende Knusperkruste hinweg und freue mich, dass ich preisgünstig und ohne ins Auto steigen zu müssen, ein frisches Brot auf den Abendbrottisch bekomme.

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Wie das mit den Küchengeräten allerdings meist so ist, werden sie eine Weile intensiv genutzt, dann setzen sie etwas Staub an und landen schließlich in einer der hintersten Ecken der Küchenschränke. Dieses traurige Schicksal ereilte meinen Backautomaten etwa zu dem Zeitpunkt, als mein Arbeitspensum immer größer wurde und ich Aufbackbrötchen in Bioqualität entdeckte. Da ich neben dem großen Backofen (jetzt übrigens ganz neu) noch einen kleinen Minibackofen besitze, siegte irgendwann meine Faulheit über das Verlangen, selbst gebackenes Brot zu essen.

Vor unserem Urlaub musste ich aber in einem dieser klaren Momente, die plötzlich wie ein gleißender Blitz in Stresssituationen völlig unerwartet auftauchen und bleibende Spuren hinterlassen, erkennen, dass meine Vorratsschränke und die Speisekammer vor Vorräten schier überquellen. Das liegt nicht daran, dass ich von Natur aus zum Hamstern neige. Bei dem, was dort die Regale zum Biegen bringt, handelt es sich vielfach um “Restanten” meiner letzten Kochbücher, Kochprojekte für Kunden und Kochkurse.

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Deshalb habe ich jetzt kurzerhand entschlossen, das Projekt “Wir essen die Speisekammer leer” zu starten. Näheres dazu werde ich in der kommenden Woche hier verkünden. Für heute sei gesagt, dass jetzt schon ein bisschen weniger Mohn und Maisgrieß für die zu befürchtenden Attacken der Mehlmotten vorhanden sind. Diese Zutaten sind nämlich im aus dem Schrank gewuchteten und frisch abgestaubten Backautomaten gelandet.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch, wenn es für die Optik noch einen kleinen Punktabzug gibt. Geschmeckt hat es dennoch. Hier folgt für alle, die ihrem Backautomaten ein neues Leben in der Küche einhauchen möchten, das Rezept:

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Mohnbrot aus dem Backautomaten

 250 ml Wasser
1 TL Roh-Rohrzucker
1 TL grobes Meersalz
2 EL Olivenöl oder Rapsöl
330 g Weizenmehl (Type 450)
50 g Maisgrieß
30 g Mohnsamen
1 – 2  MSP fein gemahlene Muskatnuss
1 TL Trockenhefe
 
Das Wasser mit dem Zucker, Salz und Öl verrühren und in die Backform geben.
Das Mehl mit dem Maisgrieß, Mohn und der Muskatnuss verrühren.
Das Mehlgemisch in die Backform geben.
Die Trockenhefe darüberstreuen.
Das Brot im Basisprogramm oder Programm für Hefekuchen backen.
 
Tipp:
Die Mohnsamen können auch gemahlen verwendet werden. Statt Weizenmehl kann man auch Dinkelmehl (Type 630) verwenden.
Gebacken wurde das Brot im Unold Backmeister Modell 8695
 

Wie sieht es denn in Ihren/Euren Vorratsschränken aus? Herrscht Ebbe oder überquellende Fülle vor? Und wie gehen Sie/ geht Ihr mit den angesammelten Resten um? Ich würde mich über Tipps freuen!

Ihre Heike Kügler-Anger

 


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